Rolandpokal 2017 

Auch dieses Jahr fand im Rahmen des Rolandfestes das traditionelle Rolandangeln statt. Ein Hege-Event unter Anglern welches zum Vergleich, aber auch gemütlichem Miteinander einlädt. Dieses Jahr konnte die höchste Teilnahme seit Bestehen erreicht werden. Ganze 78 Teilnehmer gingen ihrer Leidenschaft nach und versuchten mit Können und Glück sich einen Platz an der Sonne zu sichern.

Ablauf der Veranstaltung

Wie es sich für ein Hegeangeln gehört waren die frühen Morgenstunden Treff und Sammelpunkt. 06.00 Uhr begann die Auslosung und Anmeldung, mit etwas Glück konnte man sich einen guten Platz ergattern. Wenn Petrus einem wohl Gesonnen war konnte eigentlich nichts schief gehen. Zur Vergabe standen 90 abgesteckte Plätze. Ich konnte mir die Nummer 4 sichern. Ich wusste im Vorfeld schon das dieser Bereich ein schmaler Grad zwischen Erfolg und Misserfolg sein kann.

Nach einer kurzen eröffnenden Rede wurden die Regeln bekannt gegeben. Zielfische waren Brassen, Güstern, Rotaugen und Rotfedern. Zuckmückenlarven und rote Maden waren unzulässig. Eingesetztes Lockfutter in der Menge von 2 Litern waren die Vorgabe. Gefischt werden musste mit einer bleitragenden Pose. Die Fische mussten getötet werden und wurden danach für den örtlichen Tiergarten bereitgestellt. Der Sinn der Hegemaßnahme wurde nochmals kurz vom Veranstalter, dem Stendaler Angelverein, erläutert. Einige Teilnehmer scharrten schon mit den Hufen, so groß war der Drang um ans Fischwasser zu kommen. Etwa 06:40 durften die Teilnehmer dann Stellung an den zugewiesenen Plätzen beziehen und mit dem Aufbau des Gerätes beginnen. Startzeit mit Signal erfolgte um 07:30 Uhr. Gefischt wurde bis 10:30 Uhr.

Nervosität steigt - Platzaufbau

Für den Aufbau brauche ich in der Regel ca. 30 Minuten. Was fertig hergerichtet nach wenig Arbeit aussieht verläuft aber in vielen kleinen Handgriffen und Arbeitsschritten. Die Sitzkiepe richtig Aufstellen und justieren um einen guten Sitz zu gewährleisten, den Kescher ausfahren, den Kescherkopf montieren. Die Handstangen aufbauen, die Matchrute fangbereit montieren. Auch der Setzkescher muss richtig stehen, um den Fischen während des Angelns auch den nötigen Platz zu geben.

das nötigste Griffbereit

Auf meinem Seitentablett habe ich alles in greifbarer Reichweite. Neben den Ködern sind auch einige Dips, eine kleine Hakenbox für schnelle Hakenwechsel und eine Futterschleuder abgelegt. Eine Montage zum Wechseln sollte dabei nie fehlen. Der Futtereimer mit einer kleinen Schale darauf, in welcher ich die Futterbälle zu stehen habe, wird mit einem Handtuch abgedeckt um Austrocknen zu verhindern. Das Lockfutter setze ich zum teil Zuhause an, am Gewässer wird es noch aromatisiert und gesiebt.

Taktik - Am Anfang falsch Gepokert

Platz 4, mein Los

Platz 4 befand sich einige Meter oberhalb des frisch ausgebaggertem Auslaufes. Zusätzlich wurde das Wehr geöffnet, was dafür sorgte das auf der 10 Meter Bahn an meinem Spot eine ungewohnte starke Strömung auftrat. Die Fische kannten es nicht, das Wehr war Jahre nicht geöffnet, der Auslauf mit Ästen quasi gefüllt. Beim Loten stellte ich dort guten, harten Untergrund fest. Die Tiefe betrugt ca. 1,00 Meter. Ich war mir sehr unsicher, ob ich meine Pose dort überhaupt am Platz halten könnte. 

Des Weiteren stellte sich mir die Frage ob der Fisch sich mit den neuen Bedingungen zurechtfinden würde, nicht nur die ungewohnt entstandene Strömung, auch der flache Wasserstand sind für mich unbekannte Konstanten. Mir fehlte für die neu entstandene Situation einfach die Erfahrung. Entschieden habe ich mich auf der 10 Meter Bahn mit meiner 6 Meter Stipprute zu fischen. Dabei sollte der Posenkörper mit der Strömung über den Futterplatz rauschen und so einige Fische zum Anbiss animieren. 

frisch ausgebaggerter Auslauf

Ich vergaß wie Fische aussehen

Während meine Nachbarn schon einige Fische im Kescher hatten hinterfragte ich meine Herangehensweise zusehends. Keinen Biss, die Pose lief über den Futterplatz ohne auch nur einen Zupfer provoziert zu haben. Ganze 45 Minuten hoffte ich auf die Kehrtwende, leider ging mein anfänglicher Plan aber nicht auf. Kurzerhand entschied ich mit der 7,00 Meter Stipprute hinter den Futterplatz zu kommen. Die Tragkraft der Pose erhöhte ich auf 2 Gramm.  Ein wenig Futter nachgelegt, den Schwimmer fokussiert, die Trendwende eingeleitet. Wenige Sekunden später folgten zaghafte Bisse, dann sofort die erste Güster.

Erinnerungshilfe, so sehen Fische aus ; )

Taktikwechsel brachte Kehrtwende

Dem Umstand geschuldet nur Güstern am Platz zu haben entschloss ich wenig Lockfutter zu setzen und verstärkt Lebendköder mit der Futterschleuder zu schießen. Ich setzte dabei auf einen Rhythmus von 15 Minuten. Ich konnte so kontinuierlich in der Restzeit von ca. 120 Minuten 33 weitere Güstern fangen, 2 Rotaugen mischten sich aber noch unter die Gäste. Nicht eine einzige Brasse ging mir an den Haken. Vom Gefühl her schien mir das Ergebnis aber zu passen um meinem persönlichen Ziel, einer Platzierung unter den besten 15, sehr nahe zu kommen. 

Helfer fürs Foto, nochmals danke junger Mann

Mit dem Schluss-Signal begann das Warten auf die Hege-Leitung und dem Verwiegen am Platz vor Ort. Als die Waage 1740 Gramm anzeigte wurde ich mir wieder unsicher. An sich war das Ergebnis für diesen schweren Tag und die Anzahl der Fische schon Klasse, aber das Gewicht eben nicht. Eine obligatorische große Brasse reicht den meisten Teilnehmern mit einigen Kleinfischen um mir eine Nasenlänge voraus zu sein. Während der Wartezeit hatte ich aber schon einige Informationen durch Gespräche mit anderen Teilnehmern zur Hand und dementsprechend gingen meine Mundwinkel nach oben. Ich konnte mir nun recht sicher sein mein Ziel erreicht zu haben.

Unter den besten 10

Den Tag ließen wir mit einigen Bratwürsten und Kaffee auslaufen, sprachen nochmals über das Beißverhalten und die schwierigen Bedingungen. Die Anspannung nach dem Fischen war den meisten Abgefallen. Es gab natürlich auch lange Gesichter, mit dem falschen Los erwischt man auch mal einen schlechten Platz und bleibt so hinter seinen Möglichkeiten. Rundum war es wieder ein tolles Event, von den Organisatoren des Stendaler Angelvereins super umgesetzt und mit einem reibungslosem Ablauf garantiert. Ich freue mich schon auf den Rolandpokal nächste Jahr !

Fazit

Als ich die Liste einsehen konnte hatte ich gemischte Gefühle, auf der einen Seite konnte ich mit 36 Fischen durchaus überzeugen, ich fing die Drittmeisten aller Teilnehmer, dabei brachte ich aber keinerlei Gewicht auf die Waage. Ich hatte das erste Drittel der Zeit einfach verschwendet, zu sehr ausgeharrt. Durch den Wechsel der Taktik, aber auch adaptieren der Situation konnte ich meinen Hintern retten. Allerdings war es auch erst mein zweites Hege-Event dieser Art. Ich bin dementsprechend zufrieden, mein Drang sich zu verbessern und die Fehler dieser Session nagen dennoch an mir. Nächstes Jahr ergibt sich eine neue Chance !

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