Die ersten Vorbereitungen zum Hegeangeln

Hegeangeln gehört zur Kultur vieler Angelvereine, stellt ein Event für organisierte Gruppen dar, schafft Gemeinschaft, durchleuchtet das Gewässer, fördert auch den eigenen Ehrgeiz und die Kenntnisse gegenüber dem zielgerechtem Angeln auf unsere Zielfische. Ich selbst würde mich nicht als Wettkampfangler bezeichnen, obgleich ich mit größerem Aufwand an dieses Thema herangehe. Es geht schließlich um die Krone innerhalb meiner Anglergruppe.

Was ist Hegeangeln ?

Neben dem gemeinschaftlichem Aspekt ist das Hegeangeln auch ein sportlicher Vergleich zwischen den Anglern, welche Innerhalb einer Zeit, auf Basis eines Regelwerkes und der Festlegung zu beangelnder Fische versuchen das bestmögliche Gewicht zu fangen. Der Gesetzgeber untersagt im Tierschutzgesetz Wettkampfangeln, deshalb werden solche Veranstaltungen oft als Bestandsaufnahme ( Sichtungsfischen) oder Bestandsregulierung             ( Hegemaßnahme ) durchgeführt. Manchmal werden solche Veranstaltungen auch dazu genutzt Gewässern die durch höhere Gewalt (Fischsterben, folgen von Verschmutzung, Hochwasser ) einen starken Verlust an Fisch erfahren haben unter die Arme zu greifen. Halten wir also fest, das beim Hegelangeln mehrere Aspekte dazu dienlich sind, die Teilnehmer den Effekt des Vergleiches untereinander als Bonus einfahren.

Wie sehen solche Regelwerke aus ?

Klassisches Regelwerk

Regelwerke beim Hegeangeln können sehr unterschiedlich sein, werden von Ortsgruppen oder der Wettkampfleitung, dem Angelverein oder den Organisatoren vor Ort festgelegt. Dabei sind es häufig folgende:

 

  • Anzahl der Ruten
  • Angelart
  • Zielfische
  • Wurfdistanzen
  • Platzauslosung
  • Köder
  • Futtermenge
  • Startsignal/Endsignal
  • Setzkescher
  • Vorbereitungszeit

Natürlich nur grob zusammen gefasste Stichwörter, es gibt sicher noch mehr Regeln, aber im Kern trifft es den Rahmen der Regelungen die ein Fischen untereinander so Reibungslos wie Möglich gestalten.

Wie Bereite ich mich auf mein Hegeangeln vor ?

Für mich beginnt der Wettkampf nicht mit dem eigentlichen Startsignal, er beginnt mit dem Willen anzutreten. Die meiste Energie investiere ich mit Sicherheit in die Vorbereitung.  Ich möchte mit diesem Bericht einen kleinen Ausblick auf die Kernpunkte meiner ersten Schritte vor einem Hegewettbewerb festhalten. 

 

Wie im Bericht Eingangs erwähnt wird der Wettstreit maßgeblich vom Regelwerk  beeinflusst. Hier setzt auch mein erster Schritt innerhalb der Planung an. Welches Methoden sind erlaubt ? Welche Köder dürfen gefischt werden ? Futterlimit ? So kann ich schon einen groben Rahmen ausrichten, einen roten Faden legen.

Viele Fische, wenig Gewicht

Im zweiten Schritt versuchen wir Informationen über den Fischbestand zu erhalten. Auswertungen von Ergebnissen der Hegefischen der letzten Jahre zeigen oftmals in der Tendenz auf wie viel Gefangen wurde. Wenn die Auswertungen detailliert sind erfahren wir Mengenangaben von Gewichten und Fischarten. Wenn sich wiederholend bei den vorderen Plätzen der Teilnehmer die beschriebene Tendenz herauslesen lässt können wir uns darauf einstellen. Viele Fische, aber im Schnitt wenig Gewicht ? Es werden in der Regel viele kleine und leichte Weißfische gefangen. Sollten aber hohe Gewichte gefangen werden, die Fischzahl überschaubar sein, haben wir das Gegenteil auf dem Schirm, es könnte auf große Brasse gehen.

Wie es unter der Wasseroberfläche aussieht ist für uns von besonderem Interesse.

Nach der Auslese von Daten und Gesprächen erfolgt das Studieren des Gewässers. Auch hier lässt sich aus dem Gespräch heraus vieles Einholen. Entscheidend hierbei sind für mich vor allem Tiefen und Grundbeschaffenheit. Gibt es ausgedehnte Flachwasserbereiche ? Fallen sofort tiefe Kanten ab ? Ist der Boden voller Kraut oder Schlamm ? Mit welcher Strömung haben wir zu Rechnen ? Schiffsverkehr ? Tiefe und flache Buhnen ? Die Frageliste kann Endlos sein, ist aber entscheidend für das Zusammenstellen meines Tackles. Ich kann mich nicht Vorbereiten, wenn ich nicht weiss wo ich angeln werde.

Ich habe nun meine Informationen über den Fischbestand, das Gewässer, der Struktur dessen und dem Regelwerk.Nun kann ich in den Keller huschen und mein Gerät anpassen. Wenn das Regelwerk das Fischen einer feststehenden Pose vorgibt fällt das Feedern und Grundangeln ohne Schwimmer weg. Ich nutze dann gerne meine Stippruten. Eine Matchrute darf aber nicht fehlen. Montagen werden hergestellt, passende Längen und Gewichte für die jeweiligen Situationen. Übertreiben tue ich aber nicht, 4 Ruten stellen bei mir das Maximum dar, oft fischt man mit einer Rute konsequent durch. Falls die Fische hinter dem Futterplatz stehen oder im Nahbereich nicht beissen kommt der Waggler zum Einsatz. Das war in 4 Jahren aber nicht ein einziges mal der Fall.

 

Jetzt können wir üben und testen. Hier muss jeder seine eigene Mischung finden. Manch einer beginnt 2 Wochen vorher mit täglichem testen, fährt sich mit dem Futter fest, weil am Hegetag das Wetter umschlägt und der Fisch auf das fangfähige Futter der letzten Tage nicht reagiert, ein Anderer beginnt einen Abend vorher und gewinnt am nächsten Tag. Es geht aber auch umgekehrt. Hier spielt die Erfahrung und Wetterbeobachtung, Flexibilität und Vorbereitung eine Rolle. Je nach Zielfisch passe ich auch mein Futter an. Auf Brassen und Güstern bevorzuge ich passive Futtermischungen, also wenig Bewegung am Futterplatz, während ich auf Rotaugen und Ükel auf Futterwolken setze und schwebenden Parikeln setze ( Hanf, Kokosflocken, Leinsamen etc. ).

keine schlechten Bedingungen für den Samstag

Wenn ich alle diese Dinge auf meiner Checkliste abgehakt habe folgt das Studium des Wetters, hier sei gesagt, das es ein heißes Eisen ist und keineswegs immer eine Garantie darstellt. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt das gerade auf Brassen und große Weißfische konstantes Wetter, Wolkendecke und leichter Wind größere Erfolge beschert haben. Ich nehme ein Wetterportal meiner Wahl, meistens www.Wetter.com, schaue mir die Vorhersagen an und hoffe auf gleichbleibende Bedinungen. Temperatur, Windrichtung und Luftdruck bekommen dabei eine besondere Beachtung. Darauf gehe ich aber in einem weiteren Artikel ein.

Halten wir also Fest:

 

  1. Regelwerk
  2. Fischbestand
  3. Gewässer/Gewässerstruktur
  4. Gerät anpassen
  5. Üben 
  6. Wetter beobachten

Solltest du diese Punkte beherzigen kannst du einem tollen Fischen entgegenblicken. Natürlich klappt nicht immer alles, davon sollte man sich aber nicht beirren lassen, am Ende des Tages lernen wir alle dazu und irgendwer muss ja auch die hinteren Plätze belegen. In diesem Sinne Tigh Lines.

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