Pickern bei 4 Grad

Ich ging 30 Tage lang jeden Morgen und Abend mit meinem Hund Charly am See vorbei, in der Hoffnung das Eis würde brechen. Am 20.02.2017 war es dann soweit. Die Chance war da. Bei der Morgenrunde durfte ich feststellen das der ganze See sein Wasser über Nacht freigab und ich wieder meiner Leidenschaft nachgehen kann.Nur was macht man, wenn eiskaltes Schmelzwasser, kühler Wind, Nieselregen und 4 Grad Temperatur auf einen Warten ?Richtig, man zieht sich an, Atmet einmal tief ein und wagt das Abenteuer. Ich wolle an diesem Tag meine neue Picker testen, eine doch zu meinem erschrecken viel feinere Rute als gedacht, aber doch gerade richtig für diesen Tag.

Lockfutter im Winter

Meine Gedanken waren sofort beim Futter, darauf baue ich generell meinen Angeltag auf, weil es durch seine Zubereitung und Wahl schon über die Art des Angelns, der Entfernung und dem Zielfisch entscheidet. Ich entschied mich für mein Winter-Brassen Futter für den See. Ein Futter aus 3 Mehlen, Koriander und Salz. Vergiss in den kalten Monaten niemals Salz ! Die angerichtete Menge an Futter war Überschaubar, lediglich 1 Liter, mehr bedarf es nicht. Gesiebt wurde auf 1mm, was natürlich auch immer einen gewissen Aufwand mit sich bringt, aber nur so erhöht man die Chance auf einen Biss. Ich Siebe immer vor, mit 4mm, dann 2mm, zum Schluss mit 1mm Maschenweite.

Bei der Wahl der Futterkörbe kommt für einen Picker nicht viel in Frage, sie müssen leicht sein und dürfen im Winter nicht viel Futter tragen. Ich fischte einen Cage-Feeder in 10 Gramm und einen Open-End in 10 Gramm, zum einem um eine kleine Wolke freigeben zu können, zum anderen um die Mehle am Grund langsam arbeiten zu lassen. Auf meiner Rolle befand sich eine 0,14er Schnur, leichter gehe ich dabei aber nicht, halbstarke Karpfen (aber auch bis 25 Kilo) sind im Gewässer vorhanden und nicht selten packt sich einer von diesen kampfstarken Fischen die Pinkies und die Rally kann beginnen. Im See verwende ich oft den Seitenarm, beim Brassenangeln aber generell nach wie vor und sehr gern die Schlaufenmontage. Beides hat Vor und Nachteile, auf diese gehe ich bei den Montagen auf der Homepage gesondert ein.

20er Haken an einem 100 cm langem Vorfach gaben mir das Gefühl die richtige Montage einzusezten, meine Intention war jedenfalls erstmal überhaupt einen Fisch zu fangen, von mir aus auch im Sprottenformat. Der Haken sei besonders erwähnt, gerade jetzt nutze ich sehr gerne sehr dünndrähtige Spitze, die mit jedem Anhieb eindringen oder aber den Fisch bei der Flucht mit dem Köder ein Selbsthaken auslösen.

Die Platzwahl

Im Winter auf Weißfische zu angeln kann spannend sein, neigt aber auch zur Geduldsprobe und einer wichtigen Entscheidung vorab. Fische stehen normalerweise bei kaltem Wasser im Winter immer an sehr tiefen, wenn nicht sogar den tiefsten Stellen des Gewässers. Auf der anderen Seite neigen sie an schönen Sonnentagen im Winter auch mal das Flachwasser aufzusuchen. 2 Möglichkeiten, aber nur ein Angelplatz wird es werden.

Ich entschied mich für eine flache Stelle, hoch gepokert, weil das kalte Wasser die Fische auch gern im tieferen Wasser ausharren lässt. Zum Anfüttern setzte ich auf 2 Körbe mit dem Cagefeeder für eine sauber arbeitende Wolke und einem Wurf mit dem Open-End Korb um etwas Futter am Grund zu präsentieren. Partikel kamen bei dieser Session nicht zum Einsatz. Also Korb Nummer 4 raus,  das Pickern im Winter kann beginnen.

Typischerweise ist beim Fischen im Winter eine lange Wartezeit bis zum ersten Biss in Kauf zu nehmen. Ich Lehnte mich entspannt zurück, schlug die Füße übereinander und ließ alle Eindrücke auf mich wirken. Lange hält diese Position aber nie vor, oft Richte ich mich immer wieder nach Vorne, weil ich meine Spitze im Visier haben muss. Doofe Angewohnheit. ;)

Zwischenweg fing es immer mal wieder an zu Nieseln, eine unwirkliche Situation, kalte Hände, Regen und wenig Action, aber genau das wollte ich, genau das ist Angeln im Winter. Nach 45 Minuten entschied ich mich, weil ich einfach Ungeduldig wurde, etwas zu ändern. In der grünen Flasche befand sich ein Muscheldip auf Alkohol-Basis, welcher bei kalter Jahreszeit besser Arbeit als seine Verwandten aus Öl. Der Pinkie durfte eine Tauchfahrt machen und raus der Köder. Was soll ich sagen ?

Keine 5 Minuten später der erste Zupfer, wenig Später der erste Fisch.

Erster Fisch 2017

Erster kleiner Brassen 2017 !

Natürlich setzte ich sofort jede weitere Maden mit Muscheldip ein, da nur noch 1 Stunde Restlichtzeit vorhanden war, was auch Belohnt wurde. Sieben weitere handlange Brasse sollte ich über meinen Kescher führen. Jeder von ihnen so Kalt wie das Gemüsefach meines Kühlschrankes. Ich war Mutig im Flachen zu agieren und wurde belohnt. Gelernt habe ich bei diesem Ansitz jede Menge. Nicht immer ist die Lehrmeinung richtig, Dips können die Ausbeute steigern, es gibt kein schlechtes Wetter!

Deine Meinung ist mir Wichtig

Hat dir der Fangbericht zum Pickern im Winter gefallen? Ich würde mich über Feedback freuen! Ein Kommentar oder ein Like auf Facebook wäre eine große Hilfe. Viele lieben Dank.

Kommentare

Es sind noch keine Einträge vorhanden.
Bitte geben Sie den Code ein
* Pflichtfelder
Bookmark and Share
Druckversion Druckversion | Sitemap
© 16er-Haken.de