Die Brasse - Eine bronzene Versuchung

Die Brasse ist mein liebster Zielfisch, was schon allein dadurch begründet wird, das sie in ihren Eigenschaften meiner Persönlichkeit sehr nahe kommt. Die Brasse ist ein sehr geselliger Fisch, langsam, mag die Sonne, frisst gern und ist allgemein sehr faul. So viele Übereinstimmungen mit mir, dieser Fisch scheint ein Ebenbild meiner selbst zu sein ! 

Die Brasse im Detail

Die Brasse zählt zur Ordnung der Karpfenfischen (Cyprinidae), gehört der Familie der Weißfische an (Leuciscinae) und ist einer unser größten Friedfische. Ihr lateinischer Name ist Abramis brama. Bis zu einer Länge von 80 cm und einem Gewicht von 10 Kilo sind realistisch. Brassen haben scheinbar jeden Lebensraum erobert, wir können sie in fast jedem Gewässer vorfinden. Bis auf kalte Gebirgsbäche scheint der Klodeckel überall Einzug gehalten zu haben. Schlammiger Untergrund und langsame Strömung stellen sich als ideale                  Lebensbedingungen heraus sind aber kein muss.

Erkennen tun wir die Brasse zuverlässig am unterständigem Saugmaul, 50 bis 57 Schuppen entlang der Seitenlinie, dunklen Flossen und dem lieblichen Schleim der die Hände danach unvergesslich bedeckt. Junge Brassen sind relativ hell und silbern, während die Älteren und schweren Tiere einen ins grünlich gehenden oder bräunlichen, bronzenen bis zu einem fast schwarzen Farbton annehmen können. Der Name Blei scheint hier seinen Ursprung zu haben. Die Unterseite, beziehungsweise der Bauch ist Heller. Von der Form her bilden Brassen einen hohen Rücken aus, daher auch die landläufige Bezeichnung des Klodeckels. In England unterscheidet man zwischen beiden Formen, der jungen und alte Brasse in common silver bream und common bronze bream. Brassen sind absolute Schwarmfische und ziehen in großen Stückzahlen durch die Gewässer. Kennt man doch, der Futterplatz ist in Sekunden leer, wir können reinpfeffern was wir wollen, der Staubsauger gewinnt immer.

Typisches Saugmaul

Brassen ernähren sich vorwiegend von Fischnährtieren wie Flohkrebsen, Schlammröhrenwürmern, Muscheln,

Schnecken oder Zuckmückenlarven. Pflanzliche Nahrung und Plankton stellen ebenfalls eine Grundlage zur Ernährung dar. Dabei durchwühlen sie den Boden mit ihrem Saugmaul, für den Angler erkennbar durch die Freigabe von im Boden eingeschlossenen Gasen. Diese Hinweise lassen auf Futterstraßen schließen.

Die Rekordbrasse

 Bei meinen Recherchen konnte ich den englischen Rekord von 23 lb, zu deutsch ca. 10,5 Kg finden. Absoluter Wahnsinn !  Der Fisch des Lebens. Hierzulande freuen sich die Menschen über eine 3 Kilo Brasse, dieser Fisch bringt das Dreifache auf die Waage. Ins Netz ging er dem Engländer Mark Mckenna beim Fischen auf Karpfen am Ferry Lagoon. Der Fisch wurde mehrmals über die letzten 6 Jahre gefangen und schraubte den Rekord so Stück für Stück nach oben.

Meine Bestmarke

Meine persönliche Bestmarke liegt bei 67cm. Gewogen hatte ich den Fisch nicht, ich kann aber aus Erfahrung schreiben das der Fisch sich zwischen 4,5 Kilo und 5 Kilo Gewicht bewegte. Als Köder kam Mais zum Einsatz, an einem regnerischen Tag mit meinem Picker im Handgriff. Der Drill war sagenhaft, der Fisch umso mehr. Sicherlich gibt es größere Brassen, für mich ist das aber der bisher größte  Brassen. (Stand 31,08.2017)

Aus anglerischer Sicht

Brassen gezielt zu befischen ist keine schwere Sache, große Brassen fangen schon viel eher. Ich hatte ja beschrieben wie die Nahrungsaufnahme vonstattengeht. Das Saugmaul arbeitet über den Grund. Diesen Umstand machen wir uns zu Nutze, es kommt meiner Lieblingsangelart sehr entgegen, wir können gezielt auf die Klodeckel mit dem Futterkorb fischen !

Gehaltvolles passives Futter

Bei den Eigenschaften des Lockfutters auf Brassen empfiehlt sich immer ein passiver Mix, also ein sehr stilles, langsam arbeitendes Futter das möglichst Wenig Kleinfisch an den Platz lockt. Ich verzichte dabei auf Schwebteile im Futter, wie Leinsamen, Hanf, Haferflocken oder Kokosraspeln. Als Beigaben nutze ich gern Weizen, Caster, Wurmstücke oder Maden. Lebendnahrung wirkt magisch auf Klodeckel !

Brassen lieben süßes Futter, also dürfen Süßungsmittel oder süße Mehle nicht fehlen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Lockfutter vom Geschmack her so zu prägen. Zucker, Melasse, Marmelade oder Süßstoffe beigeben, die Möglichkeiten sind unzählig. Da Brassen gern den schlammigen Boden durchwühlen sollte man bei zu weichem Boden Futterbeigaben wie Maden oder Pinkies vorher töten. Entweder brühen wir diese unter kochendem Wasser ab oder drehen sie heftig über den Sieb. Nur so kann man verhindern das sich unsere Köder in den Gewässerboden verziehen und so ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Locken durch Bewegung, nicht nachkommen.

Schöner Fang

Meine Partikel fürs Futter lege ich gern in Vanille ein, versetze diese noch Zusätzlich mit Zucker und steigere so die Lockwirkung um ein vielfaches. Mais und Weizen lassen sich sehr gut bearbeiten und sind hervorragende Köder auf Brassen. In den warmen Sommermonaten greife ich auch gern zu Pellets, die ich füttere oder in den Method Feeder einarbeite. Der fischige Geruch hat mir selten viele Fische gebracht, dafür aber große ! Miniboilies in den Geschmacksrichtungen Knoblauch und Hailbutt unterstützen die Beobachtungen. Ausprobieren !

Wie sieht mein Gerät auf Brassen aus ?

Ich entscheide generell nach dem Fischbestand vor Ort. Feederruten auf Brassen müssen dabei nicht all zu hart und schwer ausfallen. Ich Feeder auf Brassen gerne mit einer weichen parabolen Aktion um ein Ausschlitzen zu verhindern. Das weiche Fischmaul kann ein Knackpunkt sein. Zu schnelles Drillen, harte Ruten und große Haken können sehr viel Fischverlust provozieren. Im Stillwasser haben sich leichte Feederruten und Picker als Wahl Nummer Eins heraus gestellt. Im Fluss muss wegen hohen Wurfgewichten natürlich alles schwerer Gewählt werden. Wie immer. So schwer wie nötig, so leicht wie Möglich.

Idealerweise passen wir Haken und Vorfachlängen vor Ort an, entsprechend dem Beißverhalten wird reagiert. Haken von der Größe 20 bis Größe 12 sind bei mir aber der Regelfall, diese führe ich auf jeden Fall in meinen Hakenboxen mit. Dünne, durchschnittliche Schenkellängen, aber gern ein weiten Bogen. Beim Feedern auf Brassen setze ich ohne Diskussion auf die Schlaufenmontage. Beim Einsaugen der Köder geht die Montage bis zum Korb mit, wir können die Länge der korbführenden Schlaufe bestimmen und so dem Verhalten der Brasse ein Schnippchen schlagen und unsere Erfolgsquote massiv erhöhen.

Vorfachlängen von 50 cm bis 100 cm sind Ideal, bei Stärken von 0,10 mm bis 0,18 mm. Abhängig von der Jahreszeit und möglichen Beifängen muss man bei diesem Thema einfach flexibel sein. Brassen am 0,10er Vorfach drillen ist kein Problem, Karpfen können die Session schnell beenden. Hindernisse sind ebenfalls ein Faktor. Als kleiner Tipp: Leichtdrähtige Haken und dünne Vorfächer setzen auch immer den Einsatz eines Keschers voraus. Wer seine Fische  rausheben will, wird schnell mit aufgebogenen Haken und gesprengten Vorfächer bestraft.

Bei der Wahl der Futterkörbe haben sich für mich zwei Dinge durchgesetzt. Zum einen der Open-End Futterkorb, zum anderen der Windowfeeder. Die Futtersteuerung passt einfach. Ich kann variieren und die Eigenschaften meines Brassenfutters genau an den Platz und auf den Punkt bringen. Auch Madenkörbe sind unfassbar gut, aber dort sehe ich den Window Feeder in seiner Art und Weise klar vorn.  Mit dem Method Feeder konnte ich schon einige gute Brassen überlisten, für mich mit Abstand die selektivste Variante beim Feedern auf große Weißfische. Der Method Feeder als Weiterentwicklung der Futterspirale ist mein Geheimtipp, eine echte Waffe beim Angeln auf Brassen. Probiere es einfach aus !

Hat dir der Beitrag zur Brasse gefallen? Unterstütze mich entsprechend mit Feedback. Lass mir ein Like auf Facebook zurück, teile oder kommentiere den Artikel zur Brasse. Vielen Dank!

Die Brasse Kompakt

  • Die Brasse gehört der Ordnung der Karpfenartigen an (Cypriniformes)
  • Die Brasse zählt zu den Karpfenfischen (Cyprinidae)
  • Der lateineische Name der Brasse lautet Abramis Brama
  • Regional heisst die Brasse auch Brachse, Blei, Bresen oder Pliete
  • Die Brasse kann eine Länge von 80cm erreichen
  • Dabei ein Gewicht von bis zu 10kg erreichen
  • Ein alter von max. 15 Jahre kann erreicht werden
  • Die Brasse ist ein bodennaher Schwarmfisch
  • Die Brachse laicht von April bis Juni, ab einer Wassertemperatur von 15 Grad
  • Bis auf nährstoffarme tiefe Seen und kalte Gebirgsbäche kommt die Brasse überall vor
  • Als Hauptnahrung dienen niedere Wasserinsekten, Larven, Schnecken und Tubifex

Erkennungsmerkmale

  • Stark seitlich abgeflacht
  • sehr hochrückig
  • Unterständiges, vorstülpbares Maul (Saugmaul)
  • kleine Brassen sind Silber, adulte Brassen sind grünlich bis bronzen
  • Eine lange auffällige Afterflosse
  • 50 - 57 Schuppen entlang der Seitenlinie
  • Wird oft mit der Güster oder Zope verwechselt

Kommentare

Es sind noch keine Einträge vorhanden.
Bitte geben Sie den Code ein
* Pflichtfelder
Druckversion Druckversion | Sitemap
© 16er-Haken.de