Das Rotauge - Silberbarren mit Flosse

Es ruckelt nur ganz kurz in der Spitze, dann schnellt sie wieder zurück bevor wir auch nur daran denken konnten den Anschlag zu setzen. Die Vorfächer werden etwas kürzer, die Körbe etwas schwerer. Wenn solche Maßnahmen ergriffen werden geht es ganz sicher auf das Rotauge. Der flinke Flossenträger verlangt Genauigkeit, Schnelligkeit und gute Ausdauer. Im Text erfährst du alles was ich über diesen Fisch gelernt habe.

Das Rotauge im Blickpunkt

im Winter gefangenes Rotauge

Das Rotauge kennt eigentlich jeder, sie sind leicht zu fangen, fast immer in Beißlaune und zu jeder Jahreszeit zu überlisten. Bei uns nennen wir sie auch Plötze. Ob See oder Fluss, Kanal oder kleiner Graben, wie viele Weißfische hat auch dieser fast jeden Gewässertyp erobert. In der Regel fängt man Größen bis 25cm, was meiner Meinung nach den Durchschnitt darstellt. Wenn das Gewässer von Rotaugen dominiert wird können sie aber auch wesentlich größer werden. 50 cm stellt hier eine magische Grenze dar, wer solch einen Fisch gefangen hat darf sich glücklich schätzen.

Kennzeichnend für das Rotauge sind die orangeroten Flossen, rötliche  Augen, ein endständiges Maul und die relativ großen Schuppen. Meist sind sie Silber, mit einem ins grünlich gehendem Rückenbereich. Je nach Nahrungsvorkommen im Gewässer können diese Fische einen schönen hohen und breiten Rücken ausbilden. Gängiger Literatur zur Folge bilden Insekten, Wasserlarven und diverse andere Kleintiere die grundlegende Nahrung. Algen und Zooplankton werden nicht verschmäht, daher leitet sich wohl auch der Irrtum heraus, das Fische modrig schmecken, weil das Gewässer nicht sauber sei. Ich würde dagegenhalten und behaupten das Fische in der Zeit der Wasserblüte viel Plankton und Algen aufnehmen und so auch diesen Geschmack übernehmen. Frei nach dem Motto " Du bist was isst ".

Das Rotaugen ist ein ausgesprochener Schwarmfisch, welcher sich in allen Gewässerschichten aufhält. Größere Exemplare sind aber eher am Gewässerboden zu finden, jüngere Plötzen dagegen durchstreifen auch das Mittelwasser oder stehen gerne an der Oberfläche. Natürlich spielen die Jahreszeiten eine gewichtige Rolle, auch das Nahrungsangebot beeinflusst die Wege der Fische maßgeblich. Mit seinem endständigem Maul ist das Rotauge aber an jede Situation gut angepasst.

Der Rotaugenrekord

Die Bestmarke

Auf der Suche nach dem Rekord-Rotauge wird es recht uneindeutig. es gibt wenige Informationen, dennoch scheint der Fisch vom jungen Roman Dozenko klarer Spitzenreiter zu sein. Mit einem Gewicht von 2,6 Kilogramm ein absoluter Traum ! Hier wird sich die von mir angedeutete Maximallänge und das Gewicht auch einpendeln.

Meine Bestmarke

Mein größtes Rotauge misst 36cm, gefangen in einem flachen Parkteich auf 2 Maden im Winter. Leider hatte ich an diesem Tag keine Kamera im Einsatz, aber generell bin ich mit der Größe nicht einverstanden und plane diesen Winter ( 2017 ) die Marke etwas nach oben zu schrauben. ich hoffe bald ein Bild präsentieren zu können ! ;)

 

Aus anglerischer Sicht

Das Angeln auf Rotaugen gestaltet sich vielfältig. Mit der Stipprute im Nahbereich, mit dem Winkelpicker im Graben, dem Stick in der Strömung oder dem Waggler im Wind. Sowohl das Lockfutter, als auch die Methoden unterscheiden sich teils von den Taktiken auf andere Weißfische. 

Beim Angeln auf Rotaugen sind meiner Meinung nach mehrere Faktoren entscheidend, das gilt sowohl für das Fischen im Stillwasser,als auch in der Strömung. Desweiteren kommen Plötzen erst mit dem kalten Wasser im Herbst und Winter so richtig in Schwung. Während andere Weißfischarten an den tiefsten Stellen im Gewässer quasi im Koma stehen sind die Chancen auf Silberbarren besonders groß! Auch die Vorliebe für herbes Lockfutte ist ein typisches Merkmal dieses Zielfisches.

Natürlich können wir zu jeder Jahreszeit Erfolg haben, allerdings sinken die Durchschnittgrößen, kleine Rotaugen sind einfach argloser, weniger bedacht und kaum scheu. Vor allem aber schneller. Große Rotaugen dagegen sitzen die Sache scheinbar gern aus, stehen Abseits vom Futterplatz und warten auf den richtigen Moment.Oft hilft es aber schon, den Köder etwas größer zu wählen, um etwas selektiver fangen zu können.

Rotaugen halten sich gern in der Nähe von Unterwassenpflanzen auf, ihrem natürlichen Unterstand. In der Nähe solcher Bereiche zu Angeln wird fast immer mit einem Fang belohnt. Wenn die Zeit des Fressens beginnt liegt unser Köder am unteren Ende einer Kante nie verkehrt, dort fangen wir generell die besten Fische. Ein Versuch Dicht am Krauf im Flachwasser, wenn freie Stellen vorhanden sind, kann gehörig belohnt werden !

- Aktives und herbes Lockfutter sind Trumpf -

Auf Rotaugen bevorzuge ich immer aktives, herbes Lockfutter. Ich vertraue auf schwebende, langsam absinkende Partikel, welche Aufmerksamkeit erzeugen und die "Augenräuber" sicher zum Platz führen. Gerade Rotaugen sprechen auf diese Art der Futterpräsentation sehr gut an. Geschroteter wie gemahlener Hanf, Kokosflocken oder Leinsamen, Rübsen oder Haferflocken, allesamt können verführerisch auf Rotaugen wirken. Das Futter mische ich meisten am Angeltag an, am Besten vor Ort, damit keine starke Sättigung der Partikel eintritt und sie so ihre volle Wirkung entfalten könen. 

Um das Lockfutter herb zu bekommen, setze ich auf Gewürze. Salz, aber auch Anis, Koriander, Curry oder Paprikagewürz eignen sich hervorragend. Umso kälter das Wasser ist, desto mehr an Lockstoffen füge ich dem Futter bei. Auch bei den Flüssigflavours kann man fündig werden. Einige Hersteller haben Spekulatius oder Rotaugenlockstoff im Sortiment, womit sich die Fänge steigern lassen.

Bei den einzelnen Futtermehlen und der Zusammenstellung des Futters nutze ich gerne Maismehle, Hanfmehle und Zwiebackmehle, je nach Gewässer auch Paniermehl. In der Zusammenstellung muss man aber auch auf eine gewisse Bindung achten, da sonst das Futter nicht im Korb hält. Die angesprochenen Futtermehle arbeiten gut im Stillwasser, erzeugen eine tolle Wolke. Erwähnenswert sollte sein, das Hanf ein Favorit auf Rotaugen ist. Diese Erfahrung konnte ich im Winter ebenfalls machen. Ich gebe dem Futter auch gern eine

ordentliche Portion Salz hinzu.Hier gilt es das Maß am

Gewässer selbst auszutesten, jeder See oder Fluß hat

seine eigenen Spielregeln. Generell kann man auf

Rotaugen mit herbem Lockfutter fischen.

- Mein Gerät auf Rotaugen -

Auf Plötzen fischen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine feine Sache! Je nach Gegebenheiten können wir auf sehr feine Schnüre, Haken und Posen setzen. Im See stelle ich den silbrigen Flossenträgern gern mit meinem Winkelpicker, einer kleinen 2000er Stationärsrolle und 0,16 mm dünner Schnur nach. 14er-18er Haken am 0,12 mm Vorfach komplettieren die Kombo. Genormte Rotaugen bis 30cm sind nicht all zu Kampfstark, unterschätze aber niemals größere Kaliber. Woran erkennt man einen Rotaugenbiss? 

Ups, da war er schon! Ungefähr so verläuft das Zuppeln an der Feederspitze. Wir müssen sehr schnell sein und jeden Biss sofort mit einem Anhieb quittieren! Kaum ein Fisch packt schneller an, lässt aber genauso schnell wieder los! Sollte es zu lästig werden, den Futterkorb

mitarbeiten lassen und den Stopper runterschieben oder bei der Schlaufenmontage die korbführende Schlaufe kürzer Binden. Einfacher: Das Gewicht des Futterkorbs zu nutze machen, egal wie!

Mit der Stipprute können wir auch große Erfolge erzielen. Meistens greife ich zur semiweichen, 6,00 Meter langen Stippruten. Eine gute Wahl im Übrigen für die meisten Gewässer. 0,12mm Hauptschnur, 0,10mm Vorfach und Posen bis 2,5 Gramm, in der Strömung auch mehr.Dort gilt es dann zu probieren welcher Schwimmer seine Dienste ausreichend zu leisten vermag. Treibende Köder in kleinen Flüssen wirken unwiderstehlich!

Sollte der Wind zu stark sein oder mir das Stippen vermiesen greife ich gern zur Matchrute. Ich fische eine 4,20m lange Rute, wobei ich die Rolle je nach Distanz wechsel. Entweder ein 2000er Modell oder ein 4000er Modell. Ich schleppe aber keine zwei Rollen zum See, ich entscheide das Generell in der Vorbereitung zuhause. Die Rollengröße steht auch mit dem Schnureinzug in Relation. Umso größer der Pott, desto weniger muss ich Kurbeln. Vorbebleite Waggler verschiedener Ausführung, aber auch Pelletwaggler kommen zum Einsatz. Die Hauptschnur beträgt in der 

Regel 0,20mm. Wurfweiten bis 40 Meter sind kein 

Problem. Lediglich immer die Schnur unter Wasser drücken,

dann bleibt der Waggler auch bei Wind auf dem Futterplatz stehen.

Die Köder-Hitlist

Platz 1

Maden

Platz 2

Caster

Platz 3

Hanfkorn

Platz 4

Weizen

Platz 5

Mais

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Das Rotauge Kompakt

  • Das Rotauge gehört der Ordnung der Karpfenartigen an (Cypriniformes)
  • Das Rotauge zählt zu den Karpfenfischen (Cyprinidae)
  • Der lateineische Name lautet Rutilus rutilus
  • Regional heisst das Rotauge auch Plötze oder Schwal, im englischen Roach
  • Die maximale Länge kann bis zu 55 Zentimeter betragen
  • Bei einem Gewicht von bis zu 3,5 Kilogramm 
  • Und einem Alter von maximal 14 Jahren
  • Das Rotauge ist ein ausgesprochener Schwarmfisch
  • Sie lebt am Grund, dem Mittelwasser und nahe der Oberfläche
  • Laichzeit von April bis Mai, ab einer Wassertemperatur von min. 10 Grad
  • Kommt in jedem Gewässer im Süßwasser vor, bis auf kalte Gebirgseen und Bäche
  • Hauptnahrung der Plötze: Zooplankton,Würmer,Krebse,,Insekten,Wasserpflanzen

Erkennungsmerkmale

  • endständiges Maul
  • Brust,Bauch und Afterflossen gehen ins gelblich-rötliche
  • Namensgebend ist das rötliche Auge ( rote Iris )
  • Schuppen entlang der Seitenlinie 39-48
  • große Rundschuppen
  • grünlicher bis leicht ins grünlichblaue verlaufender Rücken, weißer Bauch
  • Im Fluß leicht silbrige Flanken, im See teils Golden

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