Hegeangeln Mannschaft

Hegeangeln mit der Mannschaft 2018

Ein Hegeangeln mit der Mannschaft ist nicht nur die Kunst es Einzelnen, vielmehr greifen diverse Zahnräder ineinander. Eine gute Kommunikation und Abstimmung sind Grundsätze, um sich einen Platz auf dem Treppchen zu sichern.

Solch eine Vereinsmeisterschaft hatten wir vor einiger Zeit vor der Brust. Als Teilnehmer im ersten Team galt es, die Gruppe so gut es geht zu vertreten. Wie es mir dabei erging, erfahrt ihr wie immer Nachbericht.

Hegeangeln mit der Mannschaft bedeutet gemeinsamer Erfolg

Ein Hegeangeln mit der Mannschaft ist Teamwork, nicht nur die Leistung des Einzelnen steht im Vordergrund. Vielmehr richtet sich das Hauptaugenmerk auch auf eine gute Performance aller Teilnehmer einer Gruppe.

Am 06.05.2018 hatte ich solch ein gemeinschaftliches Date. Qualifiziert hatte ich mich durch ein gutes Ergebnis im Vorfeld für die Teilnahme im Team Nummer Eins durch solide Leistungen.

Zahnräder Teamwork

Mir zur Seite standen ebenfalls sehr motivierte, gute Angler. Der Austragungsort selbst ist ein Hegegewässer, welches durch einen enormen Bestand an verbutteten Weißfischen eine besondere Pflege vonnöten hat.

Treffpunkt der Veranstaltung war nach guter deutscher Tradition um 06.00 Uhr morgens am Gewässer. Bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm, allerdings vergisst man immer die Augenringe. Mit solch recht frühen Zeiten werde ich mich nicht mehr arrangieren können, soviel ist sicher.

Rotauge Hegeangeln Mannschaft

Vom versierten Friedfischangler mit Gepäck und Kiepe bis hin zum einfachen Mitstreiter war alles vertreten. Im Vorgespräch stimmten wir uns schon mal im Kreis auf die Bedingungen und das erwartete Verhalten der Fische ab. Ein kleiner Wetterwechsel war für uns ein Vorzeichen, das wir auf Rotaugen angeln müssen.

Schönes Wetter bedeutet Plötzen Angeln

Absolute Windstille und ein blauer Himmel gefolgt von kräftiger Sonne sind gütige Vorzeichen an diesem Gewässer, um seine Strategie ganz klar auf Plötzen auszulegen. Wir steckten die Köpfe zusammen und besprachen auf, was es ankommen würde, ganz im Spirit eines Hegeangelns mit der Mannschaft.

Nachdem alle Teams eingetroffen waren, wurden die Spielregeln erläutert, danach folgte das Losen. Zuerst die Kinder, dann die Frauen, zum Schluss wir Männer. Wie immer trampelte die Meute ungeduldig, als ob diese Veranstaltung Zwang sein würde. Nachvollziehen kann ich diese Unruhe nicht, ich war aber auch noch im Halbschlaf.

Beim Losen der Mannschaften gab es aber eine angenehme Besonderheit. Wir wurden in 4 Sektoren aufgeteilt und nur der Teamkapitän musste eine einzelne Nummer ziehen. Wenn die Nummer 1 aus dem Topf kam, saß ein jeder aus unserer Mannschaft im Sektor auf A1,B1,C1 und D1. Dieser Ablauf sparte Zeit und vereinfachte die Organisation enorm.

Eng abgesteckte Plätze beim Hegeangeln mit der Mannschaft

Entsprechend der gezogenen Nummer 7 saß ich B-Sektor recht mittig, der Platz als solcher war aber keine schlechte Ausgangslage. Allerdings saßen wir für mein Gefühl doch recht nah beieinander, die Anzahl der Fische würde nur noch mehr geteilt werden.

Hegeangeln Mannschaft

Ich setzte mich der leicht abfallenden Böschung willen auch direkt ins Wasser, an einen Scheucheffekt glaubte ich nicht. Der See mitten in der Stadt ist einem ständigem Lärmpegel ausgesetzt, der Fischbestand ist an diese urbanen Verhältnisse entsprechend gewöhnt.

Nach dem Aufbau meiner zwei Stippruten in 6 Meter Länge setzte ich mein Lockfutter für das Hegeangeln mit der Mannschaft direkt frisch an. Vor einiger Zeit sendete mir HJG-Drescher ein Paket zum Testen der diversen Produkte, diese überzeugten mich dermaßen, das ein direkter Einsatz oder harten Bedingungen eine logische Konsequenz war. Das Rotaugenfutter ergänzte ich nur noch um Hanfmehl.

Lockfutter Hege

Als weiteres taktisches Element hatte ich noch liquid Bread dabei, was nichts anderes als feinst gemixtes Weißbrot bedeutet. Für ein Parkgewässer ist solch eine Trumpfkarte natürlich eine absoluter Nobrainer. Allerdings muss man der Sättigung willen enorm auf die richtige Anwendung achten. Die Fische fressen es unbedarft und in Gänze, mit Pech ziehen sie ohne weiteren Appetit davon.

Etwas frisch war der morgendliche Auftakt aber noch, während die andere Seite des Sees schon Sonne und Wärme verbuchen konnte, saßen wir noch im Schatten. Ich war mir um diesen Fakt nicht sicher, schnell kann solch eine Lage zum Nachteil werden. Jammern musste ich aber nicht, mein Platz war insofern schon gut, sodass ich nicht mal meine Matchrute auspacken musste.

Schwacher Start beim Mannschaftshegeangeln

Meine Wahl zur Montage zum Start hin fiel auf eine Pose von 1,00 Gramm an zwei Ketten. Schnell wollte ich den Köder knapp über den Gewässergrund bugsieren. Das Wasser ist zwar kaum mehr als 120 Zentimeter tief, mit Pech schweben aber knapp unter der Oberfläche kleine Ukelei. Diese werden aber nicht gewertet.

Zum Start hin fütterte ich eine moderate Menge an Futter in Form von 3 Futterbällen in der Größe einer Orange. Ein gutes Mittelmaß in meinen Augen, um auf jede Veränderung durch Wetter oder Fischverhalten zu reagieren können. Ohnehin plante ich im Nachgang mit der Schleuder eher durch konstantes Schießen von Maden und Pinkies den Futterplatz zu bespielen. Die Rotaugen reagieren extrem gut auf diese Taktik.

Die Bisse stellten sich zu meiner Zuversicht relativ schnell ein, immer wieder blickte ich aber auch nach links und rechts. Die Nebenmänner zu beobachten ist ein wichtiges Element. Nach einer Serie von 5 Weißfischen wechselte sich die Situation beim Hegeangeln mit der Mannschaft aber schlagartig. Natürlich hatte ich einen kleinen Vorsprung, eine kleine Beißflaute kündigte sich aber an. Während ich mir überlegte, was nun zu tun ist, begannen auch meine Platznachbarn langsam erste Punkte einzufahren.

Stipprute See

Nach einer halben Stunde schnipste ich dann den ersten Ball vom Liquid Bread ins Wasser, um eine kleine Kehrtwende zu erzeugen. Zwei Fehlbisse in Folge signalisierten mir aber Hoffnung, das zumindest Fische noch im Bereich sind. So richtig fressen wollte die Bande zu meinem Leidwesen aber nicht.

Durch Verschieben der Bleischrote erhoffte ich mir dann einen weiteren positiven Einfluss. Zwischenweg stiegen mir immer wieder kleinere Exemplare ein, nach groben 1,5 Stunden war die Ausbeute aber überschaubar. Mein rechter Platznachbar schien rein vom Gefühl her mit mir gleichauf zu sein. Den recht guten Start konnte ich aber nicht aufrechterhalten, was mich etwas ärgern sollte. Fehlte tatsächlich die Sonne?

Wechsel der Taktik – Jeder Fisch zählt

Nachdem ich mein ganzes Arsenal an Dips und Sprays zum Einsatz brachte und jeder Spielerei sein Momentum gab, musste ein weiterer Schritt aufgrund von recht schlechten Resultaten getätigt werden. Mir rannte ohnehin die Zeit davon. Zwischendurch erreichte mich auch noch die frohe Kunde, das im anfänglichen Bereich des B-Sektors sehr gut gefangen wurde.

Die geistige Kernschmelze sollte dann kurz darauf einsetzen. Beide Nebenmänner landeten mit dem Aufkommen der Sonne nun wieder vermehrt einzelne kleine Fische. Darunter sogar lütte Brassen. Mir kam tatsächlich der Gedanke, die Matchrute noch ins Rennen zu schicken, allerdings hielt ich diese Option für Fragwürdig. Stattdessen montierte ich mir einen leichteren Schwimmer in 0,75 Gramm, gerade noch schwer genug um die volle Distanz werfen zu können.

Ein kleinerer Haken in Größe 18 und zwei Pinkies sollten nun mit dem Aufkommen eines Fischschwarmes soviel wie Möglich abgreifen. Dazu schoss ich jetzt immer wieder im Takt kleine Fliegenlarven, um über das Geräusch und deren Bewegung Schlüsselreize zu setzen.

2 Pinkies auf 18er Haken

Nach einer Viertel Stunde begann dann das große Beißen. Zu meiner Freude konnte ich den Schwarm dauerhaft halten, was sich in vielen gefangen Fischen äußerte. Nach einem Skimmer stiegen mir etliche Rotaugen zwischen 50 Gramm bis 200 Gramm ein, selten dauerte der Kontakt nach neuem Ausbringen der Montage länger als 2 Minuten.

Dieses Fotofinish dank der Sonne und dem Hageln an eiweißhaltigen Larven hatte ich es zu verdanken, im Sektor sehr weit nach oben zu rutschen. Ich konnte nicht nur beide Nebenmänner parieren, ich konnte sie auch im Finale übertrumpfen.

​Mit dem Schlusssignal fiel dann auch die Anspannung ab, ich war deutlichst erleichtert, weil der gestellte Anspruch an mich selbst immer recht hoch ist. Die Kernfrage war aber immer noch nicht beantwortet. Würde das Gewicht insgesamt reichen?

Fazit und Analyse zum Mannschaftshegeangeln

Wenn die Kollegen von der Organisation um den See stiefeln, um die relevanten Daten aufzunehmen, baut man seinen Kram zusammen und raucht gemütlich eine Zigarette. Manchmal auch Fünf am Stück. Mit einem leichten Helikopter zwischen den Schultern nach meiner Dampferorgie verwickelte ich gekonnt meine Nebenleute wieder zum Gespräch.

Gesamtgewicht Rotaugen

Mit einem Auge schielte ich dabei immer in den Futtereimer, mit dem anderen Signalisierte ich Interesse meinem Gegenüber. Schnell zeigte sich, das der Ablauf des Angeltages für uns drei auf jenem Streckenstück sich ähnlich gestalte. Ein guter Anfang, gefolgt von einer langen Pause und einem guten Ende durch Sonne. So einfach kann das Manchmal sein.

Als dann die Waage bedrohlich Nahe kam, hieß es der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Mit 28 Rotaugen lag ich am Ende tatsächlich bei 2995 Gramm am Gesamtgewicht, was deutlich höher als meine Annahme war. Ich strahlte sofort Zufriedenheit aus. Mein mir dicht auf den Fersen gefolgter Nebenmann mit einigen kleinen Brassen hatte zwar weniger als die Hälfte, kam aber auf tatsächliche 2780 Gramm. Knapper ging es nun wirklich nicht mehr.

Abschluss Ergebnis Pokal

Das Mannschaftsergebnis beim Hegeangeln war insgesamt aber viel wichtiger und meine Gesamtplatzierung innerhalb des Sektors würde erst aufzeigen, wie wichtig meine Punkte werden würden. Vielleicht lag ich gar ganz hinten? Bis zu diesem Moment weiß man um die genauen Daten ja noch nicht.

Am Ende legte ich den dritten Platz im B-Sektor gegen das stärkste Teilnehmerfeld hin. Ein weiterer starker zweiter Platz von Ralf aus dem A-Bereich rundete die ersten beiden bekannten Ergebnisse ab. Dazu addieren durften wir einen sechsten und siebten Platz in der Endabrechnung. Der siebente Platz war leider auch dem schlechtest möglichen Los geschuldet, ein Umstand, den wir so nicht bereinigen konnten. Genau vor einer Insel im Flachwasserbereich von 30 Zentimeter im Schatten lässt sich leider schwer Stippen.

Zur Siegerehrung wurden wir dann mit einem guten dritten Platz von der Veranstaltung verabschiedet. Punktgleich mit Team 2, aber weniger Gewicht, gab es noch ein erneutes Kopf an Kopf rennen. So schön und knapp kann das Angeln manchmal sein, im Team macht es aber doppelt soviel Spaß.

Herzliche Grüße, euer 16er-Haken

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