Rotfedern fangen

Rotfedern fangen – Das Schürfen von Gold

Rotfedern fangen steht nicht im Zeitgeist der momentanen Anglerwelt, doch haben die kurzweiligen Ansitze ihren eigenen Reiz. Mit recht wenig Ausrüstung lässt sich eine Vielzahl an Exemplaren überlisten, manch Überraschung stellt sich häufig an einem Angeltag ein.

Rotfedern fangen

Effektiv lassen sie sich vorallem mit Posen und Futterwolken erbeuten, aber auch mit dem Winkelpicker können wir achtbare Erfolge erzielen. Ich nehme euch in meine Gedankenwelt mit und lege euch meine Tipps zum Fangen von Rotfedern nahe.

Rotfedern sind Fische der obersten Wasserschicht

Rotfedern gelten als oberflächennahe Fische, ein Blick auf das unterständige Maul dürfte für diese Erkenntnis genügen. Mit Sicherheit ein Alptraum für jeden Kieferchirurgen, für die Fische aber eine sehr erfolgreiche Anpassung an den Lebensraum.

Ins Wasser gefallene Insekten müssen schnell erbeutet werden, wer das passende Werkzeug zur Verfügung hat, schlägt die Konkurrenz. So gut angepasst müssen die Rotfedern auch sein, der Kampf um Nahrung ist kein Zuckerschlecken.

Nicht nur andere Fischarten streiten sich um die Ressourcen, auch Amphibien und Vögel steigen ins Rennen um lohnenswerte Beute ein.

Insekt

Die Rotfedern selbst werden ebenso zur Beute. Nicht nur für Hecht und Co., auch wir Angler haben sie gerne im Visier. Ob nun als Köderfisch oder schöner Zeitvertreib, sie sind Spaß pur an leichtem Gerät. Wer Rotfedern fangen will stellt sich auf diese Art von Fisch natürlich ein.

Posenangeln ist ideal um Rotfedern zu Fangen

Nichts ist Erfolgsversprechender als der Einsatz von Posen, wenn wir Rotfedern fangen wollen. Wir können jede Wassertiefe gezielt beangeln, vor allem aber halten wir unseren Köder dicht unter der Oberfläche. Dort sind die Chancen auf viele und große Rotfedern besondern hoch.

Schon kurz nach einem Auswurf, noch während der Absinkphase, werden unsere Maden zeitnah attackiert. Die Pose stellt sich gar nicht erst richtig auf, der Anhieb kann sofort gesetzt werden.

Die Rotfedern lassen sich durch absinkende Köder besonders gut fangen, die Engländer nennen diese Methode „On the Drop“. Bei richtiger Umsetzung dieser Technik können wir 3 Fische pro Minute landen.

Wenn du dich dafür interessierst, klick auf den Link, dort habe ich alles Wissenswerte zu dieser Methode beschrieben.

Pose und Stipprute

Ausrüstungstechnisch brauchen wir nur ganz wenig Zubehör. Stipp oder Matchruten in moderaten Längen sind vollkommen Ausreichend. Stippruten empfehlen sich, wenn schnell geangelt werden soll, während wir mit Matchruten größere Distanzen gezielt anvisieren.

Eine Packung 14er Haken, Bleischrote, Wirbel und schlanke Posen von 1 Gramm bis 3 Gramm sind schon die halbe Miete. An der Matchrute nutze ich kleine Rollen der Größe 2000 mit Schnüren zwischen 0,14 Millimeter und 0,20 Millimeter. Die Schnurdicke entscheidet sich nach den möglichen Beifängen. Zusammengefasst eignet sich folgendes Gerät:

  • leichte Matchruten bis 3,60 Meter an leichten Rollen
  • Stippruten
  • schlanke Stipp-Posen oder Waggler bis 4 Gramm
  • dünne Schnüre
  • dünndrähtige 14er-Haken

Grundangeln auf Rotfedern ist Vielversprechend, aber nicht Effektiv

Wer ein großer Freund des leichten Grundangelns ist, wird sein Glück auf Rotfedern auch mit dem Winkelpicker probieren können. Nachteilig an dieser Methode ist zweifelsohne die Präsentation des Köders, welcher am falschen Ende des Gewässers liegt. Mit der richtigen Futtertaktik gelingt es uns aber, die Fische auch zum Grund zu führen.

Typisch fürs Pickern werden feine 0,5 Unzen Spitzen verwendet, welche jeden Biss in Echtzeit anzeigen. Mit sehr leichten Montagen und Wurfgewichten von kaum mehr als 3 Gramm entgeht uns nichts. Jeder noch so feinste Zupfer kleiner Rotfedern wird bis ins Detail übertragen.

Winkelpicker am Teich

Trotzdem müssen wir einen großen Nachteil in Kauf nehmen. Rotfedern verharren nach einem Biss oft auf der Stelle, dieses Verhalten beobachtete ich oft beim Posenangeln. Am Gewässerboden erleben wir die gleiche Art und Weise, sind die Vorfächer zu lang, entgeht uns einiges. Kurze Vorfächer sind deswegen ideal, um schnell einen Anhieb folgen zu lassen.

Je nach Reaktionszeit und Beißlaune schraubt sich die Ausbeute beim Winkelpickern auf Rotfedern um gute 50% gegenüber dem Posenangeln nach unten. Es sind halt Fische der obersten Gewässerschicht. Einen Vorteil hat das Pickern aber dennoch, Beifänge von A bis Z sind oft der Fall. Am Grund halten sich generell die größten Fische aller Arten auf.

Futtertaktik und Köder um Rotfedern gezielt zu Fangen

matschiger Futterball

Wer Rotfedern fangen will, der muss auch die Wünsche des Zielfisches folgerichtig bedienen. Ich habe mir im Laufe der Jahre verschiedene Strategien entwickelt. Futterwolken sind ein großer Bestandteil meiner Taktiken, weil sie enorm effektiv sind. Rotfedern reagieren sehr gut auf solche Präsentationen.

Bei dieser Art der Angelei wird die Herangehensweise im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt. Normalerweise sollte ein Futter den Gewässerboden erreichen, jetzt bemühen wir uns um das glatte Gegenteil.

Ich vermute, das Vogelexkremente der Hauptgrund dieser Vorliebe sein dürfte. Frei nach dem Motto „alles Gute kommt von Oben„. So bildet der Kot im Wasser ebenfalls eine leichte Wolke und stellt eine Nahrungsquelle für die Rotfedern dar.

Futterwolke

Wie bekommt man das Lockfutter auf Rotfedern so wolkig? Wasser, Wasser und nochmals Wasser! Im Gegensatz zum Feedern ist das Futter so übernässt, das sich nicht einmal mehr zu einem Ball formen lässt. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn wir diesen Matsch gerade noch so Richtung Pose werfen können.

Der Futterball darf aber keine richtige Form mehr beim Drücken annehmen. Je nach Jahreszeit kann man dem Lockfutter noch Zusätze hinzugeben. Diverse aktive Saaten wie Kokos oder Haferflocken, aber auch geschrotete Leinsamen sorgen für zusätzliche Aktivität. Die klassischen Wolkenbilder für euch nochmals im Überblich:

  • Hanfmehl
  • Maismehl
  • Milch
  • Futterfarben
  • Babymilchpulver

Köderwahl um Rotfedern zu Fangen

Bei der Wahl der Köder halte ich es sehr einfach. Maden, Caster, Pinkies und Köderimitate sind für mich die erste Option. Die meisten Rotfedern konnte ich mit diesen Klassikern überlisten. Eine Made oder ein kleines Bündel Pinkies bringen viele, aber nicht besonders große Rotfedern. Mais kann an manchen Tagen ebenso ein toller Köder sein.

Made und Caster

Prinzipiell fressen Rotfedern eigentlich alles, zu große Köder sind aber nicht so beliebt. Schlimmsten Falles kriegen wir viele Fehlbisse, weil die kleinen Exemplare den Köder zwar haben wollen, ihn aber nicht bewältigen. Mit ganzen Würmern hatte ich beispielsweise selten große Erfolge, weil nur an einem Ende gezupft wird. Viele Anhiebe gehen ins Leere, der Angler bleibt oft mit Fragezeichen zurück.

Der Einsatz von Kunstködern kann eine ebenso tolle Alternative sein, wenn wir keine Lebendköder auf Vorrat haben. Ich fange nicht selten bis zu 30 Rotfedern am Stück, bevor ich eine Gummimade auswechseln muss. Besonders Rot und Gelb stehen hoch im Kurs. Ein weiterer Vorteil ist deren Sinkgeschwindigkeit. Wollen wir die Rotfedern im freien Fall fangen, sind langsame Köder extrem effektiv. Meine Topköder:

  • Maden
  • Pinkies
  • Mais
  • Kunstmaden
  • Caster

Die richtige Hakengröße ist entscheidend

Die richtige Wahl des Hakens ist ein elementarer Bestandteil, wenn wir Rotfedern fangen wollen. Zu kleine Haken sind oft nachteilig, weil sie nur all zu gerne abgeschluckt werden. Trotz sehr kleiner Fische nutze ich nur noch drünndrähtige Modelle der Größe 14, um ein schadlosen Abhaken zu gewähren. Zu kleine Haken müssen wir oft aus dem Schlund befreien, was erstens Zeit kostet, zweitens ist es wenig schonend für den Fisch.

14er Haken

Trotz der recht groß wirkenden Haken gelingt es mir dennoch, recht viele Rotfedern auf Frequenz zu fangen. An manchen Tagen können es bis 200 Exemplare in 4 Stunden sein. Es macht nicht nur Spaß, es fördert auch das taktische Gespür und die technischen Fähigkeiten eines Anglers. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Einfachheit. Einen Teich hat jeder vor Tür, die Rotfedern fehlen selten. Es müssen nicht immer große Fische sein, manchmal reicht auch das einfache Angeln komplett aus.

Herzlichst, euer 16er-Haken

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