Ich bin stolzer Vater einer Wurmfarm voller Dendrobenas und für die muss ich alte Wurmerde mit neuer regelmäßig austauschen, damit beste Bedingungen vorherrschen. Eine kurzer Plausch über eine Frischzellenkur für Würmer und ihren Wohnraum.
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Ab und an ne Frischzellenkur
Irgendwann ist eine Wurmfarm nur noch eine Box voll Scheiße. Klingt komisch, ist aber so. Deswegen frische ich die Erde jeden Monat mit heimischen Mutterboden auf, damit sich meine Dendrobenas pudelwohl fühlen. Die kleinen Stinker sind nicht allzu anspruchsvoll, trotzdem kümmere ich mich fürsorglich, damit sie kräftig, agil und prall bleiben, sich munter belieben und fortpflanzen. Neue Wurmerde, beziehungsweise das austauschen alter Erde und das Auffrischen mit frischer Erde, ist dafür nötig. Einer der besten Köder kann nur einer sein wenn er lebt wie ein König.

Anleitung: Frische Wurmerde beschaffen und austauschen
Die Erde besorge ich mir beim Spaziergang vor der Haustür. Naja fast. Von der Kleinflusswiese, die ist aber auch nur 500m entfernt. Der Bauer mäht dort lediglich, eine klassische Futterwiese, der Boden ist frei von Pestiziden oder Dünger. Alles wuchert naturbelassen. Maulwürfe türmen Hügel am Flussufer auf, ein lehmiges Substrat, davon sacke ich mir gerne mal zwei drei Liter ein. Eine ähnliche Menge an Wurmerde entnehme ich meiner Farm vorher, nur die oberste Schicht, Wurmeier und Würmer suche ich grob heraus, da kommt nicht viel zusammen, in der Oberschicht herrscht selten reger Betrieb, das Material werfe ich nach der Prozedur und auf dem Hinweg zum Flüsschen dann beim Bekannten ins Gartenbeet. Der prahlt jedes Jahr mit seinen Babyköpfen von Tomaten und weiß das garnicht, ich belasse ihm die Freude und nicke.
Die komplette Wurmerde tausche ich nie aus. Die Wurmfarm* ist ein intakter Lebensraum, ich verfahre nach dem Motto „never change a running system“. Die Umgebung wird lediglich in Schwung gehalten, das Erdreich aufgefrischt, ohne das Fundament zu entkernen. Mikroorganismen leben in einer Wurmfarm, auch Springschwänze, gemeinsam mit den Würmern, alles ist eingespielt, sie arbeiten Nahrung teils vor und tote Würmer ab. Es wäre dämlich jedesmal das Ökosystem, das eine Wurmfarm letztlich ist, vollständig niederzureißen. Kahlschlag betreibe ich nur, wenn meine Wurmfarm zu kippen droht. Das ist mir Jahre nicht mehr widerfahren, den Dreh habe ich längst raus.


In der Flusserde befinden sich alte Wurzelreste, Pflanzenteile und Mineralien, ein leckerer Eintopf für Dendrobenas, der wie eine Frischzellenkur der Wurmfarm zugute kommt. Jedes halbe Jahr schiebe ich ebenfalls spezielle Wurmerde* aus dem Fachhandel nach, dort steckt ein Rundumpaket aller essentiellen Nährstoffe drin. Fleißig gefüttert wird natürlich auch, was und wie ist jedoch nicht das heutige Thema. Steinchen siebe ich nicht aus, eine fähige Wurmfarm kommt einem echten Lebensraum nahe.

Die neue Wurmerde ist manchmal furztrocken, im Sommer mehr denn irgendwann, und ich Frage mich oft wie Maulwürfe das so machen. Die Kunst des Wurmfarmens ist ein ausgeglichenes Feuchtigkeitsmilieu zwischen der Erde, dem Futtereintrag und der Luftzirkulation herzustellen, deshalb, wenn nötig, setze ich die neue Wurmerde in einem Eimer* mit Wasser vor der Auffrischung an.

Die Wurmerde vermenge ich mit der Hand und führe Wasser nach bis ich einen erdfeuchten Grad erreiche und sie im optimalen Zustand austauschen kann.


Abschließend schichte ich die frische Wurmerde nur noch auf. Nichts weiter ist meine Angelegenheit, in wenigen Tagen vermengen die Dendrobenas alles miteinander von ganz alleine. Die Wurzeln und Pflanzenteile werden restlos gefressen.

Nach Tagen zur nächsten Fütterung entdecke ich (wie jedesmal) winzige grünliche Wurmeier und lütten Nachwuchs. Die Würmer sind in allen Schichten kreuz und quer verteilt, fressen gekochte Kartoffeln, ich esse oft Pellkartoffeln, mach gleich drei vier mehr für die Bande, alle wuseln wild umher und sind Kerngesund. Kleine Viecher hüpfen über die Erde, das sind die winzigen Springschwänze und ein gutes Zeichen für einen intakten Lebensraum. Denn genau das ist eine wohl behütete Wurmfarm. Ein eigenes Ökosystem, das immer mal wieder frische Wurmerde braucht. Und ich brauche immer mal wieder frische Würmer für meine Schleien. Eine Hand wäscht die andere.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🐟❤️🎣🍀

Wurmige Empfehlung vom 16er-Haken
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