Alle InhalteRund ums WasserAngeln im September:...

Angeln im September: Ein zweiter Frühling voller Chancen!

Der September ist ein Angelmonat den ich wegen seiner Vielseitigkeit schätze. Er ist nicht warm oder kalt, die Lichtstunden werden kürzer, das Nachtangeln beginnt deswegen frühzeitig, noch immer unter fabelhaften Bedingungen und nicht bei garstigem Frost. Alles von Aal, Döbel, Karpfen, Schleie, Zander bis Hecht beißt, es gibt nur Möglichkeiten und kaum Spielraum für Ausreden. Eine Abhandlung über das Angeln im geilen September, der es mir seit jeher angetan hat.

Inhaltsverzeichnis [Öffnen]

Angelmonate und ihre Gesichter

Ich wurde im September geboren, vielleicht ist dieser Angelmonat deshalb so sexy. Erstmal ein klares Statement vorweg (😂). Beziehungsweise auflockernde Worte zum Einstieg. Ich möchte die Angelmonate aus der anglerischen Realpraxis heraus vorstellen, echte gelebte Erfahrungen einfließen lassen und mich dabei nicht in Floskeln über Winterspeck oder sonstigen Firlefanz verrennen der zwar vermeintlich Kompetenz anbiedert, aber doch nur Platzhalter aneinandereiht, weil der Verfasser kein Angler ist, sondern für den Algorithmus Dünnpfiff verbalisiert. Hauptsache Content, hintenan Qualität, Mehrwert und Authentizität. Bei mir läuft der Hase anders. Ich bin Angler und einer, der bis zu 200 Ansitze im Jahr bei Wind und Wetter lebt. Diese Blickwinkel möchte anbieten, denn ich weiß wie das Fischwasser beim Angeln im September oder anderswann schmeckt und was mich Jahr für Jahr aufs neue erwartet.

Es ist auch der Auftakt einer offenen Serie. Ich führe sie lose fort, mit jetzt schon sich abzeichnenden Unterbrechungen, im November zieht der Chefarzt meine Nasennebenhöhlen blank, somit ist der Dezember sicherlich schon hinfällig, genauso wie die Zukunft keine Planbarkeit kennt, denn Projekte habe ich viele, Ideen noch mehr und mit der Monatsserie beginnt die Detailtiefe erst. Das gleiche werde ich wahrscheinlich mit jeder Fischart und jedem Gewässertypus (Angeln am Fluss im September, Angeln auf Schleien im April, Angeln auf Hecht im November usw.) irgendwann einfädeln. Darüber muss ich mir erstmal klar werden, wie ich mich strukturiere, welche Schwerpunkte ich setze und was ich meinem Publikum mitgeben will. An Wissen, Leidenschaft und Lust mangelt es nun wirklich nicht, nur an Zeit, denn neben der Schreiberei gehe ich genauso inbrünstig Angeln und mit der Themenvielfalt kommt eine gewisse Überforderung zustande, wenn ich mich nicht sortiere. Ich bin Angler und Autor, ein akribischer Angelautor und das kommt der Spinne die sich aus Übereifer in ihrem eigenen Netz verfängt schon gleich. Genug geklönt, bevor ich genau das tue, der September wartet nicht.

Christoph liegt bei schönstem Septemberwetter am Elbstrand

Monat der Wonne

Die goldenen Blätter fa….. ich verschwende unser beider Lebenszeit jetzt nicht mit derlei brotloser Phrasen, denn das einzige goldene was hier fällt ist Hubertus vorm Netto mit der Pulle Schnaps in den Pfoten. Der September ist auch nicht wirklich anglerischer Herbst, eher so ein Zwischending, nicht warm oder heiß, ein Pullover* reicht, die Nächte werden zwar kühler, stellenweise einstellig, ein Jäckchen dazu machts dann trotzdem, Schneemänner liegen noch in weiter Ferne. Er ist eher ausgeglichen, mal von einigen launischen Schwankungen abgesehen. Ich bemerke diesen sanften Übergang an einer unmissverständlichen Tatsache. Im August muss ich 3l Wasser am Mann haben, im September reicht mir die Hälfte beim Angeln aus. Noch bisschen Bauernkaffee in der Thermoskanne dazu und der Tag ist wunderschön.

Christoph mit Schleien aus einem Baggerloch vom Angeln im September

Weniger Licht, mehr Sauerstoff im Wasser

Oder die Nacht, denn es wird merklich schneller dunkel. Kurz nach halb Acht verschwindet die gelbe Scheibe hinterm Horizont und das Nachtangeln beginnt wieder vor der Tagesschau im September. Luft und Wasser werden ebenfalls kühler, aber eben nicht schweinekalt, sondern anglerisch und fischfreundlich. Im Juli und August kocht die Brühe, alles jappst und Ansitze können abseits der Dämmerung schwierig sein. Die Fische beißen schon noch, auch tagsüber, einige Arten wie Rotfedern, Barsche, Schleien, Aale, Welse und Giebel besser als andere, nur ist das alles graue Theorie, weil viele von uns bei 36 Grad sowieso ihre Grenzen finden. Ich zähle zu den wenigen, die sich bei Gluthitze im Hochsommer auf einen Buhnenkopf in den nassen Sand legen oder im Schatten eines Baumes am Teich umherdümpeln. Nicht jeder ist dafür gemacht, der Sommer ist für viele eine reine Dämmerungspartie und genau das verläuft sich im September wieder, alles nimmt normale Züge beim Angeln an, das Wetter, Wasser und die Bedingungen sind von Glockenschlag zu Glockenschlag für alle Altersklassen, Schichtarbeiter, Frühaufsteher oder Nachteulen prächtig.

Mond beim Nachtangeln im September über der Elbe
zerfressener Köderfisch von einer Grundel
Christoph zeigt Stolz seinen Fang vom Nachtangeln im September
Traumzander wie er im Buche steht 👀😂👍

Welche Fische beißen beim Angeln im September?

Weil man im September eben alles Rund um die Uhr fängt. Die Wassertemperaturen sinken, der Sauerstoffgehalt nimmt zu, der Wasserkörper zirkuliert, Fische fressen, sind aktiv und überall zu finden. In flachen Buchten, seichten Buhnen, tiefen Löchern oder harter Strömung. Natürliche Nahrung ist noch vorhanden, wird aber weniger. Das Kraut stirbt langsam, viele Insekten haben ihren Zyklus beendet oder beenden ihn im September. Die Brut ist merklich ausgedünnt und die eigenen Chancen steigen, weil Futtermittel und Köder, das schließt auch Kunstköder ein, sich weniger naturnahrunglicher Konkurrenz gegenübersehen. Im September kommen all diese Dinge günstig zusammen, weshalb er einer der schönsten Angelmonate ist. Man schwitzt oder friert nicht, man kann Tags oder Nachts Angeln, Nachts beginnt so früh, das ein Ansitz bis 00:00 Uhr reicht und beinahe 5 Stunden dauerte, der Schlafrhythmus deswegen nicht zu sehr leidet und irgendwas dazwischen immer beißt. Mal abgesehen von niedrigen Wasserständen aus der Sommerphase heraus, die machen einem das Leben schwer und an manchen Jahren noch schwerer. Gehört eben dazu, die Natur ist kein Minecraft.

Die Frage lautet nicht welche Fische im September beißen, die Frage lautet eher welcher Köder an welcher Stelle landen sollte. Wo die Beißfenster liegen. Wie die Futtermittel aufgestellt gehören, etwas weniger gehaltvoll als im Sommer, aber doch noch substanziell, der Frühherbst ist Fressphase und nicht Sparmodus. Prinzipiell ist alles möglich, er ist ein Allroundmonat vor dem Herrn, denn selten stehen die Sterne so günstig, sein Gesicht ist ein zweiter Frühling, nur in die andere Richtung, wettertechnisch und fängig angenehm wie nur wenige Jahresphasen. Rotfedernschwärme ziehen an der Wasseroberfläche umher, Karpfen gründeln Muschelkanten ab, Hechte kommen wieder besser zurecht, Aale mampfen sich die Depots kurz vor der großen Reise voll und Schleien drehen vor der längeren Ruhephase ein letztes Mal auf. Große Barsche und Brassen, Zander oder Giebel, welche Fische im September nicht beißen wäre wohl eher die wesentliche Frage.

Meine Routinen

Im September bin ich vogelwild unterwegs. Kein spezifischer Zielfisch. Tendenziell etwas mehr Schleie, der letzte Rausch, im Oktober mit den ersten Frösten beginnt eine Phase der Schleienstille bis in den April hinein. Ansonsten? Wonach mir ist. Gestern lag ich im Schlafsack* auf einem Buhnenkopf, fing Aale. Tage zuvor mit Hanf und Maden Alande. Monatsanfang Schleien. Hecht als Beifang auf Mais beim Wagglern auf Rotfedern. Karpfen beim Method Feedern am Baggerloch. Barsch auf Grundel an der treibenden Pose. Das IST die Identität vom September, kaum ein Angelmonat ist so homogen, denn er gibt mir die Freiheit in allen Belangen. Nur Wonne, nur Optionen, das ist er, der Monat meiner Geburt.

Herzlichst, dein 16er-Haken 🐟 ❤️ 🎣

Auch Sexy

Abonniere meinen Newsletter

Erhalte Benachrichtigungen über neue Berichte, Videos oder Aktuelles.

    Keine Werbung. Kein Spam. Einfach nur Angeln.

    Christoph Heers
    Christoph Heers
    Hallo! Mein Name ist Christoph und ich bin der Schreiberling hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich Angler, mit vielen Wassern gewaschen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Was letztlich auch dazu führte, meine Erfahrungen mit dir teilen zu wollen. Auf meinem Blog erwarten dich viele Strategien, Tipps und Tricks über das Friedfischangeln sowie Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander.

    Folge mir

    4,394FansGefällt mir
    860FollowerFolgen
    638AbonnentenAbonnieren

    Taklefetisch

    Abonniere meinen Newsletter

    Erhalte Benachrichtigungen über neue Berichte, Videos oder Aktuelles.

      Keine Werbung. Kein Spam. Einfach nur Angeln.

      Kommentieren

      Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
      Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein