Es gibt Angeltage und es gibt Angeltage. An diesem konnte ich beim Method Feedern im Flachwasser an der Elbe 9 Brassen hintereinander mit einem einzigen Wurmkopf am Quick Stop fangen. Mein Plan war eigentlich ein anderer…….
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Fangbericht Metadaten

Datum:
03.05.2025

Wetter:
Bewölkt mit leichter Briese

Außentemperatur:
15 Grad

Angelzeit:
14:00 bis 18:30

Spottiefe:
80cm

Wassertrübung:
Trüb
Eskalation beim Method Feedern im Flachwasser
Können wir mal bitte über Effizienz reden? Wurm am Quick Stop ist echt Sparsamkeit sein Vater. Aber der Reihe nach im Fangbericht. Die letzten Tage habe ich vermehrt Brassen gefangen und dachte mir, einen Spot für Aland, Döbel und Rotauge im Flachwasser aufzusuchen. Eine versandete Buhne, kaum 80cm tief, durchweg steinig und härter durchströmt. Buhnenfeld ist sportlich gesagt. Feldchen passt besser. Brassen ziehen in der Regel daran vorbei, bis auf Opas alte Handgranaten ist da nichts zu holen, schon garkein Schlamm voller Mückenlarven, für den es sich zu wühlen lohnt. Alande, Rotaugen und Döbel bleiben schon eher stehen, klauben Bachflohkrebse aus den Steinen, mittendrin stellen Rapfen flinken Ukeleis nach.

Den Ausflug verbinde ich mit meinem Method Feeder Strömungskantenmix, den ich querfeldein teste. Der ist von seiner Anlage her ein recht nahrhaftes und hellgelbes Großfischgedeck mit 3mm Pellets und aromatisiertem Couscous, wobei ihm die Aktivität für Aland, Döbel oder Rotauge abhanden geht. Diese sind keine exklusiven Grundfresser, eher Wassersäulensäue mit einem Hang zu Anflugnahrung und quirliger Beute, also Insekten und Insektenlarven. Mit geschroteten Leinsamen, Hanfmehlen oder Haferflocken lässt sich sowas übers Futter imitieren, in Futterwolken, langen Vorfächern und strömungsgefördertem Köderspiel sehe ich weitere Stilmittel, welche richtig zugeschnitten diese Fische fangen.
All das fehlt. Bewussterweise, weil ich mir das Futter in seiner Rohversion und die Wechselwirkungen erstmal anschaue. Wie die jeweiligen Fischarten darauf reagieren, was ich davon ableiten und lernen kann. Erfahrung kommt von Erleben. Also machen und nicht auf Antworten warten. Die Platzwahl im knapp hüfthohen Wasser als Selektion war da mein erster Ansatz, mich vorallem der Brassen zu entledigen und dem Rotdöbeland näher zu kommen. Fischarten haben alle ihre Nischen und es liegt am Angler diese zu verstehen und richtig zu bespielen. Die wahre Kunst. Nur ist diese so umfangreich, das zwei drei Jahrzehnte des Friedfischangelns noch immer das erste Semester sind.

Als Köder bringe ich einen Wurmkopf am Quick Stop an der Hakengröße 14 an einem 60g Method Feeder in Stellung. Der erste und letzte vom Angeltag. Wird ein Rekord, was der kleine Scheißer gleich alles hintereinander fängt.

Tacklebox für Method Feedern am Fluss vom 16er-Haken
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Ein Wurmstück knechten ins dunkle zu treiben
Der ersten Brassen beißt nach 5 Minuten. Mir war da schon klar, was mir gleich blüht und das ich meine eigentlichen Zielfische abhaken kann. Also gedanklich abhaken, nicht mit den Händen. Vor zwei Tagen ging mir eine abgelaichte Brasse stromauf ins Netz, nicht unwahrscheinlich, das sich viele Schwärme jetzt geballt ufernah aufhalten und mit der Laicherei fertig sind (oder werden). Das sind die Tage, wo plötzlich von Massenfängen berichtet wird. So einen habe ich erwischt. Der Hunger ist groß, die Scheu vergangen.

Brasse Nummer Zwei lässt nicht lange auf sich warten. Ich habe gerade ein paar Bilder für den nächsten Quick Tip gemacht. Maggi als Lockstoffspray im Bestäuber. Daher das zusammenhangslos anmutende Bild. Der Brassen wurde nicht eingenebelt. Der Method Feeder zuvor schon. Eigentlich war das mein ursprünglicher Plan für diesen Tag. Ein Maggi Fotoshooting. Für gewöhnlich lege ich mir solche Blogschwerpunkte zurecht und erledige nur eine Tagesaufgabe. Sonst wirds überfordernd und mir bleibt keine Zeit für die eigentliche Angelei, weil sich alles nur noch um die Konzeption und Illustrationen dreht.

Nächster Brassen. Alle vom selben Schlag, ein großer Schwarm zweifelsfrei, der sich voll auf meinen Method Mix im Flachwasser eingeschossen hat. Aland und Co ade.

Brasse Nummer 4 kommt direkt hinterher. Der Wurmkopf ist nach wie vor Top in Schuss.

Nächster großer Brassen. Die Fünfte. Das war der Moment, wo ich mich für einen Fangbericht entschieden habe und den Wurm am Quick Stop dokumentierte, wie lange er durchhält. Sowas plant ja keiner.

Brasse Nummer 6. Weibchen. Abgelaicht. Gut aussehend. Die Claudia Schiffer der Elbe.

Beim siebten Brassen ist dem Wurmkopf ein gewisser Abnutzungskampf anzumerken. Er entfleischt sich langsam.

Wobei mir Brasse Nummer 8 klarmacht, das noch viel Luft nach oben ist. Wurm am Quick Stop ist schon ein ziemlich geiler Method Feeder Köder, gerade jetzt im Frühjahr.

Nummer 9. Guter Fisch. Hätte mir jemand vorher gesagt, das ich beim Method Feedern im Flachwasser an der Elbe mit einem einzigen Wurmstück so abräume, ich hätte ihm einen Vogel gezeigt. Eine Schnapsdrossel.

Nächste Bestandsaufnahme vom Wurmkopf am Quick Stop. Entleibt auf den ersten Metern. Nach vorne noch genug Innenleben. Erinnert mich irgendwie an Teewurst. Diese Plastepelle. Geht wahrscheinlich nur mir so.

Zack. Wurm weg. Direkt beim nächsten Wurf. Ohne Fehlbiss. Hat sich irgendwie vom Quick Stop gelöst. Könnte auch eine Wollhandkrabbe gewesen sein. Kackt der Hund drauf. Einfach mal 9 Brassen mit einem Wurmstück hintereinander gefangen. Mit einer Direktanköderung würde das NIEMALS gelingen.

Das ist der Wurm. Also die restlichen 75% von ihm. In einer separaten Wurmdose*, damit er nicht austrocknet und ich ihn nicht zwischen den anderen Würmern suchen müsste.

Kein Aland, Döbel oder Plötz beim Method Feedern im Flachwasser
Hab den Wurm ausgesetzt, weil sein Kopf so gut gefangen hat. Gnade vor Recht. Aber! Mir kam spontan in den Sinn einen 6mm Wafter anzubieten, anstatt weiterhin Brassen aus der Strömung zu Orgeln. Wafter sind schwerelos und steigen in der Strömung selbst an kurzen Method Feeder Vorfächer auf, wackeln aufgrund der Anköderung am Bayonet zusätzlich herum. Wie Stehaufmännchen. Es geht auf und ab. Darin habe ich eine Chance auf Aland, Döbel oder XL Rotauge gesehen. Meine eigentliche Präsentation und allem dazugehörigen bedient ja eine gewisse Statik. Futter passiv. Wurmstück liegt auf. Bewegung hat der nicht wirklich. Keine Lebenköderfütterung. Plattes Angeln bringt Platten, das ist schon so. Deshalb Method Feedern im Flachwasser, damit ich Aland, Döbel und Rotauge selektieren kann, wobei mir das passive Futter nicht zuviele Kleinfische beschert. Das war so mein Gedanke. Lerneffekt: Elbbrassen laichen in kühleren Frühlingsjahren im Mai und stehen super flach.
Auf Wafter bekam ich letztlich zwei Bisse. Dazu muss ich erwähnen, das Wafter und Miniboilies bei meiner Elbangelei so gut wie keine Rolle jemals gespielt haben. Mais ist der Hauptgrund. Erster Biss war dann gleich mal ein Volleinschlag und dabei blieb es. Keine Brasse. Viel wuchtiger. Vielleicht Barbe. Es gibt sie auf meiner Strecke, allerdings wie ein Sechser im Lotto. Zweiter Biss war tatsächlich ein Aland, den ich nicht landen konnte. Hab ihn vor mir gesehen. Gedrillt wie der letzte Lutscher. Schnurspannung verloren. Schonhaken. Tschüssikowski. An sich ist mir die Erkenntnis aber wichtiger. Der Wafter hat aufgrund seines Auftriebs ein ganz anderes, nahezu einzigartiges Köderspiel erzeugt und nach 9 Brassen zwei andere Fischarten angesprochen (mindestens eine nachweislich). Das könnte der überspringende Funken sein, den Wafter für meine Elbangelei gebraucht haben. Seine Nische, als Flattermann in der Strömung. Der Reizgeber, dem Aland, Döbel und Rotauge nicht widerstehen können. Ein kleiner Wafter, der wie ein Käfer umherstrampelt. Nein. Wespe. Gott verdammt. Ich brauche gelbschwarze Miniwafter*. Sofort.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🐟 🎣 ❤️

















