Dinge geschehen. Ich hatte mir vorgenommen, beim Feedern im März mit der Brotflocke an der Elbe zum Saisoneinstand ein paar Großplötzen abzuräumen, ohne Futterkörbe kann das aber nicht klappen. Zuhause vergessen. Ein dickes Brett bei hohem Pegelstand, dementsprechend ein Fangbericht mit provisorischem Charakter.
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Fangbericht Metadaten

Datum:
12.03.2026

Wetter:
Bewölkt mit steifer Briese

Außentemperatur:
9 Grad

Angelzeit:
16:00 bis 18:00

Spottiefe:
3.40m

Wassertrübung:
Mittel
Auftakt nach Nichtmaß
Ja Scheiße. Eigentlich wollte ich auf Rotaugen, Alande und Döbel mit der Brotflocke an der Elbe Feedern. Eigentlich ist ein schönes Wort. Es drückt unter anderem aus, das etwas anders als geplant gelaufen ist. Ich habe meine Futterkörbe vergessen. Alle. Die ganze Futterkorbtasche. Drei Lotbleie blieben mir, die klimpern immer in meiner Kleinteilebox rum, aber keines davon über 20g schwer. Bei hohem Pegelstand im März mit der entsprechenden Strömungsstärke ist das……..ein wenig einschränkend.
Mein Startschuss an der Elbe beginnt traditionell immer mit Futterkorb und Brotflocke. Je nach Witterung im Februar oder März. Ich sehe mir an, wie sich die Fische im Flussverlauf bewegen und was das Wasser macht. Es ist ein Vorfühlen. Herantasten. Auskundschaften. Jedes Jahr die gleiche Sehnsucht, ein Akt voller Vorfreude nach der kargen Winterzeit. Beim Tennis wäre es der erste Ball. Und ich habe den Schläger vergessen. Sowas macht was mit einem. Das Kartenhaus bricht irgendwie in sich zusammen, weil die Erwartungshaltung und Realität mit einem Blick in die Angeltasche schlagartig auseinanderdriften. Diese Leere. Diese Enttäuschung.
Dazu kommt noch, das ich meinen ganzen Krempel wieder abbauen und umziehen musste. Meine Märzbuhne braucht mindestens 40g, da rutschen 20g Lotbleie einfach ins Packwerk oder sonstwohin. Ist mir beim Ausloten der Strömungskanten tatsächlich passiert. Wäre fast ausgerastet. Hing beim dritten Wurf fest. Bin mit der Feederrute kopfüber wie ein Blitzableiter bis zur nächsten Buhne gestapft. Schnur Schnipsen. Ruckeln. Violine spielen. Glück gehabt. Entkeilt. Manchmal nicht. Daraufhin Umzug drei Buhnenfelder stromauf, wo sich ein ausgespülter Kessel ohne nennenswerte Strömung an einer Böschung mit Baum befindet. Ein gefangener Fisch sollte mir reichen. Mission Schadensbegrenzung. Mehr als zwei Stündchen Angelzeit bis zur Dämmerung blieb mir eh nicht mehr. Ein Auftakt nach Maß dieses Jahr. Schön verkackt.

Guru Impact Bomb beim Brotflocken Feedern im März an der Elbe
Glück im Unglück. Eines meiner Lotbleie ist eine Guru Impact Bomb*. Das Dingens ist ein Hybrid aus Futterkorb und Grundblei, kann mit etwas Futter oder Pellets befüllt werden. Ich setze die Impact Bomb ab und zu beim Winkelpickern am Packwerk oder Wanderangeln am kleinen Fluss ein.

Das Futter ist für die Impact Bomb zu trocken. Für Futterkörbe dagegen genau richtig. Hab mir echt Mühe gegeben, Haferflocken fein gesiebt, die Mehle farblich an den Elbsand angepasst, geschrotete Leinsamen mit der Pinzette dosiert und von fetten Großplötzen geträumt. Träume können platzen. Ich gebe soviel Wasser ins Feederfutter, bis eine leicht klebrige Konsistenz entsteht….

…damit ich es für die Startfütterung um die Impact Bomb kneten kann. Wie bei „The Method“, dem Vorläufer des Method Feederns. Engländer rühmen sich dieser Erfindung. Ich sehe das anders. Futterspiralen selbiger Logik gab es in Osteuropa lange bevor Karpfenangler ihre Bleie mit Teig ummantelten. Vermutlich gab es Futterspiralen schon, als Boilies noch Kartoffeln hießen. Die Engländer haben das Grundprinzip nur neu verpackt und besser vermarktet, aber sicherlich nicht erfunden. Das Method Feedern, die Weiterentwicklung daraus, hingegen schon. Heutzutage ist sowieso alles nur noch Marketing und diese Hure vergisst mit Absicht seinen Schöpfer, lässt ihn im Hinterzimmer der Zeit für Umsätze verblassen. Konsum. Konsum. Konsum. Der Mensch ist die dümmste und schlauste Spezies zugleich.
Ich lege drei solcher Impact Bomb Bälle für den Futterplatzaufbau durch. Die Schnur ist eingeklippt, um haargenau den gleichen Punkt zu treffen.

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Brotflocke im Buhnenfeld
Als Köder knete ich eine daumennagelgroße Brotflocke um den Haken (#10 / 0.14mm). Ein Topköder an Flüssen, dem zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich fange damit beim Feedern im März an der Elbe jährlich große Rotaugen, Alande, Döbel und Brassen. Wie die Brotflocke angeködert wird und worauf zu achten ist erkläre ich in diesem Bericht ausführlicher.

Die Montage schlenze ich 8m vor mir in den Elbbuhnenkessel. Die Strömung bricht sich auf 10m Wurfentfernung. Dahinter bräuchte ich geschätzte 40g. In der Hauptströmung 100g bis 130g. An Buhnenfeldern kommt es auf deren Lage, Beschaffenheit, Struktur und dem Pegelstand an. Die Strömung des Flusses dreht sich am oberen Buhnenkopf ein, zirkuliert durch das Buhnenfeld und tritt am unteren Buhnenkopf wieder raus. Wo sich das Flusswasser eindreht ist der Prallhang, wo es hinausläuft der Gleithang. Bei Wasserhochstand ist die Strömung in Buhnenfeldern heftiger. Bei Niedrigwasser bleiben auch schon mal 10g Bleie an guten Stellen liegen.

Die Impact Bomb befülle ich alle 5 Minuten mit etwas Futter. Drücke es mit dem Daumen in die beidseitigen Aussparungen. Das kommt einem Futterkorb nahe, mehr aber auch nicht.

In der Zwischenzeit finde ich einen ramponierten Fußball direkt unterm Baum. Alte Tage leben auf, ich mache fix den Messi im Buhnenfeld, spiele mir die Bälle an der Böschung selber zu. Ich genieße solche Kleinigkeiten, das Kindliche. Was anderes bleibt mir heute ehrlich gesagt auch nicht übrig, denn bis hier hin hat noch kein Fisch gebissen. 😅

Von der Brotflocke zum Kugelschreiber Bread Punch
Planwechsel. In einer Stunde geht die Sonne unter. Ich baue meinen Kugelschreiber auseinander, switche auf Bread Punch um. Den Kugelschreiber brauche ich für die Fangkarte heute sowieso nicht. Es wäre das erste Mal in meinem Leben, das ich beim traditionellen Anangeln an der Elbe im März mit der Brotflocke nichts fange.

Das Weißbrot presse ich flach zusammen, damit ich kleine Pillen herausstechen kann. Es kommt jedesmal wieder in die Tüte, sonst trocknet es aus.

Die kleine Brotpille steckt im Kugelschreiberkopf. Ich puste, damit sie herausrutscht. Manchmal muss ich einen kleinen Stock nehmen. Blasen ist nicht meine Stärke. Ein schwieriger Satz. Es gibt Bread Punch Sets*, dort sind Schlitze eingekerbt, worin der Haken eingeführt werden kann. Andere Systeme haben Druckknöpfe mit Schieber.

Das Erfolgeheimnis vom Bread Punch ist die Wandlung von der Pille zur schlonzigen, nahezu schleimigen Masse. Ein Laichbatzen. So begründe ich mir die Fangigkeit. Das Volumen kann bis zur vierfachen Größe der Ausgangspille steigen.

Güster beim März Feedern mit Brotflocke an der Elbe
Wunder geschehen. Die Spitze schlägt dreimal aus. Ich nehme die Feederrute nur auf, leiere den wehrlosen Fisch ein. Es ist eine Güster. Mein erster Elbfisch 2026. Auf Schlabberbrot. Schwein gehabt. Provisorischer Planwechsel von Brotflocke auf Bread Punch war genau richtig. Ich bin mir uneins, ob es sich um Wander oder Standfisch handelt. Die Güster ist eiskalt und regungslos, fehlt nur noch ein Captain Iglo Sticker im Nacken. Das spricht für Standfisch. Wanderfische sind motivierter, etwas agiler. Ich habe aber auch schon den ersten Ukelei an der Wasseroberfläche gesehen. Der Frühling kommt, bald sind die ersten Bachflohkrebse unter den Steinen und die Aale am Ufer.
Die Zeit spielt jetzt für mich. Nur nicht heute, denn es sollte bei dieser einen Güster in zwei Stunden Angelzeit bleiben. Reicht auch. Es ist stürmisch und kalt. Wetterbericht sagte Sonne an. Die ist wohl mit den Futterkörben ebenfalls Zuhause geblieben. Was für ein selten dämlicher Tag, über den ich mittlerweile Schmunzeln kann und mir als Mahnung dient, die Ausrüstung genauer zu kontrollieren. Das Leben ist halt nicht perfekt, ich bin es nicht und mein Saisoneinstand 2026 beim Feedern im März an der Elbe mit Brotflocke war es dieses Mal auch nicht. Auf ein neues nächste Jahr.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🎣🐟













