Feedervorfächer sind ganz einfach auf Schaumstoffröllchen aufzubewahren und unkompliziert zu transportieren. Ich zeige dir, wie selbgebundene oder vorgebundene Feederhaken auf die Minispulen kommen, worin die Vorteile liegen und wie das ganze System überhaupt funktioniert. Viel Spaß beim Lesen!
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Feedervorfächer auf EVA Rollen lagern
Ich bin zu verkopft. Jetzt mal Butter bei die Fische. Mir ist ernsthaft das Kunststück gelungen, in nunmehr 7 Jahren Angelblog so gut wie nichts über meine Ausrüstungsbasics oder generell Basics zu schreiben. Das sind ganz normale Dinge, welche mir die Angelei erleichtern. Das drumherum organisieren. Dazu verhelfen, das eine Sache besser funktioniert oder der Komfort steigt. Sowas wie Futterkorbtaschen, Kleinteilespender, Rollengummis, Micro Wirbel, Quick Change Beads, Feederrutenablagen, die Ablage von Feederruten an See oder Fluss, das Anködern von Maden oder Mais, Einsteigergedönse generell und und und und…..allgemein alles, was für Anfänger oder Quereinsteiger wichtig ist. Selbstdiagnose Tunnelblick. ✅
Wie man Feedervorfächer ganz einfach auf Schaumstoffröllchen aufspulen und transportieren kann ist eine dieser Geschichten. Diese Röllchensysteme gibt es ja nun schon ein paar Jährchen und sind sowas wie Kabeltrommeln im Kleinformat für Vorfächer aller Art. Darauf wickle ich meine Feedervorfächer auf, die aufgrund der runden Wickelform keine Knickstellen erleiden und dabei jede denkbare Länge einnehmen können. Von 10cm bis 200cm meinetwegen. Die Schaumstoffrolle bleibt trotzdem so klein wie sie ist, weshalb der Transportaufwand ebenfalls alltagstauglich bleibt. Nach einem Vorfachwechsel kann ich das alte Vorfach ebenso blitzschnell wieder zurückwickeln, was mit nassen Fingern und Blisterpäckchen nicht so prickelnd wäre. Ich binde meine Feedervorfächer alle selbst und ziehe diese sofort auf EVA Rollen, das gleiche klappt natürlich jederzeit auch mit Fertigvorfächern. Wie? Das zeige ich dir jetzt.

Anleitung: Feedervorfächer auf Röllchen einziehen
Schritt 1: Zuerst ziehe ich einen Haltehaken in die Schaumstoffrolle bis zum Anschlag ein, damit später die Vorfachschnurstränge der anderen Feedervorfächer nicht unter den Schenkel rutschen können. Als Haltehaken kann ein altes Vorfach herhalten, wichtig ist nur, das sich eine Schlaufe am anderen Ende befindet. Die Schnur vom Haltehaken wickle ich um das Schaumstoffröllchen bis zu jener Schlaufe.

Schritt 2: In diese Vorfachschlaufe wird der nächste Feederhaken eingeklinkt. Das Vorfach führe ich nun wieder mit etwas Zug um die Schaumstoffrolle, bis die nächste Schlaufe erreicht ist. Ich binde immer ein Feedervorfach, ziehe es ein, knüpfe das nächste und wiederhole das Spielchen solange, bis ich die Schnauze voll habe. Läuft eigentlich immer auf 15 Vorfächer bei 5 Röllchen pro Bindesession hinaus, das über die gesamten Wintermonate für alle Hakengrößen (16 bis 8) und Hakenarten (Fluss, See, Großfisch, Kleinfisch, Winter) mit den jeweiligen Vorfachstärken (0.10mm bis 0.24mm), bis die Munitionskammer wieder gefüllt ist. Beim Aufwickeln auf das Röllchen achte ich zusätzlich darauf, das ich keine Schnur versehentlich über den Rand ziehe. Das führt zwar zu keinen Problemen im Nachgang, macht mich aber aggressiv. 😂😂😂

Schritt 3: Das letzte Feedervorfach wird mit einer Stecknadel durch dessen Schlaufe fixiert. Etwas Spannung sorgt dafür, das nichts von der Vorfachrolle im Transport rutscht. Der ganze Ablauf wird eins zu eins genauso mit vorgebundenen Haken umgesetzt, es gibt keine Unterschiede. Die Röllchen beschrifte ich mit den jeweiligen Angaben zur Vorfachstärke und Hakenart (Drahtstärke in leicht, mittel und hart). Direkt mit Kugelschreiber drauf gebatscht, da sich die Metriken bei mir kaum bis nicht ändern. Schlanker Haken bleibt schlanker Haken, egal welcher Hersteller. Schnurdurchmesser genauso. Vorfachlänge ist bei mir immer überlang und wird beim Feedern nach den Bedingungen und Bedürfnissen am Gewässer eingekürzt, darum Bedarf es keiner Nennung.
Tipp: Bei den Stecknadeln können sich manchmal die Köpfe lösen, die Stecknadeln verloren gehen oder garnicht erst im Lieferumfang enthalten sein. Hier findest du passende beziehungsweise Ersatz*.

Auf eine Schaumstoffrolle passen je nach Hakengröße und Vorfachstärke um die 20 Feedervorfächer. Die Haken liegen bei gleichlangen Vorfächern teils übereinander (vorgebundene Haken), wodurch sich die Anzahl etwas verringert. Als Selbstbinder schwanken meine Feedervorfachlängen um +- 5cm (kleine Abweichungen sind beim Feedern unerheblich, ich binde alle Vorfächer immer vom links ausgestreckten Arm bis zum rechten Brustnippel ohne Maßband, was auf ungefähre 110cm hinausläuft), darum liegen die Haken bei meinen Röllchen etwas versetzt zueinander und ich kann einige mehr einziehen. So oder so, es sind genügend.

Tipp: Jeder Hersteller hat andere Röllchenmaße. Breitere sind eindeutig geeigneter, bei schmalen müssen die Feederhaken zwingenden mit der Hakenspitze nach oben eingezogen werden, ansonsten kann sich die Vorfachschnur unter den Haken legen und das wird dann scheeeen fummelig beim Abwickeln.

Vorfachrollen Empfehlung vom 16er-Haken
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Feedervorfächer transportieren: Meine Varianten
Im flexiblen Transport sehe ich die größte Stärke vom Vorfachrollensystem. Ich nutze diverse Boxen, stecke die Röllchen in meine Futterkorbtasche, Sitzkiepenschublade oder Rucksackfront, beim Wanderangeln auch schon mal in die Hosentasche. Jenachdem, was auf meinem Tagesplan steht, wird geswitcht und wie bei Tetris hin und her geschoben. Das schöne ist, das sich Vorfachröllchen vollkommen unabhängig der herstellerseitigen Maße und deren Transportknebelsystemen überall unterbringen lassen. Das kann eine kleine EVA Köderdose mit Reißverschluss sein, die Brotdose vom Bengel, eine Rollentasche* oder oder oder. Anbei ein paar Beispiele aus der Praxis.
Ganz klassisch. Zwei große Hakenboxen, beide sind sozusagen meine Umschlagplätze, worin ich Feederhaken und Vorfachstärken von A bis Z einlagere. Das Problem ist leider, das sich die Angelindustrie genauso kernbehindert wie viele Wirtschaftszweige verhält und jeder Hersteller eigene EVA Rollen Maße pflegt, weshalb sie untereinander inkompatibel zu den Hakenboxen sind. Vorfachrolle A passt nicht in Hakenbox B und umgekehrt. Der gleiche Blödsinn wie früher mit Smartphone Ladekabeln. Ich habe mir das ganze deshalb so organisiert, das eine Hakenbox immer einen Einsatzbereich abdeckt und ich so schnell den Überblick behalte respektive nur diese mitführen müsste.

Die EVA Spulen können für die Haltenippel in den Hakenboxen unterschiedlich gelocht sein. Es gibt von rund, eckig, quadratisch bis ungelocht quasi alles und das macht die Sache wie so oft unnötig kompliziert.

Variante Nummer Zwei und meine wahrscheinlich am meisten verwendete ist der Transport der Feedervorfachrollen direkt in einer Futterkorbtasche*, wo ich verteilt auf das Haupt und Oberfach jeweils 6 Vorfachrollen unterbringe. Dadurch schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe und kann die Vorfachröllchen aller Anbieter mitführen. Oder fertiggebunde Vorfächer auf Kleinspulen ab Werk, die natürlich alle wieder ihre eigenen Kästen haben und mit nichts kompatibel sind. 😂😂😂

Variante Nummer 3 ist eine Reißverschluss EVA Köderdose*, die 16 Schaumstoffrollen mit diversen Feedervorfächern aufnimmt. Was ich brauche, stelle ich mir aus den Hakenboxen (Umschlagplätze) zusammen. Vorteilhaft bei kompakten EVA-Taschen ist, das ich sie in kleineren Seitentaschen unterbringen kann, wo längere Hakenboxen nicht hineinpassen.

Für meine Brotflockenangelei führe ich lediglich eine kleine Hakenbox mit 4 Vorfachröllchen mit. Mehr brauche ich nicht, weil ich die Brotflocke oft mit dem Wanderangeln, Erkundungstouren oder Plumsangeln auf größere Zielfische verbinde und dabei mit so wenig wie möglich Ausrüstung durch die Gegend hüpfe. Das schließt alle Stellschrauben und selbstverständlich Hakenboxen ein.

Zusätzlich habe ich immer ein Täschlein mit losen Haken von der Größe 20 bis 6, einen Hakenbinder und Vorfachmaterialen dabei. Wenn es also drauf ankommt, kann ich mich trotzdem jederzeit an die Situation beim Feederangeln anpassen. Somit bin ich breitgefächert, schleppe aber trotzdem nur ein Zehntel der Ausrüstung mit.

Ich bin kein Vorbild. Die Vorfachröllchen fliegen auch schon mal in der Rucksacktasche rum. Das ist aber eben genau der Vorteil, über den ich die ganze Zeit fabuliere. Der Transport ist losgelöst von Boxen in Boxen mit Taschen in Taschen ungezwungen vielfältig und das kommt meiner pragmatischen Ader entgegen. Ich kann mich anpassen und bin unabhängig, weshalb meine Routinen bei einem Herstellerkockout nicht in sich zusammenbrechen (siehe Browning). Oder es wie bei meiner Matrixbox geendet ist, die nicht mehr vertrieben wird, ich darum nicht einmal mehr die passenden Vorfachröllchen bekomme und damit das Ding bei Verlust oder Verschleiß jener irgendwann durch ist. Darum rate ich, sich niemals auf Hersteller zu versteifen, die ihr Tackle systematisch verschachteln. So geil wie das im Marketing wirkt, es treibt in die Abhängigkeit und die kennt nur einen Gewinner. Den Hersteller.
Herzlichst, dein 16er-Haken













