Irgendwann muss jede Schnur runter und neue auf die Federrolle rauf. Ich habe mich mit der Shimano Technium im Test beschäftigt, welche kaum Dehnung, hohe Tragkräfte und absolute Abriebfestigkeit verkörpert. Einsatzgebiet Mutter Elbe, wo ich meine Futterkörbe an der wilden Strömungskante versenke. Ein Tackletest von deinem Lieblingsblogger.
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Neue Schnur braucht das Feederland
Manchmal macht das Leben einem einen Strich durch die Rechnung. Jahrelang hielt ich die Treue nur einem einzigen Hersteller und dann verschwindet dieser plötzlich von der Landkarte. Ich war ja so ein kleiner Browning Fishing Fanboy und die wurden tatsächlich von Investoren bei einer feindlichen Übernahme gefressen. Aus die Maus, der Hirsch ist jetzt Gulasch. Weniger geschmacklich daran ist, das ich neben diversen Feederruten, Futterkörben, Futter und Kleinteilen natürlich auch deren Schnüre auf meinen Feederrollen aufgespult hatte.
Es musste also neue Schnur her. Abriebfeste und dehnungsarme Schnur zum Feedern für grundsätzlich alle möglichen Gewässer, dringlichst jedoch erstmal für Mutter Elbe, denn meine Browning Gold Mono hatte nun schon gute zwei Jahre und einige tausend Würfe auf dem Rollenbuckel. Anstelle der Shimano Technium Schnur für einen Test wollte ich mir zuerst die Daiwa Sensor Mono ankiecken und an der sind mir innerhalb von einer Stunde dann allerdings gleich mal zwei Futterkörbe durch Schnurbruch stiften gegangen…..

Ich hab nicht mal Coladosen in die Elbe geballert, das waren einfach nur 60g River Feeder von Korum*, welche die Strömungskante mit Futter besudeln sollten. Davon habe ich jetzt zwei weniger. Ich will die Daiwa Sensor an dieser Stelle aber nicht zerpflücken, denn bei 0.31mm Schnurdurchmesser und einer niedlichen 4,5kg Tragkraft geht man auch nicht an der Elbe mittelschwer Feedern. Das war mein Fehler. Die Sensor hat ganz andere Aufgabenfelder, die eher leichten Wurfgewichten zuzuordnen sind. Mit Shimanos Technium Schnur in 0.305mm und einer weitaus höheren Tragkraft (8,5kg) ist dagegen jetzt alles in Butter. 🐟🫶

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Shimano Technium Schnur Unboxing und Features
Ausgeliefert wird die Technium Schnur von Shimano im bläulich silbernem Discokarton mit einem transparenten Sichtfenster, worin sich die gut einsehbare 1100m Großspule im 0.305mm Durchmesser befindet. Es gibt auch kleinere oder größere Verkaufseinheiten, wahlweise von 150m bis 5000m. Tausende Tode musste ich sterben, weil diese Kartonage wirklich jeden einzelnen Sonnenstrahl spiegelt und die Illustration mich härter gef*ckt hat wie es das Leben jemals könnte. Das Ding sah auf 9 von 10 Bildern wie ein Discowürfel aus und kein einziger Buchstabe war zu erkennen. Meine Fresse dafür schon.

Auf der Rückseite des Zauberwürfels sind die Schnureigenschaften festgehalten. Ich sehe in solchen immer erstmal nur Richtwerte, aber ich kann dir jetzt schon versichern, das dass alles gefühlsmäßig so stimmt und die Shimano Technium Schnur im Test jene Eigenschaften widerspiegelt. Solche Herstellerangaben sind meiner Erfahrung nach auch recht zutreffend, denn alles andere wäre schön blöd und würde die Kundschaft zwangsläufig irgendwann verprellen. Was die Shimano Technium verspricht:
| Eigenschaften | Shimano Bewertung |
|---|---|
| Abriebfestigkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Geringe Dehnung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Knotenfestigkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Weichheit | ⭐⭐⭐⭐ |
| Geringer Memoryeffekt | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Shimano hat die Technium Schnur auf der Großspule mit einer Schutzkappe versehen. Plastikringe kannte ich bisher nur von spontanen Las Vegas Hochzeiten und dort halten sie in der Regel auch nur bis zur Scheidung in den nächsten zwei Wochen. Ähnlich verhält es sich mit dieser Schutzhülle, welche die Technium Schnur umgibt und ziemlich schnell im Müll landet. Gut gemeint von Shimano, aber irgendwie unsinnig, wir haben ja den schutzbeauftragten Zauberwürfelkarton drum herum. Vielleicht entgeht mir der Sinn ja.

Ausgepackt wirkt die Shimano Technium Schnur dunkelgräulich. Aufgespult kommt mir der Farbton zwar eher schwarz vor, ich bin aber eh ein sehbehinderter Spasti. Insgesamt gefällt sie mir optisch richtig gut.

Gesamte Range im Überblick
Shimano hat die Technium Schnur breit gefächert aufgestellt und deckt nahezu alle Einsatzgebiete für Friedfisch, Raubfisch und Karpfenangler ab. Aufgrund der geringen Dehnung und der hohen Abriebfestigkeit sind Grundangelmethoden besonders vorteilhaft bedient. Eben dort, wo Steine, Krebse oder Muscheln rumturnen und auch auf mittleren Distanzen noch eine gute Bissanzeige gegeben sein muss. Mit gestaffelten Durchmessern beginnend bei 0.165mm bis 0.405mm ist vom Winkelpickern, Stippfischen, Method Feedern bis Heavy Feedern alles abgedeckt, genauso wie Aal, Hecht, Zander, Quappe oder mittlere Welse ins Raster fallen.
Nachtrag 2025: Hab die Shimano Technium mittlerweile in 0.185mm auch beim Winkelpickern getestet und bin wunschlos glücklich. Sie ist im unteren Durchmesserdrittel nicht ganz so steif, hat aber noch immer diese geringe Dehnung, die ich absolut bevorzuge. Da kommt jeder noch so feine Biss durch, einfach ein geiles Schnürchen.
| Durchmesser | Tragkraft |
|---|---|
| 0.165mm | 2.6kg |
| 0.185mm | 3.2kg |
| 0.205mm | 3.8kg |
| 0.225mm | 5kg |
| 0.255mm | 6.1kg |
| 0.285mm | 7.5kg |
| 0.305mm | 8.5kg |
| 0.355mm | 11.5kg |
| 0.405mm | 14.5kg |

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Shimano Technium Schnur Test: Ersteindruck und Feeling
Aufgespult habe ich die Shimano Technium im heimischen Waschbecken mit einer witzigen Eigenkonstruktion. Darüber quatschen wir irgendwann mal. Bereits beim Aufspulen ist mir eine wonnige Steifigkeit aufgefallen, die ich sonst nur kenne, wenn ich morgens aus dem Bett falle. Einer monofilen Schnur gebe ich danach immer zwei Tage Zeit, damit sie sich dem Spulkopf anschmiegen und einspeichern kann. Dann springt garantiert nichts mehr von der Spule.

Die Schnursteifigkeit war einer meiner Kaufgründe, warum ich die Shimano Technium für einen Test ins Auge fasste. Feedermontagen aller Art, besonders Seitenarmmontagen, binde ich aus der Hauptschnur und diese verhalten sich mit einer steifen Beschaffenheit dabei immer wesentlich Verwicklungsresistenter. Der Unterschied kann gewaltig sein, gerade beim schnellen Angeln, wo viel geworfen wird, potenziert auf großen Entfernungen. Shimanos Technium Schnur fühlt sich aber nicht wie Besenborsten an und ist noch immer weich genug, um Knoten an Wirbeln passgenau und perfekt zu binden. Verwicklungen, geschweige denn Drall, erlebte ich an meinen Testtagen überhaupt nicht.

Heißer Stoff von Shimano
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Shimano Technium Schnur Test in der Praxis
Ein Schnurtest ohne Praxisbezug ist wie die Jungfrau, die über Sex quatscht. Ich bin mit der Shimano Technium im Schlepptau an die Elbe gepilgert, wofür ich die Schnur auch gekauft hatte, um entlang der Strömungskante bis einige Meter weit in den Fluss hinein mit Futterkörben bis 80g zu fischen. Das ist noch kein Heavy Feedern, welches je nach Elbabschnitt, Wasserstand und Spotwahl mit Gewichten ab 120g einhergeht. Dafür wird dann aber auch eine 0.35mm Hauptschnur mit Schlagschnur gebraucht, alles andere wäre faktischer Selbstmord.
Wurftechnisch hat mich die Shimano Technium sofort begeistert. Sie verschaffte mir bereits beim Futterplatzaufbau mit 60g bis 80g Futterkörben vertrauen und kotzte sich nicht bei jedem Wurf die Seele aus dem Leib (Daiwa Sensor Hust). Die Wurfentfernung lag bei meinen Testansitzen, insgesamt vier erfolgreiche solcher, auf 30m bis 50m. Eine zusätzliche Schnurummantelung sorgt ebenfalls dafür, das sich die Wurfeigenschaften nochmals verbessern. Einstecken und Austeilen kann sie definitiv, wie es sich mit der Abriebfestigkeit verhält, kann ich in so kurzer Zeit kaum beurteilen, ich glaube aber, das sie auch wegen dem Coating (Mantel um den Schnurkern) etwas robuster als viele herkömmliche Schnüre ist.

Die Bissanzeige, beim Feedern maßgeblich von der Dehnung bestimmt, hat einen super Gesamteindruck hinterlassen. So waren selbst feinste Zupfer von kleinsten Rotaugen an einer 3 Unzen Karbonspitze eindeutig erkennbar und ein gutes Indiz dafür, das es sich bei der Shimano Technium tatsächlich um eine dehnungsarme Schnur handelt. Rotaugen können sehr subtil beißen und wenn zuviel Zeit in der Bisswiedergabe, der eigentlichen Kraftübertragung vom Moment der Köderaufnahme bis zur Feederspitze vergeht, ist das einfach Scheiße. In dieser Benchmark war ich von der Shimano Technium im Test äußerst angetan. Ein bisschen Dehnung hat sie, das haben alle monofilen Schnüre naturgemäß, das Mischverhältnis ist aber schon Champions League. Schön stringent und trotzdem noch schmiegsam isse, die kleine sexy Strippe.

Drilltastische Feederschnur
Im Drill zeigte die Shimano Technium Schnur ebenso ihre Qualitäten und mir sind nur zwei Fische durch mein lumpenhaftes Konzentrationsvermögen kurz vorm Kescherkopf ausgestiegen. Sowas passiert halt. Die Shimano Technium, da kommt ihr durchdachtes Mischverhältnis gleich wieder vollends zur Geltung, ist wahrscheinlich eine der dehnungsärmsten Schnüre, hat aber genügend Grunddehnung, um größere Fische im Nahbereich ohne Ausschlitzer zu bändigen und druckvoll übers Packwerk zu führen.
Das hat sich nach fetten Elbbrassen bis 60cm, vielen großen Rotaugen, einige davon an die 40cm und drillintensiven Alanden, welche die Wasseroberfläche mit Saltos eins ums andere Mal durchbrachen, ziemlich schnell bewährt. Ich kann mich an der Elbe im Drill nicht feiern lassen. Boote, Schiffe, Packwerk, Steine, Sandbänke oder Buhnenzungen sind alles Störfelder, mit denen ich Leben und die ich richtig in den Drillphasen einkalkulieren muss. Mit einer Hochleistungsschnur wie der Shimano Technium klappt das freilich besser, wobei natürlich auch das gesamte Setup, Drillgefühl und die Erfahrung eines Anglers die Resultate maßgeblich beeinflussen. Serienmäßige Aussteiger gab es mit dieser Schnur jedenfalls nicht, die gibt es ab jetzt nur noch am Bahnhof.

Fazit vom Shimano Technium Schnurtest
Nach vier liebreizenden Angeltagen an der Elbe mit reichlich Fisch und der Shimano Technium Schnur auf meiner Feederrolle habe ich meine neue Hauptschnur gefunden. Das Gesamtpaket aus der geringen Dehnung, einer hohen Tragkraft und Nehmerqualitäten wie sie sonst nur Usyk kennt sind mir eine Wonne. Schnurdrall war im Test überhaupt kein Thema und selten hat mich eine Schnur wie diese so begeistert. Der Preis möge etwas über dem Durchschnitt liegen, dafür hat man aber auch Qualität in den Pfoten, die sich in der Praxis merklich auszahlt. Klare Kaufempfehlung!
Herzlichst, dein 16er-Haken

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Yep, da sprichst Du mir aus der Seele. Die Technium ist wirklich klasse. Ich hab sie in 28 und 30 auf meinen Heavy Feedern für den Rhein.
Und als 35er Invisitec auf meiner Deadbaitrute.