Wenn nichts beißt, dann beißt nichts und wenn alle Tipps und Tricks scheitern, dann scheitern sie eben. Also testete ich, wie sich eine neue Partikelmixidee im Flachwasser verhält und einige kleine Rotaugen darauf reagieren, welche sich vor meinen Füßen zwischen den Steinen außerhalb der Schlagweite fetter Rapfen tummelten. Das Rotaugengeflüster hielt ich in bewegten Bildern mit einigen Gedanken dazu fest.
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Zickige Elbe nach Temperatursturz und Pegelanstieg
Die Elbe kann ein schwieriges Angelgewässer sein und erweckt mit ihren weiten Ufern manchmal den Eindruck, das nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts ihre sensible Seite kitzelt. Ich kenne sie gut, besser als vieles, was mich ein Leben lang begleitete. Die Elbe hat eine sensible Seite und sie mag keine Temperaturstürze bei steigendem Pegel. Das bekam ich zu spüren, als ich einen Partikelmix aus Sämereien, Pellets, Mais und Hanf beim Feedern auf Rotaugen testete.
Meine Idee war eine einfache und recht vielversprechende. Viele kleine Partikel sollten sich mit Krawall aus dem Futterkorb drücken, meterweit mit der Strömung wandern und von meinem Hakenköder begleitet werden. Pinkies und tote Maden meistens. Pustekuchen. Bis auf einen Brassen, der gleich am Anfang biss und vermutlich halb verhungert an der Strömumgskante herumpennerte, passierte 7 Stunden lang quasi nichts. Hier und da biss ein kleiner Weißfisch, das wars aber auch schon. Es war zum Mäusemelken und einer dieser schwierigen Angeltage an der Elbe wie ich sie zwar kenne, dennoch weitaus schwieriger als die schwierigen Angeltage, wenn es ohnehin schon schwierig ist.

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Rotaugengeflüster mit Partikelmix im Freistil am Ufer
Wenn nichts geht, dann lerne ich laufen. Ich konnte mich als Kind schon gut selbst beschäftigen, schnitt Dinosaurier aus den Seiten des Ottokataloges meiner Oma aus. Die Phase des Archäologen, infiziert von Jurassic Park. Das ist noch immer so, nur mit dem Unterschied, das ich meine Selbstbeschäftigungstätigkeiten, ein unfassbar langes Wort, nunmehr beim Angeln auslebe. Not macht erfinderisch und ich beobachtete während der Zwangspausen permanent kleine Rotaugen vor meinen Füßen, die sich zwischen den Steinen sicher fühlten. Deren Eltern wollte ich fangen, dachte ich mir noch und warf einen kleinen Ball geformt aus Partikeln kaum mehr als 50cm vom Ufer entfernt ins Wasser. Danach war erstmal Ruhe, für die kleinen Scheisser wikte der Einschlag ungefähr so wie der Komet, der meine Dinosaurier auslöschte.
Einige Dinge offenbarten sich: Die Fische waren scheu. Das müssen Rotaugen allerdings auch sein, überall lauern Fressfeinde, wie ein Rapfen, der unweit meiner Tierdoku einen unnachahmlich Bauchklatscher hinlegte und sich vermutlich ein paar Ukelei reinpfiff. Interessanter war, das sich der Rotaugenschwarm mit den hellen Partikeln auf der kleinen Freifläche schwer tat und nicht viel Zeit damit verbrachte, die Partikel einzusammeln. Nur kurze Momente erweckten den Anschein eines Futterneids, der Überlebensinstinkt überwog jedoch. Fressen Fische auf hellem Untergrund, fällt der dunkle Rücken auf, was Kormorane und Graureiher zu schätzen wissen. Die Rauben aus der Vogelperspektive, oberhalb der Rotaugen und nehmen sich bewegende Kontraste dankbar wahr. Abgedunkeltes Futter und (oder) dunkle Partikelteppiche wären an diesem Angeltag höchstwahrscheinlich besser gewesen sein.

Traurig stimmte mich die Schwarmgröße ein, mehr als 10 Rotaugen waren es nicht. Allesamt 15cm lang, was auf eine Gruppe im Alter zwischen 3 und 4 Jahren schließen lässt. Bis auf ein Rotauge, das seine Geschwister eindeutig übertraf und um ein gutes Drittel stattlicher war. Das könnte ein zukünftiger Silberbarren werden. Einen, den ich nicht nur beim Rotaugengeflüster mit Partikeln füttern, sondern in ein paar Jahren auch fangen will.
Am Ende des Angeltages fing ich kein einziges Rotauge, weder in der harten Strömung, noch an der Strömungskante, im Buhnenfeld oder auf Spukreichweite. Pinkies versagten, tote Maden versagten, Hanfkörner versagten, Maiskörner versagten. Egal wo, egal wie, egal womit. Kleine Futterkörbe, große Futterkörbe bis hin zu gar keinen Futterkörben. Dafür mit einer Guru Impact Bomb*, die ich wie einen Futterkorb befüllte und vors Packwerk für ein paar Grundeln schlenzte. Selbst die wollten nicht so richtig. Hartes Brot, das kann sie manchmal wirklich sein, meine Mutter Elbe.
Herzlichst, dein 16er-Haken











