Fermentierter oder gekochter Hartmais zählt zu einem meiner liebsten Köder. Fängt Karpfen, Graser, Schleie, Döbel, Aland oder Brasse, hält ewig, kostet fast nichts, ist überraschend vielseitig und dabei selektiv. Wie das Anködern von Hartmais am Haken oder Haar gelingt kauen wir heute durch.
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Korn für Brasse, Schleie, Karpfen und Graser
Hartmais ballert und hat sich nunmehr fest in meine Köderroutinen etabliert. Denn neben seiner unbestrittenen Fängigkeit, die ich nicht weiter betonen muss, kann ich ihn jederzeit aus einem Futterfass fischen und beim Method Feedern, Feedern, Stippen, Festbleiangeln oder Winkelpickern anbieten. Hartmais ist vielseitig, dennoch selektiv und dabei, das ist ein weiterer Grund warum er mir so gefällt, pflegeleicht, langlebig und praktisch. Er gärt in Fässern vor sich hin, wird nicht schlecht und was ich beim Angeln nicht verbrauche werfe ich abends einfach wieder dorthin zurück, worin ich immer ein paar Kilos abrufbereit lagere. Fass auf, Hand rein, Hand stinkt, Hand waschen, Angeln fahren, Hand stinkt wieder. Mega.
Hartmais muss allerdings vorbereitet werden. Ich lasse ihn am liebsten fermentieren, währenddessen wird er süßsäuerlich und weich. Von ganz alleine. Keine Mehrarbeit. Nur etwas Zeit. In meinem Hartmaisstudium steht alles darüber niedergeschrieben, damit du in den Genuß bester Körner ohne Sackstand kommst. Kochen geht auch. Anderes Thema. Das Anködern von Hartmais vom Haken bis zum Haar besprechen wir jetzt.

Hartmais am Haken anködern
Beim Feedern, Stippen, Matchen oder Winkelpickern ziehe ich den Hartmais im Regelfall direkt auf den Haken. Ohne großes Tamtam.

Den Haken ziehe ich dafür lediglich durch den butterweichen Strunk. Dieser befindet sich an der schmalen Unterseite.

Hakenspitze rein, Hakenspitze wieder raus, fertig. Bei einem Anhieb löst sich der Haken, kann greifen und das Korn blockiert nicht. Der restliche Hartmaiskörper ist viel zu hart, und zwar so hart, das ein Haken und auch nur ein kräftiger mit Mühe durch die zähe Außenhaut gelangt, bei einem Anhieb dann aber einfach stecken bleibt und nicht im Fischmaul landet. Hakengröße 10 bis 8 ist genau richtig für ein einzelnes Korn. Hartmais ist ziemlich groß, die größten Körner kommen schon einem 14mm Boilie nahe.

Feederhaken Empfehlung vom 16er-Haken
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Hartmais am Quick Stop anködern
Meine meist verwendete Variante beim Method Feedern, Festblei oder Plumsangeln ist Hartmais am Quick Stop. Das Korn ziehe ich mit einer Ködernadel aufs Haar, dort wird es vom Quick Stop in Position gehalten. Meine Method Feeder Quick Stop Vorfächer sind so vorgebunden, das ich bei Hakengröße 10 und 8 mindestens ein großes Hartmaiskorn anködern kann und Spielraum für Kombinationen mit halben oder kleinen Körnern habe. Bei gekauften Method Feeder Quick Stop Vorfächern ist das Haar lang genug.


Den Hartmais loche ich mit der Ködernadel* vor, damit der Quick Stop schnell und vorallem unbeschadet die Prozedur übersteht. Die können verbiegen oder brechen. Das will ja keiner.

Den Quick Stop setze ich auf die Nadel, diese führe ich durch das vorbereitete Loch.

Durch den Quick Stop ist das Hartmaiskorn gesichert und kann nur bei schlechtem Karma von Kleinfischen stibitzt werden. Ich verliere Körner eigentlich nur bei Hängern oder wenn der Quick Stop doch mal irgendwie ungünstig durchs Korn rutscht, beziehungsweise dieses mysteriös aufreißt. Wollhandkrabben oder Krebse langen ebenfalls zu wo vorhanden. Ein einzelnes Korn genügt mir beim Method Feedern und vielem anderen oftmals aus. Hakengröße 10 bis 8 am Quick Stop.

Für Kombinationen halbiere ich mir den Hartmais, nehme ein kleines Korn her oder belasse es bei einem großen, binde das Haar vor Ort dann aber etwas länger. Dauert nur ein zwei Minütchen. Ein paar Beispiele anbei.
Hartmais mit halbiertem Wafter* oder Pop Up für etwas Auftrieb und mehr Farbspiel.

Hartmais mit Wurm. Zwei Klassiker treffen aufeinander, Farbe und Natürlichkeit geben sich die Klinke in die Hand. Ich hab einen Gummiwurm aufgezogen, wollte im Homeoffice jetzt keinen Wurm für die Illustration umnieten.

Hartmais mit Softpellet*, der Lockstoffe kontinuierlich absondert und die Reizwirkung verändert.

Hartmaiskette
Wenns doch mal mehr für Graskarpfen oder Karpfen sein muss kommt die gute alte Hartmaiskette zum Zug, bei der es sich um das gleiche in Blau handelt. Also Gelb. Das Haar binde ich auf drei bis vier Körner Länge. Das letzte Korn sichere mit Quick Stop, der kann nicht verloren gehen wenn irgendwas verrutscht, alternativ kann die Maiskette auch mit Push Stop , Haarumschlag (Umschlaufen) oder Grashalm dingfest gemacht werden. Schietegel, hauptsache hält. Eine Hartmaiskette biete ich an der Hakengröße 8 bis 6 an. Für Graskarpfen einer der besten Köder überhaupt. Große Döbel und Alande nehmen das Ding auch gerne Volley.


Hartmais am Bait Band anködern
Variante Nummer 3 ist der Hartmais am Bait Band, einem kleinen Gummiring im 0.5mm bis 2mm Durchmesser, woran ich beim Method Feedern ebenso Pellets, Miniboilies, Madenbündel oder Spitzmaushoden anködere. Bait Bands sind tolle Allrounder für allen möglichen Scheiß.

Vorher ritze ich mir die Unter und Oberseite vom Hartmais mit einer Schere an. Die Außenhaut ist ziemlich glatt, der rutscht sonst gerne mal durch. Beim Anködern hängt sich das Bait Band in die Einkerbungen, wodurch der Hartmais wesentlich fester im Sattel sitzt.

Mit einer Pelletzange ziehe ich den Hartmais ins Bait Band. Klappt auch ohne, geht so aber schneller. Bei nassen oder kalten Fingern umso eher.

Bait Bands bieten weniger Spielraum für Kombinationen, dafür jedoch solche, die mit anderen Varianten kaum bis nicht gelingen. Ich zieh mir schon mal ein zwei tote Maden oder aufgetaute Zuckmückenlarven mit ins Päckchen. Sowas und anderes.


Method Feeder Vorfach Empfehlung vom 16er-Haken
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Hartmaiskopf am Spieß
Variante Nummer 4 ist der Hartmaiskopf am Spieß. Ich schneide mir bei dieser Präsentation nur den Kopf herunter, der hält am besten. Das Volumen ist kleiner als gewöhnlich und einer meiner Kniffe, wenn Schleie, Brasse oder Karpfen schwierig beißen. Das kann an einem Wintertag, nach Wetterumschwüngen oder bei hohem Angeldruck sich abzeichnen. Der Spieß, auch Bayonet genannt, hat kleine Widerhaken, diese halten das Maisstück einigermaßen fest. Hartmaisköpfe sind trotzdem weniger ausdauernd, überstehen nicht jeden Kleinfischzupfer.

Den Hartmais schneide ich zuerst an der Oberseite bis zu einem Drittel seiner Länge mit einer Schere ab.

Den Spieß schiebe ich bis zum Öhr hinein. Manche Hartmaisköpfe halten schlechter als andere weil Hartmais in der Innenkonsistenz von semifest bis butterweich schwankt. Den Dreh für die richtigen Köpfe hat man schnell heraus und lernt, ob ein Spieß fest genug oder nicht sitzt. Und jetzt ran ans Wasser, Hartmais reinfeuern. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wieviel du fängst.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🐟 🎣 ❤️
























