Angeln mit tote Maden – Ein Joker auf Schlamm oder große Friedfische

In Alle Inhalte, Futterkunde by Christoph HeersKommentieren

Angeln mit toten Maden? Hört sich erstmal komisch an, ist aber eine Bombensache! Der Vorteil – tote Maden können sich weder im Schlamm verkriechen, noch einen Futterball nach dem Anpressen auseinanderwühlen. Was nicht zappelt, wirkt auch weniger interessant für den Kleinfisch und ist deshalb ein Stilmittel für das Angeln auf große Brassen, Schleien oder Karpfen!

Die tote Made kann für jede Methode verwendet werden, ganz gleich ob du nun Stippen, Feedern, Winkelpickern oder mit der Matchrute ansitzen willst. Es kommt aber auf die richtige Herstellung und Lagerung der Fliegenlarven an! Was ich über das Angeln mit den toten Maden weiß, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!




Tote Maden spielen ihre Stärken beim Angeln auf unsauberen Untergründen aus

Du kennst das auch – der Futterkorb schlägt an der Wasseroberfläche ein, sinkt danach für einige Sekunden ab und bleibt dann ganz leicht im weichen Boden stecken. Schlamm! Eigentlich kein großes Thema, schließlich suchen die Brassen oder Karpfen genau an solchen Stellen nach ihren Mückenlarven. Ein Problem gibt es aber, deine Maden werden sich nämlich in diesem Schlamm verkriechen und somit ihren Sinn am Futterplatz verfehlen. Die Lösung: Tote Maden zum Angeln mitnehmen!

Klingt doch ganz einleuchtend, oder? Ein Lebendköder kann sich beispielsweise nicht mehr unter den Steinen oder Fadenalgen verziehen, wenn das Licht ausgeknipst wurde. Viele Hafenbecken, Baggerlöcher oder Buhnenfelder entlang meiner Elbe sind oft auch nur Schlamm, Schlamm und noch mehr Schlamm! Die tote Made hält aber eine armlänge Abstand zu solchen Verstecken und wird deshalb schneller vom Fisch gefunden – vorausgesetzt, deine Präsentation haut beim Angeln hin.

tote Maden auf Schlamm
überbrühte Maden krabbeln nicht mehr und bleiben deshalb auf dem Schlamm liegen

Ebenso interessant ist die Tatsache, das sich die tote Made aufgrund der fehlenden Dynamik für das selektive Friedfischangeln eignet. Kleine Rotaugen, Rotfedern oder Güstern sind bekanntlich nahezu fixiert auf einen wuseligen Futterplatz und stibitzen die Köder schneller, bevor eine große Brasse zuschlagen kann. Die tote Made lockt aber weniger Kleinfische an und erhöht somit die Chance auf einen großen Fisch beim Angeln. Weniger fingerlange Konkurrenz, mehr gute Bisse!

Aber Achtung, das Abtöten der Maden will auch gekonnt sein. Meine liebste Variante – das Überbrühen mit heißem Wasser. Das Einfrieren der Maden funktioniert zwar nicht weniger schlecht, benötigt aber etwas Vorlaufzeit und ist darum selten für den spontanen Ansitz geeignet. Im Tiefkühlfach sterben die Larven beispielsweise erst nach 3 Tagen. Ich stelle meine toten Maden deshalb mit kochendem Wasser in wenigen Minuten vor dem Angeln her. Wie der ganze Zauber funktioniert? Unbedingt weiterlesen!

Anleitung: Tote Maden durch Überbrühen mit heißem Wasser herstellen

Bevor wir beide die toten Maden herstellen, noch ein kurzes Wort – es ist verdammt wichtig, die richtige Temperatur vom Wasser zu treffen! Grob geschätzt fängt das Eiweiß in den Maden nämlich bei 80 Grad an zu gerinnen. War das Wasser zu heiß, werden die Fliegenlarven schwimmen und in der Konsistenz sogar zäh wie Nuggets. Nicht gut, vertrau mir! Die sogenannte Fingerprobe verhindert aber dieses Problem und wird in der Anleitung beschrieben. Was du für das Herstellen der toten Maden benötigst:

  • Wasserkocher
  • alter Behälter (Topf, Schale)
  • Madensieb
  • verschließbares Gefäß

Vor dem Überbrühen müssen die Maden nur durch einen 3,5mm Sieb* von der Späne getrennt werden, dann ist die Hälfte der Arbeit auch schon erledigt. Störende Gerüche oder Verunreinigung sind nach der Wasserschlacht automatisch auf ein Minimum reduziert. Schritt für Schritt erkläre ich dir jetzt in der Anleitung, wie ich meine toten Maden vor dem Angeln herstelle. Bei Fragen bitte die Kommentarfunktion am Ende des Blogs nutzen!

Schritt für Schritt in 5 Minuten zum Topköder

Schritt 1: Die Maden zuerst bis zu einem Drittel in den Behälter geben und dann mit kaltem Wasser leicht bedecken. Das kalte Wasser dient als Puffer, um die Maden im nächsten Arbeitsschritt nicht zu verbrühen.

Gefäß mit Wasser für das Herstellen der toten Maden

Schritt 2: Das kalte Wasser und die Maden nun mit dem kochendem Wasser schubweise vermengen. Niemals den kompletten Wasserkocher entleeren, stattdessen behutsam an die richtige Temperatur (80 Grad) herantasten!

Maden werden mit kochendem Wasser überbrüht und getötet

Schritt 3: Easy Peasy und die beste Kontrollmöglichkeit – nach jedem Schluck heißem Wasser einen Finger in den Behälter stecken. Wird es dir langsam zu heiß, bist du ganz dicht an der optimalen Temperatur dran! Jetzt nur noch soviel heißes Wasser beimengen, bis die Maden nicht mehr krabbeln und sterben.

Fingerprobe für die Kontrolle der richtigen Temperatur

Schritt 3: Die toten Maden müssen nur noch von den einzelnen Schwimmern getrennt werden. Ich pflücke sie immer mit der Hand raus, du kannst dir aber auch einen kleinen Auquarienkescher besorgen. Die toten Maden abschließend über einen Sieb vom heißem Wasser trennen und dann in ein verschließbares Gefäß mit kaltem Wasser geben. Wir sind fertig!

tote Maden auf einem Sieb nach der Herstellung

Wichtiger Hinweis: Tote Maden nach der Herstellung sofort in Wasser lagern, sonst droht ein massiver Verlust der Qualität. Das Gefäß sollte auch gut verschließbar sein, dann verteilt sich die Suppe nicht in der Angeltasche*. Ich nutze alte Kaffeeweißerdosen oder Gurkengläser, so bleiben die Köder immer frisch! In diesen Behältern können die toten Maden auch über Nacht im Kühlschrank gelagert werden, wenn die Zeit für Vorbereitungen am frühen Morgen knapp ist.

Dauerhaft in Wasser lagern und so die Verwesung hinauszögern

Wir springen direkt von der Herstellung an das heimische Gewässer und jetzt folgt der nächste wichtige Hinweis im Umgang mit den toten Maden. Du musst sie auch beim Angeln dauerhaft bedeckt in Wasser aufbewahren, sonst setzt der natürliche Verwesungsprozess ein! Im direkten Kontakt mit der Luft werden die toten Maden nämlich unansehnlich schwarz (fast wie Schluffen) und verlieren somit ihre Anziehungskraft auf den Fisch.

Köderdose gefüllt mit Wasser und tote Maden
tote Maden müssen immer in Wasser beim Angeln gelagert werden

Kein großes Thema – deine toten Maden kannst du genauso wie Caster im frischen See oder Flusswasser für einige Zeit konservieren. Gefäß öffnen, Maden in die Köderdose* umfüllen, nochmals am Gewässer auswaschen, mit Wasser bedecken und fertig ist die Geschichte. Ganz gleich, ob du nun im milden Frühjahr oder hitzigen Sommer angelst, so bleiben die Köder über den ganzen Tag in höchster Qualität verfügbar.

Tote Maden gezielt im Futter beim Feedern oder Posenangeln einsetzen

Und wie unterscheidet sich das Angeln mit den toten Maden vom lebendigen Gegenpart? Keine gravierenden Veränderungen im Fahrplan! Die tote Made wird ganz normal über den Futterkorb oder Ball gefüttert. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel zwischen Untergrund, Montage und der gesamten Präsentation am Futterplatz. Bedeutet – die Körbe beispielsweise so leicht wie möglich zu wählen, kein schweres Futter zu verwenden und die Köder immer bestmöglich über dem Boden zu halten.

Für das Feedern sind dann auch Futterkörbe* aus Plastik mit breiter Auflagefläche in der Verbindung mit den toten Maden vorteilhaft. Solche Modelle können kleine Flügel an den Seiten besitzen und sacken dann noch weniger im Schlamm ein. Beim Stippen mische das Futter wiederum auf die exakte Wassertiefe an, damit sich der Ball bereits vor dem weichen Boden öffnet und die toten Maden freigibt.

tote Maden im Futter beim Angeln
tote Maden werden ganz normal über den Futterkorb oder Ball gefüttert

Apropos Futter! Wenn du viele tote Maden, Caster und geschnittene Würmer anbieten willst, dann würde ich dir empfehlen, den Mix etwas trockener anzumischen. Diese Köder sind nämlich mit sehr viel Feuchtigkeit verbunden und verkleben das Futter* zusätzlich beim Angeln. Auf Schlamm nicht so dufte!

Merke dir also – der Fisch soll deinen Futterplatz so schnell wie möglich finden und sich mit deinem Angebot beschäftigen, nur dann sind viele Bisse zu erwarten. Auf unsauberen Untergründen ist die tote Made deshalb vielen Lebendködern eine Nasenlänge voraus!

Schlamm ist dein Freund beim Angeln


Eine schlammige Stelle, sofern nicht faulig, zählt mittlerweile sogar zu meinen Lieblingspots beim Brassenangeln! Der weiche Boden ist nämlich durchsetzt mit vielen Mückenlarven und anderen Insektenkindern. Es sind die oft gesuchten und so begehrten Futterstraßen!

Solche Stellen zu finden, ist natürlich nicht so einfach, es gibt aber ganz bestimmte Vorzeichen. Manchmal klebt beispielsweise eine Mückenlarve nach dem Einholen an den Maschen der Futterkörbe. Es blubbert über dem Schlamm an der Wasseroberfläche? Hotspot, dort gründeln die Brassen oder Schleien und wühlen das Erdreich um! Viele tote Maden und geschnittene Würmer an dieser Stelle anfüttern und dann beim Angeln ordentlich abräumen.

Getötete Maden sind auch erstklassige Köder

Tote Maden sind aber nicht nur im Futter, sondern auch als Köder das ganz große Tennis beim Angeln! Ich biete meinen Fischen beispielsweise häufig ein Bündel am Bait Band beim Method Feedern im zeitigen Frühjahr an, wenn der Miniboilie oder Pellet noch ignoriert wird. An manchen Angeltagen führt halt kein Weg an den Fliegenlarven vorbei!

Dieses Problem löse ich beim Method Feedern wie folgt: Den Gummiring an der Haarmontage mit einer Pelletzange spreizen und dann die toten Maden im Zentrum platzieren. Die Zange nun lösen, jetzt zieht sich das Bait Band wieder auf den ursprünglichen Durchmesser zusammen. Hält Bombenfest! Der Vorteil gegenüber den lebenden Maden – die tote Made kann sich nicht aus dem Bait Band befreien, bleibt auch auf dem Method Feeder* liegen und wird schon bald vom fetten Karpfen oder Brassen eingesaugt!

tote Maden am Haken als Köder
tote Maden sind auch als Köder äußerst Effektiv beim Angeln

Die tote Made bietet aber auch beim Feedern, Stippen oder Winkelpickern eine unfassbar gute Performance als Hakenköder. Und sie überzeugt durch maximale Flexibilität! Etwa beim Stippen auf eine sehr breite Palette an Friedfischarten. Ich kann die tote Made beispielsweise zwei Handbreit über Grund dank Wind und Wellen sehr lebhaft anbieten. Die wippende oder wandernde Pose lässt den Haken nämlich tanzen und die Rotaugen dann flott beißen! Sobald der Brassen aber eintrifft, wird das Vorfach sehr bündig am Futterplatz abgelegt.

Der toten Made fehlt jetzt das Eigenspiel, dem Rotauge somit der Bewegungsreiz und schon landet der Köder öfter im Maul vom großen Fisch. Die gleiche Idee kann im Übrigen auch beim Feedern am Fluss umgesetzt werden, dann mit langen oder kurzen Vorfächern*. Bevor ich jetzt aber komplett abdrifte, ein abschließendes Fazit – das Angeln mit den toten Maden rockt! Ob auf Schlamm, gezielt auf große Friedfische oder als Notköder beim Method Feedern, die Ergebnisse können sich immer sehen lassen.

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

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Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich schon Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du wirst auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander vorfinden!

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