Mit der Wurmschere schneide ich mir Würmer, aber auch Mais, Nudeln oder anderes für meine Friedfischangelei zurecht. Vom groben Schnittwurm bis zum Wurmmus, wie es die Situation eben verlangt, um dem Sättigungsfaktor gerecht zu werden. Im Tackletalk erzähle ich dir etwas über die Wurmschere und meine Routinen.
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Schnippeldischnapp macht die Wurmschere
Würmer haben ein großes Problem. Zwei. Maulwürfe und Friedfische. Beide können sich an ihnen nicht satt fressen und im Falle der Friedfischangelei weiß ich das für mich auszunutzen. Am Haken und im Futter. Anzufüttern mit ganzen Würmern wäre dann aber doch etwas zuviel des guten, weshalb es eine Wurmschere gibt, mit der kleine bis große Wurmmengen zurechtgeschnitten werden. Schnippeldischnapp, ein Dendrobena ist jetzt fünf Dendrobena. Oder fünfzig Dendrobena schmackofatzig saftig lecker feinstes Wurmgulasch. Abseits dessen schneide ich mir mit der Wurmschere so ziemlich alles zurecht, wofür sich Friedfische interessieren und wovon ich mir taktische Vorteile erhoffe. Mais, Erbsen oder Nudeln beispielsweise.

Zwei bis drei lange Klingen
Im Prinzip ist eine Wurmschere einfach nur eine Schere mit zwei bis fünf Klingenpaaren. Zwei bis dreipaarige Wurmscheren gereichen mir persönlich schon aus, damit bin ich schnell und komme in kleine Gefäße zum Schneiden hinein. Mais zerkleinere ich oft direkt in der Blechdose, Würmer etwas dosierter in einem alten Thermoskannendeckel. Nudeln oder anderes in der Köderdose. Die Klinge muss dafür eine gewisse Länge haben, ab 10cm halte ich für angebracht, damit der Gefäßboden erreicht wird und es sich nicht nur um oberflächliches Stückwerk handelt. Edelstahlklingen sind langlebiger, können mit Wetzstahl* jederzeit auch wieder nachgeschärft werden. Mehr Beschreibung erscheint mir nicht sinnig. Edward mit den Scherenhänden hat Kinder. Die Wurmschere ist eines davon.

Wurmscherenempfehlung vom 16er-Haken
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Dendrobena im Thermoskannendeckel
Bisschen was möchte ich noch über meine Routinen loswerden. Würmer schneide ich mir situativ beim Angeln in einem alten Thermoskannendeckel mit meiner Wurmschere vor. Das heißt minutiös, auf das Beißverhalten und die Bedingungen angepasst. Ich bin kein Fan davon, das Futter unabhängig der Angelmethode von vornherein mit Würmern einzudecken. Ich dosiere lieber über Futterkörbe* oder Futterbälle, allenfalls geht eine gute Handvoll an Sommertagen bei der Startfütterung an den Futterplatz. Das ist ein und mein Königsweg, denn so droht keine Überfütterung, geschnittene Würmer sind ein relativ wuchtiges Futtermittel, und ich kann jederzeit Nachlegen, falls das Fischaufkommen danach verlangt. Liegen zuviele geschnittene Würmer am Futterplatz und dieser wird nicht angenommen, wars das. Satt und gut Geld verzockt. Bla bla bla Komposthaufen. Es gibt mehr Menschen als Gärten in Deutschland, das zur Einordnung. ✅
Im Regelfall reichen 200g Schnittwurm für die Alltagsangelei aus, wenns ans Eingemachte gehen soll. Auf Wettkämpfen bin ich auch schon mal 1.5kg verschnittener Würmer in 5 Stunden an der Elbe (riesige Brassenschwärme) gelandet, dort versucht man die Fische unter anderem zu binden und garnicht erst zur nächsten Buhne schwimmen zu lassen. Der Dendrobena ist mein liebster Schnittwurm. Dieser ist preiswert, ausdauernd, wärmeunempfindlich und fleischig, gar sortiert in den Größen S bis XL bei Fachhändlern erhältlich. Ich bestelle mir Sackware (1kg), lasse diesen ohne Magengrummeln ein paar Tage bis zur Veranstaltung in einer kellerkühlen Ecke stehen oder lagere ihn für die Saison in einen meiner Wurmeimer um. Das geht dann mit einer gewissen Pflege und Zufütterung einher. Kann ich mit Leben, meine Angelei ist mehr als nur ein Lückenfüller. Anbei drei Schnittmuster, wie ich mir meine Würmer bei welchem Szenario zurechtschneide.
Wurmmus
An schwierigen Angeltagen oder während der Kaltwasserphasen empfiehlt sich der Wurmmus. Dafür schneide ich mir die Würmer so klein, bis nur noch winzige Stücke in meinem Thermoskannendeckel liegen. Die Konsistenz geht fast in Richtung dicke Erbsensuppe. Dauert etwas. Den Mus biete ich direkt über Futterkörbe oder Futterbälle an. Die Wurmsaftglocke ist ein extrem naturnaher und intensiver Lockstoff, die kleinen Stücken halten die Fische am Platz. Wurmmus ist das ganze Jahr über und für alle Fischgrößen einsetzbar. Generelles Stilmittel für Rotaugen, Güstern oder Skimmer (Brassen bis 1kg). Kombiniert mit Castern eines der besten Futtermittel überhaupt.
Mittelgrober Schnittwurm
Mein Standard für Brassen, Schleien, Karpfen, Giebel und große Rotaugen. Die Würmer werden mit ein paar Wurmscherenhieben zerlegt, aus einem vier bis sechs Stücke gemacht. Für die jeweiligen Zielfische kommt greifbares auf dem Futterplatz zustande, sie suchen, wühlen und schlürfen, bishin zum Futterneid, wodurch die Bisse eskalieren. Manchmal leider auch die Schnurschwimmer, weil so hektisch gefressen wird. Der mittelgrobe Schnittwurm kommt von Mai bis September zum Zug, davor oder danach ist mir das Wasser oftmals zu kalt für derlei Schlachtplatte. Hier und da schneide ich dann zwei drei Würmer gröber, setze diese dem Wurmmus zu.

Grober Schnittwurm
An großen Flüssen ist es oft besser die Würmer nur grob zu schneiden. Dadurch bleiben sie am Futterplatz eher liegen, verdriften nicht so weitläufig. An der Elbe setze ich meist nur zu wenigen Schnitten im Thermoskannendeckel an, gerade so, das zwei bis drei Stücken entstehen. In der Tendenz, ich zähle das nicht aus, man entwickelt im Zusammenspiel mit seiner Wurmschere ein gewisses Gefühl dafür. Für Brassen, Alande und Barben an großen Flüssen das Mittel der Wahl. Grober Wurmschnitt macht ebenfalls große Schleien glücklich, obgleich die Menge nicht allzu groß sein darf, denn Schleienschwärme sind es für gewöhnlich auch nicht.

Mais oder Nudeln mit Wurmschere schneiden
Neben Würmern lassen sich auch Köder wie Mais, Erbsen oder Nudeln mit der Wurmschere schneiden. Das Prinzip ist dem oben genannten und dem generellen Grundgedanken ähnlich. Nicht überfüttern, die Präsentation verfeinern oder Synergien bilden. Geschnittener Mais ist weniger sättigend, ein ganzes Korn am Haken hingegen fällt im gelblichen Bett feiner Maisschnipsel schneller auf. Das kann zu mehr Bissen führen, einfach weil Fische gierige Wesen sind und das Volumenverhältnis die Aufmerksamkeit erhöht. Geschnittener Mais ist ohnehin ein mega Stilmittel, das mir zu Stiefmütterlich von vielen Friedfischanglern behandelt wird. Ich setze ihn oft beim Method Feedern ein, wie bei meiner Brassenschlacht im Juni oder beim Wanderangeln im April.
Das gleiche gilt für Instandnudeln oder Nudeln generell, deren Sättigungsfaktor mir zu risikoreich wäre, wenn ich sie nicht mit der Wurmschere zerkleinere. Ich verwende oft Ramen, dieser Fertigfraß in kleinen quadratischen Päckchen. Sind in fünf Minuten mit kochendem Wasser zubereitet, haben schon ein Flavour inbegriffen (Garnele 🔥) und sind mit der Wurmschere schnell geschnitten. Erstklassiges Futtermittel, gerne in Kombination mit Würmern. Siehe mein Septemberausflug. Spaghettis vom Vortag eignen sich natürlich genauso. Ist letztlich alles gekochter Teig. Fängt dementsprechend gut.

Wurmzeugs Empfehlung vom 16er-Haken
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Fazit zur Wurmschere
Bei meiner Friedfischangelei hat sich die Wurmschere etabliert und ich will sie nicht mehr missen. Würmer lassen sich wohldosiert schneiden, ich behalte die Kontrolle und kann mich in der Fütterung an den Fisch und seine Bedürfnisse herantasten. Es geht sich dabei weder kompliziert zu, noch bedarf es größerem Aufwand. Einige Würmer in einen alten Thermoskannendeckel geben, eine Runde schnippeln und fertig. Gleiches gilt für Mais oder Nudeln. Die Schere liegt bei mir im Rucksack*, nimmt noch nicht mal Platz weg und gliedert sich in eine kleine Reihe von friedfischanglerischem Rüstzeug ein, das zwar nicht immer gebraucht wird, aber wenn es mal gebraucht wird, einem das Leben erleichtert und die Fänge maßgeblich verbessert. Die Wurmschere ist genau das. Ein Bessermacher.
Schnippeldischnapp, dein 16er-Haken 🐟🎣🧡













