Angeln im Herbst

Angeln im Herbst mit Disconudeln im Futter auf dicke Brassen

In Alle Inhalte, Feedern, Futterkunde by Christoph HeersKommentieren

Es wird verdammt bunt beim Angeln im Herbst, mein werter Freund des feuchtfröhlichen Friedfischens! Der nächster Husarenstreich im goldigen Oktober – ich wollte die Brasse mit der gefärbten Nudeln im Futter an der Elbe fangen. Dieser farbenfrohe Schabernack ist auch eine Fortsetzung meines Septemberberichtes und spielt sogar noch eine weitere Trumpfkarte beim Herbstangeln aus.

Das Färbemittel, ein sehr raffinierter Lockstoff, überträgt nämlich obendrein noch ein kleines Festival der Aromen. Die Instantnudel präsentiert sich also nicht nur im elegant Kleidchen, sondern auch mit einem Hauch von Mückenlarve oder Krabbe. Einfach Sensationell! Wie die Nudeln gefärbt werden und was ich beim Angeln im Herbst erleben durfte, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Mission beim Angeln im Herbst: Die natürliche Fischnahrung imitieren

Bevor wir beide in die farbenfrohen Welt der gefärbten Nudeln abtauchen, will ich dich noch ganz schnell in die Vergangenheit entführen. Im September wurde diese Idee nämlich bereits geboren und bei einem Ansitz an der Elbe recht erfolgreich umgesetzt. Die Instantnudel, nur mit heißem Wasser überbrüht und dann mit dem enthaltenen Garnelenaroma verfeinert, konnte die Flussfische beim Angeln im Herbst direkt überzeugen. Das Ergebnis war aber nicht ganz nach meinem Geschmack!

Viele kleine Rotaugen, einige handlange Alande und eine Grundel wanderten nach zirka 3 Stunden über den Kescher*. Etwas ernüchternd – keine Brassen! Ich hatte auch das Gefühl dank eines enormen Schiffsverkehrs und einer falschen Platzwahl, nicht das Optimum aus meiner Strategie herausgeholt zu haben. Zwei Wochen später, der nasskalte Herbst hat die Landschaft nun vollständig erobert, verschlug es mich auch schon wieder zum Angeln an die Elbe. Jetzt mit den gefärbten, sowie aromatisierten Nudeln im Gepäck und einer Kampfansage an die großen Flussbrassen!

Angler an der Elbe im Oktober
rot und pink gefärbte Nudeln im Aroma der Mückenlarve und Monstercrab soll die Brassen im Herbst verführen

Der diabolische Plan – die natürlichste Fischnahrung im Fluss so gut wie möglich über die Nudeln imitieren. Eine Mückenlarvenorgie oder ein Krabbensalat an der Strömungskante? Das riecht doch glatt nach einem Brassenbingo beim Angeln im Herbst! Und wie es der Zufall so wollte, der richtige Lockstoff lag für diese Mission schon in der Schublade bereit. Das Lava, ein sehr aromatischer und dezenter Wolkenbilder, der sich auch vorzüglich zum Färben der Nudeln einsetzen lässt.

Nudeln mit Lava von Sonubaits in Sekunden färben

Das Mittel meiner Wahl für ein farbenfrohes Nudelfest hört auf den Namen „Lava“ und wird vom englischen Hersteller Sonubaits vertrieben. Dieser zähflüssige Lockstoff kommt im 50ml Spender in einer unfassbaren Bandbreite an Aromen daher! Klassiker wie Krill, Bloodworm oder Monstercrab, aber auch Exoten wie Spicy Sausage oder Luncheon Meat betören die Nase von Angler und Fisch.

Sensationell und viel wichtiger für meinen kleinen Angeltest im Herbst – das Lava überträgt seine Farbe auf die Instantnudeln! Nach der Zubereitung saugt sich der Teig nämlich wie ein Schwamm mit dem Lava voll. In nur wenigen Sekunden! Das Monstercrab präsentierte sich beispielsweise im dezenten Rot, das Bloodworm wiederum im intensiven, wirklich krassen Pink. Es strahlte bis weit über die Grenzen meiner Köderdose* hinaus. Sozusagen der Tschernobyl Reaktor unter den gefärbten Instantnudeln!

Gefärbte Nudeln mit Lava von Sonubaits
das Lava färbt die Nudeln in Sekundenschnelle ein

Das Färben ist kinderleicht: Die Instantnudeln einfach in ein geeignetes Gefäß geben und dann mit kochendem Wasser überbrühen. Die Nudeln ungefähr 10 Minuten ziehen lassen, danach über einen Sieb* vom Wasser trennen und noch heiß in die Köderdose umfüllen.

Das Lava jetzt großzügig in die Köderdose tröpfeln und mit den Fingern verrühren. Der Lebensgefährtin sogleich erklären, das keine Jungfrau im Ehebett gelegen hat. Nach einigen Sekunden hat der Teig das Lava dann auch schon vollständig absorbiert. Aus die Maus, fertig ist der Brassenschmaus für ein freudiges Angelfest im Herbst!

Unterwasserbild von gefärbten Nudeln auf dem Futterplatz
der Eyecatcher im trüben und tristen Herbst – ein farbenfroher Futterplatz beim Angeln

Das farbenfrohe Unterwasserbild sollte auch für sich sprechen, oder? Die Disconudel verleiht dem Futterplatz einen unfassbar exklusiven Anstrich und kann der Eyecatcher im tristen Herbst sein! Getestet und mit dem Gütesiegel ausgezeichnet – die Farbe hält gefühlte Ewigkeiten. Das Lava löste sich von den Nudeln nach über 12 Stunden im Wasserglas nur marginal.

Das Aroma kann sich aber je nach Lava-Sorte recht stark in der Intensität unterschieden. Das für diesen Bericht verwendet pinke Bloodworm hinterlässt beispielswiese im Zusammenspiel mit den Nudeln einen eher dezenten Eindruck im Nasenflügel. Richtig Dominant im Riechapparat und mein zweiter Kandidat für das Angeln im Herbst: das rote Monstercrab! Weitere Färbungsversuche, aber nicht am Gewässer getestet, folgten auch mit Krill, Garlic, F1 und Berry Burst. Allesamt geniale Aromen!

Matchplan im Vergleich zum Septemberbericht

Der nächste Test, nun mit reichlichen neuen Erkenntnissen im Kopf und den gefärbten Nudeln in der Angeltasche*, sollte an der gleichen Elbbuhne stattfinden. Der Pegelstand lag an diesem launischen Herbsttag bei superben 2.30 Meter. Fast wie im September, wo ich noch ein Wechselbad der Gefühle erleben durfte! Die Strategie, ich wollte nun so einige Fehlentscheidungen revidieren, wurde komplett auf den Brassen umgestellt. Im Frühherbst war ich ja noch überzeugt davon, die große Fische im ruhigen Flusswasser zu fangen. Tja – klassisch verzockt!

Der neue Matchplan war deshalb auf einen Futterplatz direkt an der Strömungskante ausgelegt. Das Futter, jetzt schwer, bindig und süßsalzig, sollte die gefärbten Nudeln ebenfalls auf der Bahn festnageln. Die Instantnudel scheint mir sehr umtriebig zu sein und weckt deshalb schnell die Neugierde der kleinen Rotaugen und Alande. Weniger Aktivität fängt bekanntlich den großen Fisch, so einfach ist die Geschichte! Das Salz ist beim Angeln im Herbst wiederum wichtig, weil die Wassertemperaturen drastisch fallen. An diesem Tag bereits um gute 10 Grad im Vergleich zum September!

Bait Up Feeder und Angelfutter für den Herbst
die Strömungskante wurde dauerhaft mit dem Bait Up Feeder bearbeitet

Der größte Unterschied zum ersten Test: Der Futterplatz wird ausschließlich mit einem Bait-Up Feeder* bearbeitet! Dieser übergroße Futterkorb transportiert enorm viele Nudeln, er heizt der Bahn dementsprechend ein. Kein großes Federlesen beim Angeln im Herbst, ich wollte die fetten Elbbrassen fangen! Diese Flaggschiffe, oft in Flotten von bis zu 50 Tieren organsierten und nicht selten über 2 Kilogramm, saugen den Futterplatz binnen Minuten leer. Frei nach Markus Rühl – viel hilft viel!

Als Köder, die Nudeln sind zu weich für den Haken, soll die Made, hauptsächlich aber der Dendrobena die Fische verführen. Im Herbst würde ich das Haus sowieso nicht ohne meine Würmer verlassen, wenn ein Angeltag an der Elbe geplant ist! Der obligatorische Gerätehinweis: Eine 3.60m lange Feederrute, das Wurfgewicht beträgt 100g, wird mich an der Strömungskante begleiten. Die 4000er Rolle, bespult mit einer 0.25mm monofilen Schnur, vollendete das Setup. Du hast Fragen zum Tackle? Dann nutze die Kommentarfunktion, ich stehe dir mit Rat und Tat zur Seite!

Voller Erfolg dank dicker Brassen beim Angeln im Herbst

Achtung, eine kleine Premiere – die Ausrüstung war aufgebaut, die obligatorischen 100 Bilder bereits im Kasten, da wurde das erste (echte) Selfie überhaupt auf Facebook hochgeladen. Direkt beim Angeln, quasi eine Liveschalte im tristen Herbst. Was für ein Fehler! Der Druck, ein ordentliches Ergebnis durchlegen zu müssen, stieg aufgrund der Nachfragen natürlich dramatisch an. „Du lieferst jetzt oder du bist geliefert“ dachte ich mir noch, weil ein Test ohne Happy End nicht vermittelbar ist. Nachvollziehbar!

Drei Gebete später, ich bin nicht Matze Koch, glaube aber an Petrus, durfte die Feederrute auch schon wie ein Maschinengewehr rattern. Der Bait Up Feeder durchbrach die Wasseroberfläche um ein gutes Dutzend, bis die Strömungskante mit den roten und pinken Nudeln gepflastert war. Im Herbst knallt sich die Brasse an den großen Flüssen den Bauch nochmal ordentlich voll – also nicht zu zögerlich beim Angeln sein!

Nach der Startfütterung durfte ein Dendrobena am 12er Haken* schließlich den Dienst antreten. Die Festspiele waren eröffnet. Und ich verdammt nervös! Keine 10 Minuten später, ich legte drei weitere Futterkörbe nach, zeigte sich der erste Schnurschwimmer. Da geht was. Bäm! Volleinschlag! Ein guter Brassen, sicherlich um die 3 Pfund schwer, schnappte sich den Wurm. Mir fiel ein Stein vom Herzen…..

Elbangler mit Hedrbstbrassen im Kescher
der erste Brassen biss nach nur 10 Minuten und ließ sich die gefärbten Nudeln scheinbar schmecken

Ich klopfte drei mal auf Holz (der Raubfischangler also auf seinen Kopf) und war sehr gespannt, wie sich die gefärbten Nudeln weiterhin schlagen. Ohne auch nur einen einzigen Lebendköder im Futter ist das Risiko beim Angeln im Herbst einfach groß, die Brassen zu verlieren. Die Fische wollen Eiweiße, ein Mangelstoff in der kalten Jahreszeit, weil viele Wasserinsekten an Land überwintern.

Daher auch mein Grundgedanke, die Nudel wie eine Mückenlarve zu präsentieren. Etwas sabotiert vom pinken Bloodworm. Warum nicht rot, liebes Sonubaits? Seis drum, keine drei Würfe später, es lief wie ein Heimspiel, wurde die nächste richtig gute Brasse gefangen. Das makellose Schuppenkleid, dieser Stiernacken, ich hätte mich Nackt ausziehen und auf der Buhne tanzen können! Wäre da nicht dieser fiese Wolkenbruch, gefolgt von einem Einbruch des Futterplatzes gewesen….

gefangene Brasse beim Angeln im Herbst
ein toller Fang im Herbst: ein wuchtiger und makelloser Brassen aus der wunderschönen Elbe

Die nächste Stunde, gut geschützt dank imprägnierter Regenjacke* und Überwurfhose*, wurde im Regen verbracht. Typisch Herbst! Der einzige Wehrmutstropfen – die Fische hatten den Futterplatz tatsächlich verlassen. Das Lava, ein kleiner Trick, kann aber auch direkt am Futterkorb aufgetragen werden, wenn ein neuer Reiz die Beißflaute beenden soll. In der Hoffnung der Elbe noch ein paar Fische zu entlocken schnappte ich mir also das Garlic (Knoblauch). Es funktionierte! Ich konnte noch 3 Brassen und einige Barsche, der Wurm schmeckt einfach zu gut, beim Angeln im Herbst fangen. Mission erfüllt!

Abschließendes Fazit vom Herbstansitz

Das abschließende Fazit des herbstlichen Angeltests fällt sehr positiv aus – der Strategiewechsel hatte sich gelohnt! Die in Bloodworm oder Monstercrab gefärbte Nudel wurde von den Brassen definitiv gefressen. Im Vergleich zum September zeigte sich auch, das ein wesentlich aggressiveres Angeln die besseren Fische über den Kescherkopf* zaubern kann. Vorausgesetzt, das Futter und die Präsentation passen zu der gewählten Taktik!

Die gefärbte Nudel, ich bin mir nun ziemlich sicher, kann den alteingesessen Lebendködern aber nicht das Wasser reichen. Caster, tote Maden und geschnittene Würmer sind beim Friedfischangeln einfach zu stark. Der Fisch will im Herbst Eiweiße, gerade im kalten Oktober. Allerdings – das Fanggewicht lag bei grob geschätzten 8 Kilogramm, das Ergebnis kann sich also trotzdem sehen lassen! Ein alternatives Futtermittel muss ohnehin keine Sterne vom Himmel angeln, wenn der spontane Ansitz auf der Tagesordnung steht. Und genau dann bringt die gefärbte Nudel ihre PS auf die Straße!

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

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Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich schon Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du wirst auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander vorfinden!

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