Angeln mit Hanfmehl

Hanfmehl im Futter – Eine Zutat mit vielen Gesichtern beim Angeln

Alle Inhalte Futterkunde4 Kommentare

Wenn der Mixer zu den Klängen von Bob Marley rattert, dann ist meine Mission eindeutig – das Hanfmehl wird mich bald zum Angeln begleiten! Ganz gleich, ob der Zielfisch nun das Rotauge, die Brasse oder der Karpfen ist. Der gemahlene Hanf verzaubert nämlich jedes Fischmaul und Rezept auf so unfassbar viele Arten und Weisen.

Warum das Hanfmehl so wertvoll im Angelfutter ist – es kann enorme Wolken schlagen, unheimlich aktiv arbeiten, nussig herb riechen und sogar die Verdauung anregen! Die jeweiligen Eigenschaften beeinflusst ein Angler über das Mahlen, Mixen, Sieben oder Rösten. Was ich dir über das Hanfmehl im Futter erzählen kann, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!




Futter mit Hanfmehl veredeln – Aroma und Aktivität gezielt beim Angeln ausspielen

„I shot the sheriff, but i did not shoot the deputy“ dröhnt es aus den Lautsprechern meines Radios in der Küche, während mein Mixer zu den Klängen der Musik rattert. Schwungvoll zerlegen die Klingen 300 Gramm Hanf, ein Ansitz auf das Rotauge ist für die Abendstunden geplant! Der gemahlene Hanf ist aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften auch eine erstklassige Zutat für jedes Futter.

Das Hanfmehl bereichert meine Rezepte beispielsweise wegen des würzigen Aromas, des herben Geschmacks und dem hohen Anteil an Eiweißen. Wer diese Merkmale mit einer geringen Bindung und der starken Aktivität kombiniert, der wird schnell ein wirkungsvolles Futtermehl für seine Weißfische entdecken!

mit Hanfmehl gefangenes Rotauge
Rotaugen verfallen dem Hanfmehl förmlichst beim Angeln

Hast du gewusst, das dass Hanfmehl auch eine größere Menge an Schleimstoffen enthält und somit eine verdauungsfördernde Stimulation auf den Fisch ausübt? Diese Gruppe der Substanzen steigert nämlich die Aktivitäten von Magen und Darm wie ein natürliches Abführmittel. Der gequollene Weizen besitzt eine recht ähnliche Wirkung und ist deshalb ein recht beliebter Partikel im Spod Mix* für den Karpfenangler. Simpel formuliert: “Wer viel Scheissen muss, der frisst auch viel”!

Der gemahlene Hanf entwickelt aber in Abhängigkeit zu seinem Herstellungsverfahren ganz unterschiedliche Eigenschaften im Futter. Das feine Hanfmehl ist beispielsweise ruhiger im Verhalten und deswegen eine klasse Zutat für das selektive Angeln auf Brassen, Schleien, Barben oder Karpfen. Ein grobes oder geröstetes Hanfmehl ist wiederum viel aktiver und somit eine gute Wahl im Grundfutter, wenn das Rotauge, die Rotfeder oder Güster dein Zielfisch ist.

Eigenschaften vom gemahlenen Hanf im Futter

Das Hanfmehl zählt zu den ergänzenden Zutaten im Angelfutter*, weil es eine Basis um seine vielfältigen Eigenschaften erweitern kann. Der gemahlene Hanf wird beispielsweise fein, grob, geröstet und sogar patschnass in meinen Rezepten verarbeitet. Es besitzt eine herbe Note, sowie ein würziges Aroma und keinerlei Bindung. Diese Eigenschaften sind kennzeichnend für das feine, grobe geröstete oder nasse Hanfmehl im Lockfutter:

  • Förderung der Verdauung
  • Steigerung der Aktivität
  • Wolkenbildung
  • herbes Aroma
  • würziger Geschmack
  • beschleunigte Futterlösung
  • kaum Sättigung
  • gräulicher Farbton
  • keine Bindung

Der gemahlene Hanf verändert seine Eigenschaften aber über das Herstellungsverfahren, sowie die mögliche Weiterverarbeitung. Das geröstete Hanfmehl ist beispielsweise wesentlich aktiver wie das grobe Hanfmehl und deshalb eine ideale Zutat für das Rotaugenfutter. Der gequetschte Hanf schlägt wiederum mächtige Wolken beim Angeln, wenn mit einer gleichgroßen Wassermenge angemischt. Ein echter Knaller für Rotfedern! Ganz fein gesiebt ist das grobe Hanfmehl dagegen kaum aktiv und dann eine tolle Zutat für das selektive Friedfischangeln.

Hanfmehl Empfehlung vom 16er-Haken

Anregend
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Dosierung von Hanfmehl im Angelfutter

Ich setze das Hanfmehl bis zu 40% pro Kilogramm im Lockfutter beim Angeln ein. Die verwendete Menge hängt von den Zielfischen, Methoden und Gewässertypen ab. Grundsätzlich gilt – umso höher der Anteil vom gemahlenen Hanf im Futter ist, desto aktiver wird dein Rezept auch arbeiten! Diese Menge an Hanfmehl serviere ich meinen Fischen beim Angeln:

Menge pro Kilogramm im FutterZielfisch oder Methode
10% feines HanfmehlBrassen, Karpfen und Schleien
15% geröstetes HanfmehlRotaugen oder Rotfedern
25% grobes HanfmehlFeedern auf Rotaugen
40% übernässtes HanfmehlOberflächenangeln auf Rotauge, Döbel oder Aland

Meine Empfehlungen sind natürlich nur als Anhaltspunkt zu verstehen, weil das Hanfmehl unfassbar viele Eigenschaften besitzt. Beim selektiven Friedfischangeln ist ein Anteil von 10% feinst gemahlenem Hanf beispielsweise ideal, um die Verdauung der Brassen, Schleien oder Karpfen zu fördern, aber nicht die fingerlangen Weißfische an den Futterplatz zu locken.

übernasses Hanfmehl im Angelfutter
übernässtes Hanfmehl sorgt für eine enorme Wolkenbildung im Futter

Das geröstete Hanfmehl ist im Anteil von 20% pro Kilogramm Angelfutter der faktische Gegenentwurf. Es arbeitet maximal aktiv, riecht sehr nussig und trifft deshalb den Geschmack der großen Rotaugen! Das übernässte Hanfmehl wird wiederum bis zu 40% im Futter eingesetzt und ist dann ein Stilmittel, um große Wolken am Futterplatz auszuspielen. Dieser Kniff ist beim Feedern, aber auch beim Posenangeln ziemlich effektiv.

Vier flotte Tipps und Hinweise zu den Hanfmehlsorten

Nass, gequetscht, gemahlen oder geröstet, das Hanfmehl ist enorm facettenreich! Ich pack dir deshalb noch vier weitere knackige Hinweise zu den jeweiligen Sorten in meinen Beitrag. Wie wird übernässtes Hanfmehl beispielsweise im Angelfutter angemischt oder fein gemahlener Hanf hergestellt? Diese Infos findest du sofort in den nächsten Absätzen!

Gequetschter Hanf als Allrounder

Der gequetschte Hanf ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Hanfmehlen und deshalb meine liebste Zutat für das Allroundfutter. Ein Anteil von maximal 25% auf einen Kilogramm steigert das Auflöseverhalten und die Aktivität meiner Rezepte. Der verdauungsfördernde Aspekt vom Hanfmehl ist ebenfalls nicht zu unterschätzen!

Das Aroma ist im Vergleich zum Rösthanf auch nicht so intensiv, das Futter kann deshalb in jede Richtung mit verschiedenen Lockstoffen* aufgebaut werden. Das gequetschte Hanfmehl funktioniert gleichermaßen auf Rotaugen, Rotfedern oder Skimmer (kleine Brassen) beim Angeln und kann richtig ausgespielt ebenso die Karpfen oder Schleien am Futterplatz festnageln.

Wolken bilden mit feuchtem Hanfmehl

Du möchtest eine Futterwolke im Gewässer aufziehen sehen, wie der Nebel auf dem Acker im Morgengrauen? Kein Problem, das Hanfmehl besitzt nämlich genau diese Eigenschaft beim Angeln! Hier die Kurzanleitung für eine Monster-Wolke:

Gib den gemahlenen Hanf zuerst in einen Eimer und setze dann die gleiche Menge an Wasser hinzu, bis ein milchig weißer Saft entsteht. Das überfeuchte Hanfmehl kurz darauf mit dem Futter vermischen, bis die gewünschte Konsistenz für das Angeln erreicht ist. Der weiße Saft wird sich nun im Gewässer lösen und eine attraktive Wolke freigeben.

Geröstetes Hanfmehl im Rotaugenfutter

Das geröstete Hanfmehl ist der Porsche unter den Aromen und meine erste Wahl im Rotaugenfutter. Der nussige Geruch ist sehr dominant, das Rezept muss deshalb nicht um zusätzliche Lockstoffe ergänzt werden. Viel wichtiger – der Rösthanf ist maximal aktiv und spricht aufgrund dieser Eigenschaft gezielt die Instinkte der Weißfische an!

Das Clou: die aufsteigenden Hanfschalen imitieren die natürliche Nahrung der Rotaugen, häufig den gemeinen Wasserfloh oder Bachflohkrebs. Das Gewusel auf dem Futterplatz weckt dem entsprechend die Neugierde im Fisch und kann die Nahrungsaufnahme anregen. Ein Anteil von 15% Rösthanf im Futter ist ideal, kann aber je nach Gewässer und Methode auch höher dosiert werden.

Fein gemahlener Hanf im Brassenfutter

Du willst noch ein paar Prozente mehr aus deinen Ansitzen rausholen und die größeren Friedfische länger am Futterplatz halten? Dann ist das feine Hanfmehl deine erste Wahl! Der Vorteil – es regt die Verdauung an, ist aber nicht so aktiv wie der grobe oder geröstete Hanf und somit weniger interessant für die kleinen Brassen, Rotaugen oder Güstern.

Was du tun musst: Schnapp dir das gequetschte Hanfmehl und einen Sieb. Den groben Hanf nun über die kleinen Maschen reiben, bis das Mehl vollständig getrennt von den Hülsen im Futtereimer liegt. Das feine Hanfmehl kannst du nun im Anteil von 10% für deine Rezepte verwenden. Die aktiven Hülsen können eingefroren und später einem Rotaugenfutter hinzugefügt zugefügt werden.

Eimer und Futtersieb Empfehlung vom 16er-Haken

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Hanfmehl oder Hanfsamen kaufen – Erfahrung zu Kosten und Preisen

Das Hanfmehl zählt zu den durchschnittlich teuren Zutaten beim Angeln und kostet zwischen 3,99€ bis 5,99€ pro Kilogramm. Eine größere Menge, die sogenannte Sackware, wird in bis zu 20kg schweren Gebinden verkauft und senkt naturgemäß den Preis. Solche Angebote kannst du auf Messen, aber auch im Onlinehandel finden. Mein Favorit – das Hanfmehl aus frischer Hanfsaat* selber machen!

Viele Futtermühlen, aber auch diverse Anbieter für Wildvogelfutter, bieten diesen Hanf in bis zu 25kg schweren Säcken zum Verkauf an. Der Preis reduziert sich je nach Menge dann auf ungefähr 2€ pro Kilogramm, wenn du das Hanfmehl selber herstellen willst. Ich fahre mit dieser Nummer ganz gut und nutze den Hanf auch als Partikel beim Schleienangeln, ein Sack ist deshalb nach einem Jahr vollständig verbraucht.

Hanfmehl im Mixer selber machen

Du willst dein Hanfmehl selber machen? Kein Problem, du brauchst nur einen handelsüblichen Mixer*! Hier eine kurze Anleitung: Den Mixer öffnen und dann 25% Hanf in den Behälter geben, danach die Klingen stoßweise rotieren lassen. Zwischendurch, bei ausgeschaltetem Gerät, die verklebte Masse mit einem Kochlöffel nachschieben.

Der frische Hanf ist nämlich recht ölhaltig und bleibt gerne im Behälter hängen. Den Vorgang nun solange wiederholen, bis dein Hanfmehl die gewünschte Grobheit erreicht hat. Der gemahlene Hanf kann jetzt frisch im Futter verarbeitet, alternativ aber auch luftdicht im Vakuum* über Monate eingelagert werden.

Futtermehle und Partikel geschützt vor Schädlingen in Futterfässern lagern

Mein Hanf wird im 20l Futterfass* mit Schraubverschluss gelagert. Gut geschützt vor Licht und Feuchtigkeit gewährleisten diese Fässer eine Haltbarkeit über Monate, aber auch die beste Qualität der Zutaten. Ganz wichtig – die Lebensmittelmotte hat keine Chance mehr! In diesen Fässern lagere ich neben dem Hanf ebenfalls diese Futtermittel:

Welche Erfahrungen hast du mit dem Hanfmehl beim Angeln gemacht? Hast du noch Fragen zu diesem Thema? Hinterlasse mir und meinen Lesern einen Kommentar, weil uns deine Meinung wie immer brennend interessiert!

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du findest auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander!

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Kommentare

  1. Hab mir schon vor zwei Wochen ne Tüte Hanfmehl gekauft . Morgen geht es das 1. Mal für dieses Jahr zum Feedern und ich bin gespannt wie sich das Hanfmehl im Grundfutter macht.

  2. Wenn der Mixer zu den Klängen von Bob Marley rattert, dann ist meine Mission eindeutig” – ich liebe deine Texte !!! Es ließt sich so toll !
    Respekt und danke für deine Arbeit ??‍♂️

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