Brassen Angeln

Brassen Angeln unter schwierigen Bedingungen – Die „Hybrid-Falle“ nach einem Temperatursturz

In Alle Inhalte, Method Feedern by Christoph HeersKommentieren

Erst gestern noch spazierte ich mit Charly im T-Shirt entlang der Elbe und keine 24 Stunden später sitze ich auch schon dick eingepackt am See beim Angeln auf den Brassen. Das Wetter kann manchmal schneller wechseln wie die Laune einer Frau! Aufgeben und Zuhause bleiben? Keine Option!

Jetzt wird die Angelausrüstung auf Effektivität eingestellt und den Brassen mit der „Hybrid-Falle“ ein Besuch abgestattet. Diese Strategie wird durch Micro Pellets und ein Allerlei aus Ködern begleitet. Wie ich meine Karten beim Ansitz auf die Brasse nach einem fiesen Wetterwechsel ausspiele, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Angeln auf Brassen nach Kältesturz – Ein Mittelfinger für Eisheilige

Meine Hände zittern noch beim Tippen auf der Tastatur nach einem doch recht kalten Tag im Mai, während mir zeitgleich der Duft einer heißen Tasse Kaffee durch die Nase strömt. Ich hatte mir einen wunderschönen Ansitz zum Angeln auf den Brassen nach einem doch recht fiesen Wetterwechsel am See gegönnt. Es sind die Eisheiligen, welche die Wetterkarte auf tiefblau färben!

Der Temperatursturz, beinahe um 14 Grad Celsius, ist natürlich eine kleine Herausforderung für den Brassenangler. Nach einer frostigen Nacht verändern die Schwärme beispielsweise ihre Standplätze am Gewässer, aber auch das große Fressen wird nach der Laichzeit plötzlich unterbrochen.

Wer jetzt zuviel riskiert und eine Wagenladung an Ködern füttert, der spielt eine runde Pokern mit Petrus. Die hohe Kunst: Dem Wetter den Mittelfinger zeigen und sich über die kleinsten Details den Erfolg beim Angeln auf den Brassen zu erarbeiten! Mein Steckenpferd für die schwierigsten Bedingungen ist das Hybrid Feedern.

Hybrid Feeder zum Angeln auf Brassen
darf ich kurz Vorstellen: der Hybrid Feeder, mein liebster Futterkorb für die schwierigen Bedingungen beim Angeln auf den Brassen

Dieser Ansatz verfolgt einen sehr zentralen Futterplatz und eine maximale Bissausbeute, sowie den minimalsten Aufwand für den Fang der Brassen. Die gesamte Strategie wird lediglich durch etwas Futter und eine handvoll an Micro Pellets, sowie den einfachsten Ködern wie beispielsweise Mais, einigen toten Maden und Waftern begleitet.

Die Ausgangslage nach einem Wetterwechsel ist klar: Die Brassen werden sich nach einem Temperatursturz vom Ufer entfernen und das tiefere Wasser aufsuchen. Der schwierige Spagat – die Fische nicht zu überfüttern, aber trotzdem am Futterplatz zu halten! Neben den klassischen Methoden, ob nun Pose oder Futterkorb, kann sich auch das Hybrid Feedern beim Angeln auf den Brassen solchen Herausforderungen stellen. Neugierig? Dann ran an den Speck!

Brassenangeln mit dem Hybrid Feeder – Ein Futterkorb mit Liebe zum Detail

Ich hatte dir ja schon in der Einleitung beschrieben, das mein Fokus unter den schwierigsten Bedingungen auf den Details beim Brassenangeln liegt. Aus der Ferne betrachtet fällt meine gewählte Methode allerdings nicht sonderlich auf – da sitzt wieder irgendein Lump mit seinem Futterkorb am See! Stimmt schon, die Brasse ist schließlich effektiv über das Grundangeln zu fangen, in welcher Form auch immer. Ein Futterkorb hat aber viele Gesichter!

Keine Sorge, ich will dir jetzt nicht den Stammbaum der verschiedenen Modelle nahelegen, sondern vielmehr eine Brücke zu den Details schlagen. An meiner Montage baumelt nämlich nicht irgendein „Futterkorb“ beim Angeln auf den Brassen, sondern der Hybrid Feeder! Dieses Kind entsprang der Liebe zwischen dem Method Feeder* und einer Badewanne. Wieder so ein Schnickschnack um deine Ersparnisse zu plündern? Weit gefehlt!

Futterplatz beim Brassenangeln
Effektiv und Raffiniert: Der Köder liegt immer auf dem Futter bei der Verwendung vom Hybrid Feeder

Der Hybrid Feeder* begünstigt das Angeln auf den Brassen nämlich immer dann, wenn ein Köder wirklich punktgenau auf dem Futter liegen soll. Die Form, eine Wanne mit Löchern an der Unterseite, ermöglicht diese Präsentation. Der Unterschied zu einem Method Feeder – nachdem sich das Futter im Wasser gelöst hat, fällt der Köder niemals an den Seiten herunter! Dieses kleine Detail kann die Ausbeute beim Brassen angeln steigern und hält den Futterplatz obendrein sehr kompakt.

Ein weiterer Vorteil vom Hybrid Feeder ist die Menge am eingebrachten Material. Die Wanne nimmt ungefähr 50% weniger an Futter oder Micro Pellets gegenüber einem Method Feeder auf, was sich als Selbstregulativ beim Angeln auf den Brassen nach einem Wetterumschwung erweist. Du müsstest also 200 Würfe mit dem Hybrid hinlegen, um die gleiche Futtermenge an den Platz zu transportieren!

Brassenfutter wie Staub – Sieben auf 2mm bis die Finger bluten

Das Angeln auf den Brassen ist nach einem heftigen Wetterwechsel aber nur dann erfolgreich, wenn das Futter auch auf die Situation angepasst wird. Den Hybrid Feeder hast du ja bereits kennengelernt und jetzt kommt das nächste wichtige Detail ins Spiel: Eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat. Ich serviere meinen Brassen ein fein gesiebtes Grundfutter auf 2mm beim Angeln!

Aus gutem Grund – ich will nämlich jeden Klumpen und groben Partikel, sowie das letzte Maisschrot aus meinem Method Mix entfernen. Eine Brasse frisst nach einem Wetterumschwung schließlich nicht immer wie ein Staubsauger und ein Fakt hat mehr Gewicht wie mein Bauch: Wer Überfüttert, der fängt bekanntlich weniger beim Angeln! Eine Ausnahme stellen lediglich die geschroteten Pellets unterhalb eines Millimeters im Fertigfutter dar (Sonubaits*). Der Rest fliegt raus!

Sieb für Brassenfutter
feines Futter an schwierigen Angeltagen: Ich serviere meinen Brassen einen Mix auf 2mm gesiebt

Ich will den Brassen nämlich zuerst auf den Schlundzahn beim Angeln fühlen und mir so einen Eindruck von der Situation verschaffen. Beißen die Fische intensiv? Sind große Zeitabstände zwischen den ersten gefangenen Brassen zu verorten? Folgt nach der Startfütterung eine Serie von Schnurschwimmern ohne Kontakt zum Köder? Nach einem Kältsturz gehen mir genau solche Gedanken beim Angeln auf den Brassen durch den Kopf!

Diese Anzeichen sind mir auch wichtig und legen den Grundstein für die weitere Fütterung nach den ersten Körben fest. Sind die Brassen beispielsweise wesentlich aggressiver wie erwartet, kann ich sofort meine Micro Pellets nachlegen. Übt sich der Fisch dagegen eher in Zurückhaltung, halte auch ich mich mit meinen Ködern im Futter zurück!

Dieser Ansatz ist im Übrigen nicht nur nach einem Wetterumschwung, sondern auch im Winter oder zeitigem Frühjahr sehr empfehlenswert. Darum gilt: Siebe deine Futter auf Staub und begreife die Situation beim Brassen angeln, anstatt dich auf dein Glück an den schwierigsten Tagen zu verlassen! Klick den Link an, wenn dich einige Informationen über ein gutes Brassenfutter interessieren.

Von Waftern bis Würmern am Haar für Brassen – Ködergröße und Farbe bringt Fisch beim Angeln

Die Welt der Brassenköder ist eine so unendlich diskutierte Geschichte wie das Werk von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1984. Für Unwissende: Ein kleiner Junge liest ein Buch auf einem Dachboden und entdeckt dabei die eigene Phantasie. Kurz darauf reitet er auch schon auf Fuchur durch die Lüfte im Kampf gegen das „Nichts“. Der Phantasie wird auch beim Brassen angeln keine Grenze gesetzt, weil sich eine Vielfalt an Ködern am Hybrid Feeder verwenden lässt!

Nach einem Wetterumschwung sind neben den Boilies, Waftern oder Pellets beispielsweise auch die Maden, Würmer oder der Mais an der Haarmontage äußerst effektiv. Du bist der Exot unter den Brassenanglern? Dann kann dir auch eine Hundekaustange oder Rosine gute Dienste beim Ansitz leisten. Das Gewässer, die Montage und dein Vertrauen in den Köder sind beim Angeln auf den Brassen letztlich von entscheidender Bedeutung. Geht die Spitze krumm, war deine Auswahl richtig!

Brasse im Kescher mit Mais im Maul
beim Brassenangeln mit dem Hybrid Feeder immer eine Bank: Wafter, Boilies, Mais, Maden und Würmer

Viel wichtiger – der Köder sollte sich immer vom Futterplatz, sprich auf dem Hybrid Feeder, von seiner Umgebung abheben. Eine Möglichkeit ist die schlichte Größe, diese liegt idealerweise stets über dem Durchmesser der gefütterten Partikel. Bei Futterneid und Fressorgien picken sich die Brassen dann diese Rosinen raus, was durch schnelle und viele Bisse beim Angeln belohnt wird.

Die Farbe ist das zweite Stilmittel, darum sind stark visuelle Wafter und Boilies* in Gelb, Weiß, Pink oder Orange meine Favoriten. Ein Durchmesser von 6 Millimeter bis 8 Millmeter wird von den Brassen zu jeder Jahreszeit und jedem Wetter gern genommen und verhindert zumeist Beifänge wie kleine Rotaugen, Rotfedern oder Güstern. Diese Köder setze ich beim Angeln auf den Brassen häufig am Hybrid Feeder ein:

  • tote Maden
  • Mais
  • kleine Wafter
  • Mini Boilies
  • Pellets und Soft Pellets
  • Wurm am Haar

Meine klare Empfehlung nach einer wechselnden Wetterlage ist ein Madenbündel oder Dendrobena, sowie der Wafter am Bait Band. Aus der Gruppe der Lebendköder sind die Würmer oder Maden beim Brassen angeln immer effektiv, soviel ist sicher! Der Wafter, ein sogenannter schwereloser Köder, ist eine weitere Waffe in meinem Arsenal nach Kältestürzen.

Der Vorteil: Ein Wafter* hebt das Gewicht vom Haken auf und lässt die Präsentation somit natürlicher wirken. Saugt ein Brassen diesen Köder dann bei einer misstrauischen Prüfung an, wird er keinen Verdacht schöpfen und der Drill kurz darauf beim Angeln beginnen. Du musst den Wafter aber immer an die Hakengröße (das Gewicht) anpassen, ansonsten wird daraus ein ungewollter Pop-Up!

Gerät zum Angeln auf den Brassen – Weiche Ruten und angepasstes Zubehör

Es existiert natürlich keine Wetterumschwungsausrüstung für das Angeln auf den Brassen, aber eine wertvolle Erfahrung will ich dir nicht unterschlagen: Nutze keine allzu kurzen Ruten am großen Gewässer! Die Brasse lässt sich nach einem heftigen Temperatursturz nämlich häufig in die tieferen Bereiche fallen und wer dann mit dem Commerialstock in 2,70m in die Schlacht zieht, der zieht eine lange Nase beim Ansitz!

Die Ausrüstung sollte sich deshalb für das Werfen auf Entfernungen von mindestens 50 Metern eignen. Eine Method Feeder Rute ab 3,30m ist zum Brassenangeln auf der mittleren Distanz ideal. Der Blank sollte eine weiche Aktion besitzen, um die Anzahl der Aussteiger im Drill zu reduzieren. Gerade beim Method oder Hybrid Feedern pendelt der garstige Korb dicht am Kopf der Brasse, eine parabole Rute wirkt dann oft Wunder beim Angeln!

Angelausrüstung zum Brassen angeln
weiche Ruten ab 3,30 Meter sind beim Angeln nach Wetterschwüngen ideal, wenn die Brassen die Uferzone verlassen

Eine Rolle in der Größe 3000 oder 4000, in Abhängigkeit vom Hersteller, erleichtert das Einholen der Montage. Der Schnurzeinzug sollte bei ungefähr 85 Zentimeter liegen, dann bist du auf der sicheren Seite und kurbelst dir keinen Wolf! Ich empfehle dir eine monofile Schnur* in der Stärke ab 0,26 Millimeter, falls mit Grasfischen oder Karpfen zu rechnen ist. Diese Ausrüstung setze ich zum Angeln auf den Brassen mit Vorliebe ein:

  • Method Feeder Rute ab 3,30m
  • weicher Blank
  • Rolle ab Größe 3000
  • monofile Schnur ab 0,26mm
  • Hybrid Feeder ab 30 Gramm
  • Vorfachstärke min. 0,20mm
  • Hakengröße ab 12

Der Hybrid Feeder sollte sich in der Größe und seinem Gewicht an den Bedingungen am Gewässer orientieren. Ich setze beim Brassenangeln in der Regel ein Modell mit 30 Gramm aufwärts an meinen Montagen ein. Die Wurfentfernung und Wassertiefe, sowie Wind und Sturmböen sind die entscheidenden Kriterien. Eine Auswahl an Hybrid Futterkörben findest du auf Angeplatz.de über diesen Link*!

Finde die Brassen an Strukturen im offenen Wasser

Das Wetter spielt plötzlich verrückt und du feuerst die Brassenmontage trotzdem wieder aus Gewohnheit an die erste Uferkante, mein feuchtfröhlicher Freund vom Friedfischangeln? Eine sehr gewagte Entscheidung. Es ist nämlich ganz einfach: Die Brasse ist in der Tendenz ein Fisch der Konstanten! Das Wetter muss beispielsweise über Tage stabil sein, idealerweise ist auch der Himmel bedeckt und das Wasser recht trüb. Nach einem Kältesturz sind diese Konstanten aber nicht mehr gegeben!

Die Brasse neigt dann häufig dazu, sich an den Strukturen irgendwo im offenen Wasser aufzuhalten – das Angeln wird also schwieriger. Diese Spots können abfallende Kanten oder kleine Löcher, aber auch Krautbänke oder Rinnen am Untergrund deiner Stillgewässer sein. Nach einem Wetterumschwung muss der Tisch für die Brassen an genau solchen Stellen beim Angeln gedeckt werden. Hauptsache etwas tiefer und kuschelig!

gefangene Brasse am See
21 Brassen dieser Größe konnte ich beim Angeln während der Eisheiligen im Mai überlisten

Genau dieses Szenario erlebte ich auch während der Eisheiligen im Mai nach einer frostigen Nacht wie im Dezember. In Begleitung meiner Hybrid Feeder, kaum mehr als einem Liter an Futter und 150 Gramm Pellets konnte ich die Feederspitze* letztlich beim Angeln auf den Brassen zum Glühen bringen! Der Aufwand war gering, die Beifänge nicht vorhanden und für mich am Wichtigsten: Die Vorbereitungszeit war kürzer wie die Beine einer Nutria!

Diese Eigenschaft schätze ich auch so sehr am Hybrid Feedern gegenüber den klassischen Methoden. Ohne Frage, der Brassen kann natürlich auch erfolgreich über das Winkelpickern, Stippen oder Feederangeln gezielt nach einem Wetterumschwung gefangen werden, wer verspürt aber immer die Lust massenhaft Lebendköder an das Gewässer zu schleppen?

Ein Hybrid Feeder voller Pellets ist nicht weniger Effektiv beim Angeln und wie du siehst, die Brassen schließen sich dieser Meinung an! Es sind halt wie immer nur die Details, die zwischen Erfolg und Niederlange beim Brassenangeln entscheiden.

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

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Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich schon Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du wirst auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander vorfinden!

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