Weizen Angeln

Weizen zum Angeln – Ein Korn mit Klasse

Weizen zum Angeln ist ein Bisschen in Vergessenheit geraten, obwohl er eigentlich alle Bedingungen an unser Hobby erfüllt. Während das Land sich vor allem auf Würmer oder Maden konzentriert, bleibt das Korn etwas unter dem Radar.

Weizen Angeln

Warum eigentlich? In der Aufzucht werden die Fische doch auch mit dem Getreide gefüttert, selbst Karpfenangler setzen im Spotmix auf Weizen. Ich möchte euch meine Gründe liefern, warum ich diesen Klassiker nicht vergessen habe! Viel Spaß beim Lesen.

Wieso ich Weizen zum Angeln gerne verwende

Das Angeln mit Weizen ist eigentlich ein alter Hut, gefühlt kam das Korn aber in den letzten 20 Jahren komplett aus der Mode. Heute ist er beinahe vollständig vom Radar der Berichterstattung verschwunden. In sehr alten Zeitschriften liest man noch vom Weizen, vor allem im Bezug auf das Rotaugenangeln.

Trotzdem dominiert er ganz still und heimlich die Welt der Angler auch in der Neuzeit. Fischzüchter und Karpfenangler setzen auf ihn, fertige Futtermischungen enthalten oft Schrote vom Getreide. Nur am Haken sieht man ihn ganz selten.

Dabei sind die Eigenschaften vom Weizen zum Angeln doch so unheimlich Vorteilhaft:

  • Er ist Günstig
  • In großen Mengen verfügbar
  • einfach Herzustellen
  • ewig Lagerbar
  • durch Aromen verbesserbar
Weizen

Der Preis kann kein Grund für den Verzicht von Anglern sein, im Vergleich zu anderen Ködern ist er um ein vielfaches Günstiger. So ein Sack von 24 Kilogramm kostet kaum mehr als 10€, dass Bestellen über den Onlinehandel ist sogar möglich.

Lagern können wir ihn gut Verschlossen überall. Ich nutze wegen den Lebensmittelmotten aber bevorzugt Schraubfässer aus Plastik. Auch das Herstellen von Weizen zum Anfüttern gelingt fast automatisch, mehr als eine Thermoskanne benötigen wir nicht. Das Quellen lassen in kaltem Wasser ist ebenfalls komfortabel und einfach. Kein anderer Partikel ist so pflegeleicht und obendrauf so Erfolgreich. All diese Eigenschaften sind eigentlich unschlagbar.

Wie wird der Weizen zubereitet?

Früher griff ich immer Kochtopf, wenn ich Weizen zum Angeln zubereiten wollte. Der kreiselnde Stromzähler bereitete mir aber sorgen, schließlich wollte ich Geld für neue Angelsachen sparen. Stattdessen entdecke ich effizientere Methoden für mich, welche auch noch ohne Aufwand durchführbar sind.

Weizenkörner

Die besten Möglichkeiten um Weizen zuzubereiten sind für sind mich die Thermoskannte und das Quellen lassen. Beides gelingt einfach, aber günstig und Energiesparend.

Weizen in der Thermoskanne zubereiten

Diese Methode ist so effektiv, wie simpel. Du brauchst nur eine alte Thermoskanne, einen Wasserkocher und etwas Weizen. Wahlweise können wir noch Aromen wie Curry oder Anis zugeben.

Wir füllen den Weizen zuerst zu 1/3 in die Thermoskanne, danach geben wir 2 Esslöffel vom gewünschte Gewürz hinzu. Zum Schluss kippen wir das kochend heiße drüber. Mehr als 2/3 der Thermoskanne sollten aber nicht bedeckt sein. Weil der Weizen noch quillt, steigt die Gefahr eines hohen Innendrucks. Der Deckel könne im wahrsten Sinne des Wortes an den Deckel gehen.

Nach 6 Stunden ist der Angelweizen dann Einsatzbereit. Er eignet sich sowohl für den Haken, als auch zum Anfüttern. Leichter geht es wirklich nicht mehr.

Weizen Quellen lassen – Fermentierung ist Trumpf

Das Quellen lassen vom Weizen ist eine weitere alternative zur Herstellung. Lediglich etwas Zeit musst du für diesen Vorgang einräumen. Ich lasse mein Getreide in einem Eimer in der Regel für 4 Tage bedeckt von Wasser auf dem Balkon stehen.

Während dieser Zeit wandelt sich die Stärke im Weizen zu Zucker um. Er wird süßer und weicher. Dabei entsteht ein recht gewöhnungsbedürftiger Geruch, dieses Aroma mögen Karpfen und Schleien ganz besonders.

Auf dem Wasser schwimmt manchmal eine weiße Schicht. Keine Sorge, das ist kein Schimmel, sondern die Stoffwechselprodukte der Fermentierung. Der Weizen kann bedeckt von Wasser Ewigkeiten gelagert werden, du solltest nur ab und zu einen Schluck nachkippen.

Du darfst ihn aber niemals trocken liegen lassen, jedes einzelne Korn muss bedeckt sein! Er schimmelt sonst unter Garantie. Also immer schön Wasser nachgeben, dann sind wir im grünen Bereich.

Wie lagere meinen Angelweizen optimal?

Das Lagern von Partikel dürfen wir nicht unterschätzen. Wer keinen eigenen Schuppen zur Verfügung hat, muss den Weizen in der Wohnung irgendwie unterbringen. Probleme mit Ungeziefer hatte ich schon, weshalb ich auf Schraubfässern für alle Sämerein und Körner zurückgriff.

Lebensmittelmotten und Speckkäfer sind nämlich große Freunde der kostenfreien Bewirtung. Eimer mit Deckel tun es ebenfalls, achte aber auf einen sauber arbeitenden Verschluss. Kleinere Mengen von Quellen gelassenem Weizen lagere ich auch gerne in 1,5 Liter großen Gurkengläsern. Alle 2 Wochen öffne ich den Deckel wegen des Innendrucks. Für das Stippen und Feedern reicht mir diese Menge für mehrere Ansitze.

Wie ich den Weizen im Futter einsetze

Den Weizen setze ich prinzipiell wie andere Partikel im Futter ein, allerdings bringt im Gegensatz zu Lebendködern Vorteile mit sich. Sein höheres Eigengewicht lässt sich vor allem mit der Futterschleuder sehr gut ausspielen. Er fliegt auch bei Gegenwind noch konstant und Zielsicher, aber auch beim Aufschlag der Partikel entsteht ein gut wahrnehmbares Geräusch.

Futterschleuder Weizen

Beim Feedern gebe ich die Körnchen einfach direkt ins Körbchen, während ich am kleinen Fluss auch über die Hand füttere. Seine Vielseitigkeit lässt sich ideal bei allen Gegebenheiten ausspielen.

Die Dosierung von Weizen zum Angeln hängt in erster Line von der Jahreszeit ab. Zwischen 50 Gramm und 200 Gramm verwende ich für mein Lockfutter, die Menge richtet sich nach dem Temperaturen im Wasser. Umso kälter es ist, desto weniger fressen die Fische. Verfahren wir nach dieser Fautformel, sinkt zumindest die Gefahr der Überfütterung.

Knoblauchweizen in Eigenregie

Weizen zum Angeln ist sehr freudig, wenn es um Aromen geht. Neben Gewürzen und Dips bieten sich auch sehr kreative Ideen an. Ich liebe Knoblauch, Brassen und Schleien tun das auch! Irgendwann hatte ich einen Geistesblitz, mir ein Knoblaucharoma selber herzustellen.

Wir brauchen nicht viel dafür:

  • 3 Knoblauchzehen
  • einfaches Speiseöl
  • ein kleines verschließbares Glas
  • Weizen
Knoblauchöl Weizen

Das Öl samt Zehen im Glas stellen wir einfach für eine Woche in den Kühlschrank. Nach 7 Tagen hat das Öl die Aromen komplett aufgenommen, jetzt geben wir unseren Weizen zum Angeln hinzu.

Er wird nach wenigen Tagen einen Geruch entwickeln, wie wir ihn uns nur wünschen könnten. Die Lockwirkung ist verdammt hoch, während die Haltbarkeit deine Lebensdauer übertreffen wird. Eine Win-Win Situation für alle, das ganze auch noch zu einem überschaubaren Preis.

Das ist die Magie vom Weizen zum Angeln, deshalb setze ich das Korn so gerne ein. Er fängt verdammt viele Fische, kostet fast nichts und ist für faule Leute wie mich geschaffen. Was wollen wir eigentlich mehr?

Herzlichst, euer 16er-Haken

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