gefangene Schleie auf einem Kescher

Schleien im Teich – Goldbarren und grüne Schätze

Gibt es hier Schleien im Teich? Diese Frage stellte ich mir, als ich das unscheinbare Gewässer das erste Mal erkundete. Das brach liegende Land schien ein Idyll fernab der Zivilisation zu sein.

Schleie im Teich

Ob es mir gelang, eine Schleie im Teich zu fangen, erfahrt ihr wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Lücken im Kraut deuteten auf Schleien im Teich

Bei meinen Spaziergängen mit dem Hund durch die Wildnis entdeckte ich ein kleines Gewässer. Der unscheinbare Teich wirkte wie eine Reise in die Steinzeit. Spuren von Anglern waren nicht zu entdecken, Totholz und dichter Uferbewuchs verstecken den Weiher vor neugierigen Augen.

Nach mühsamen Minuten des Kampfes konnte ich den Fuß an eine kleine freie Stelle setzen. Schlagartig wurde mir bewusst, weshalb die kleine Perle keine Liebe erfährt. Dichtes Kraut und Seerosen bauten sich wie eine natürliche Barriere unter der Wasseroberfläche auf.

Es gab sie aber, die Lücken im Kraut. Vielleicht sind Schleien im Teich vorhanden?

Verdächtig wirkten aber die kleine Schneisen zwischen dem Hornkraut. Wir Angler nennen diese Wege oft Schleienstraßen. Vielleicht gibt es sie ja hier, die Vermutung kam unweigerlich in den Sinn. Noch während meiner Beobachtungen zogen zwei schwer verliebte Schwäne an mir vorbei. Ihr misstrauen signalisierte mir, was mich am Teich erwarten würde.

Teich
An solch einem Teich riecht es nach Schleien

Es war eine andere Welt, fern von fremden Einflüssen. Nur wenige Spuren deuteten auf eine menschliche Nutzung vor vielen Jahren hin. Zumindest eine Fischart konnte ich aber im Vorfeld entdecken. Rotfedern sonnten sich in der herrlichen Wärme.

Pickern auf Schleien als Strategie im Teich

Die Wahl der richtigen Strategie entscheidet über den Erfolg eines Angeltages. Meine Bestrebungen und beobachten führten mich zu dem Entschluss, das Pickern im Teich auf Schleien als meine Methode zu wählen. Die Vorteile lagen auf der Hand.

Die recht kurzen Ruten und sehr geringen Wurfgewichte erleichtern das Handling zwischen den Baumkronen, ebenso ist die unauffällige Präsentation ein Vorteil. Die Schrote schlagen sehr leise im Teich auf, keine Schleie würde verdacht schöpfen.

Mit einem Winkelpicker und nur wenig Zubehör fühlte ich mich deswegen richtig aufgestellt. Meine Auswahl fiel auf:

  • einen Winkelpicker in 2,40 Meter
  • eine 1000er Rolle
  • 0,16 Millimeter monofile Hauptschnur
  • Bleischrote als Wurfgewicht
  • passives Lockfutter
  • Montage zum Pickern

Die genannte Ausrüstung orientiert sich an Leichtigkeit, um den Schleien im Teich keinen Grund zum Argwohn zu geben. Eine einfache Methode funktioniert im Dickicht meiner Meinung nach immer noch am Besten.

Penetrantes Loten ist im Teich unerlässlich

Das Loten an Teichen ist von besonderer Wichtigkeit. Das Finden von Lücken im Kraut, aber auch das Gegenprüfen nach Hindernissen erfordert unsere Aufmerksamkeit. Ein Drill zwischen Stock und Stein bedarf der richtigen Vorbereitung.

Kraut beim Loten

Auf einer Fläche von 1×1 Meter fand ich nach gut 60 Minuten einen Spot. Nur leicht abweichende Fehlwürfe endeten im Kraut oder Totholz. Das Einklippen der Schnur war deswegen Pflicht, um den Futterplatz konstant zu treffen. Wir haben an den kleinsten Gewässern schlicht keinen großen Spielraum um die ganze Fläche nutzen zu können.

Das Freiharken lehnte ich Kategorisch ab, weil ich nur zu Gast in der Natur bin. In meiner Wohnung darf auch niemand außer mir die Möbel verrücken. Ich musste mir also einen Weg an die Schleien durch viel Disziplin und Konzentration im Teich erarbeiten.

Rotfedern wie ein Sack Mücken im Teich, von Schleien keine Spur

Die Idee hinter meiner Taktik war so Einfach wie ein Fußballspiel auf dem Bierdeckel. Auf dem engstem Raum wollte ich zwei Varianten eines Futterplatzes aufbauen. Der kleine Spielraum ließ zwar keine großen Experimente zu, dennoch könnte es mir gelingen die Fischarten zu selektieren.

Weizen auf dem Futterplatz

Das Lockfutter platzierte ich an den Anfang des Futterplatzes, während ich leicht versetzt dahinter Weizen und Hanf über die Schleuder fütterte. Einige Körner landeten auch im Kraut, problematisch ist dieser Umstand aber nicht. Die Schleien kommen in ihrem Teich schon zurecht.

Auf einem 14er-Haken montierte ich mir 2 Maden, kurz darauf folgte der erste Wurf. Etwas aufgeregt war ich definitiv! Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob ich sofort eine Schleie in diesem Teich fangen könnte. Mitnichten! Den Anfang machten Unmengen an Rotfedern, gerechnet hatte ich mit dieser Invasion aber in jedem Falle.

Alleine deswegen setzte ich gröbere Partikel hinter dem Futterplatz ein, um eine Chance auf größere Weißfische zu haben. Brassen und Karpfen spielten in meinen Gedanken ebenfalls eine Rolle, da sie durchaus einen Weg in den Teich gefunden haben könnten. Die erste Stunde vergnügte ich mich dennoch mit kleineren Rotfedern, zwischendurch schoss ich immer wieder Weizen nach.

Rotfeder mit einem Madenbündel im Maul

Um eine größere Rotfeder zu Fangen hielt es für richtig, ein Bündel aus Maden auf den Haken zu ziehen. Tatsächlich half dieser kleine Kniff nicht, stattdessen gesellten sich nun sogar kleine Rotaugen dazu. Gierig saugten sie jedes Häppchen ein. Der Teich schien Gnadenlos zu sein, nur ein anderer Köder könnte mir jetzt die Schleie bescheren.

Der Weizen überzeugte die Schleien im Teich

Ich hatte aufgehört zu zählen, wie viele Weißfische ich schon landen konnte. Demotiviert war ich trotzdem nicht. Nach 2 Stunden räumte ich dem Weizen seinen großen Auftritt ein. Das konstante Füttern mit der Schleuder könnte den Schleien gefallen haben, zumindest nahm ich verdächtige Blasen im Teich wahr.

Um die Reizwirkung des leblosen Partikels zu steigern, kombinierte ich ihn mit einer Made. Das Risiko von Beifängen war ohnehin nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Nach dem ersten Wurf kehrte eine verdächtige Stille ein. Die Rotfedern reagierten nicht, ihnen schien das Getreide aus irgendeinem Grund nicht zu passen.

Nach 5 Minuten vernahm ich dann ein leichtes Vibrieren an der Spitze meines Winkelpickers. Ohne zu Zögern setzte ich den Anhieb. Nicht Selten testen die Schleien den Ködern nur aus. Ein mächtiger Druck baute sich umgehend auf dem Blank meiner Rute auf, ich hatte keine Zweifel mehr. Routiniert löste ich die Schnur aus dem Klipp.

kleiner 1000er Rolle zum Pickern

Für einen kurzen Moment blieb mir das Herz aber stehen. Tatsächlich war meine Bremse viel Hart eingestellt, daran hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. Mit wenigen Handgriffen löste ich das Problem. Manchmal kann solch ein Fehler mit einem Riss am Vorfach enden. Heute hatte ich ausnahmsweise Glück!

Nach einigen wilden Fluchten blieb die Schleie im Kraut des Teiches auch noch Stecken! Nichts ging mehr, innerlich wechselten sich die Gefühlte von Hoffnung und Enttäuschung ab.

Alles oder Nichts – Ein mulmiges Gefühl

Nach 2 Minuten des absoluten Stillstands entschied ich mich die Schleie über einen beständigen Druck aus der Deckung zu lösen. Gerechnet hatte ich mit einem Ausschlitzer, tatsächlich kam aber alles anders. Die Schleie ließ sich einfach aus dem Teich ziehen. Auf ihrem Kopf hatte sie ein Bündel aus Kraut, der Rest blieb auf halber Strecke zurück.

Die Gegenwehr sank sofort auf Null, scheinbar musste der Fisch seinen Kampfeswille verloren haben. War der Grund das fehlende Licht, weil das Kraut die Orientierung verhinderte? Es spielte aber keine Rolle, wichtig war nur die Schleie zu Keschern!

gefangene Schleie auf einem Kescher
Wenn wir Schleien an einem Teich fangen, sind sie ein besonderes Erlebnis

Tatsächlich gelang es mir beim ersten Ansitz den Zielfisch zu Fangen. Ohne große Vorbereitung gab der Teich seinen Schleien frei. Dieser Fisch blieb mir deswegen in besonderer Erinnerung, weil ich ihn trotz aller Widrigkeiten überlisten konnte. Angeln kann so schön einfach sein, oder nicht?

Herzlichst, euer 16er-Haken

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