gefangene Schleie auf einem Kescher

Schleien im Teich – Grüne Schätze in der Wildnis fangen

Ein Teich voller Schleien ist ein Traum vieler Angler, sofern sich solch ein Gewässer in greifbarer Nähe befindet. Bei meinen Erkundungen und Wanderungen mit dem Hund entdeckte ich eine dieser Perlen fernab jeglicher Zivilisation. In der puren Wildnis, verdeckt von Bäumen, befand sich ein Weiher ohne erkennbare Spuren von einer menschlicher Nutzung.

Schleien im Teich

Wie ich den Schleien an diesem Teich auf die Schuppen gerückt bin, erfahrt ihr wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Lücken im Kraut deuteten auf Schleien im Teich

Wir Hundehalter sind oft kleine Forscher, wenn wir mit unseren Vierbeinern durch die Wildnis streifen. Nicht selten kommt es beispielsweise bei meinen Spaziergängen mit Charly vor, das wir den gewöhnlichen Pfad verlassen. Wir erschließen uns neue Wege in der Landschaft, um dem Alltag zu entkommen. Die wunderschöne Elbregion meiner Heimat bietet sich auch selbstredend zum Wandern an, weil sie ein kleiner naturbelassener Fleck in der Mitte von Deutschland ist. Jeder Ausflug hinter die Grenzen der Wege führt dementsprechend zu einem kleinen Abenteuer.

An einem schönen Herbsttag hatte ich auch wieder das Bedürfnis, mit meinem Hund dem Wind ohne ein festes Ziel zu folgen. Wir überquerten bei unserem Spaziergang die Wiesen und Lichtungen, um die Landschaft zu erkunden. An einem kleinen Waldstück entdeckte ich dabei ein unscheinbares Gewässer, welches sich zwischen den Bäumen vor den Augen der Menschen versteckte. Instinktiv steuerte ich den Teich an, weil ich sofort einen Bestand an Schleien oder Karauschen vermutete. Wir Angler werden von dem Wasser wie die Mücken von dem Blut angezogen.

Ein Teich mitten im Wald

Die Freude über meine Entdeckung nahm aber sofort ein jähes Ende, als ich den ersten Blick auf die Wasseroberfläche werfen konnte. Das unwegsame Ufer war nicht nur umsäumt von totem Holz, der Weiher selbst war auch durchzogen von dem dichtesten Kraut. Zwischen diesen Unterwasserpflanzen konnte ich aber einige verdächtige Schneisen im Teich feststellen, sie erinnerten an die berühmten Straßen der Schleien.

Dieses Indiz nahm ich freudig zur Kenntnis, weil es zumindest die Chance auf einen Bestand an den erhofften größeren Fischen vermuten lässt. Nach einigen Minuten der Beobachtung konnte ich ebenfalls die ersten Rotfedern erkennen, weil sie die abgestürzten Insekten von der Wasseroberfläche stibitzen. Sollte es mir also gelingen, eine freie Stelle im Kraut zu finden, könnte ich auch die erwünschten Schleien im Teich fangen. Bereits auf dem Rückweg schmiedete ich einen Plan für meinen bevorstehenden Ansitz.

Das Winkelpickern auf Schleien als Strategie im Weiher

Der erste Blick auf den Teich mit den vielen Bäumen zu seinen Seiten zwang mich förmlichst dazu, mit dem Winkelpicker mein Glück auf die Schleien zu versuchen. Eine andere Methode kam für mich auch nicht in Frage, weil das Handling einer kurzen Rute auf dem engstem Raum unschlagbar ist. In meinen Überlegungen spielte auch die Lage des Weihers eine erhebliche Rolle. Er lag weit Abseits der Straßen an der Grenze zu einem Wald, hier sind Angler mit Sicherheit keine häufigen Gäste.

Jede Unachtsamkeit und Lautstärke könnte die Fische verschrecken, eine lautlose Angelmethode kann also nur ein Vorteil sein. Die geworfenen Bleischrote von 3 Gramm fallen zumindest kaum auf, diesen Trumpf wollte ich unbedingt bei meinem Ansitz ausspielen. Meine gesamte Ausrüstung zum Winkelpickern im Teich auf die Schleien sah wie folgt aus:

  • Winkelpicker in 2,40 Meter
  • Rolle der Größe 1000
  • 0,22 Millimeter monofile Hauptschnur
  • Bleischrote als Wurfgewicht
  • ruhiges Lockfutter
  • Montage zum Pickern

Ich verzichtete auf eine große Rolle, weil ich keine weiten Würfen benötigen würde. Die Hauptschnur wählte ich etwas stärker aus, um die Schleien bei einem Drill im Teich besser kontrollieren zu können. Die ganze Ausrüstung war also kein Hexenwerk, ohnehin brauchen wir zum Winkelpickern keine großen Materialschlachten. Das Lockfutter hielt ich wegen der vielen Rotfedern passiv, um nicht das Opfer einer Horde von Kleinfischen zu werden.

Loten vor dem Angeln ist eine Grundvoraussetzung an jedem Teich

Als ich an das Gewässer mit meiner Angelausrüstung zurückkehrte, war ich so aufgeregt wie ein kleines Kind bei der Einschulung. Ich war so neugierig, weil ich nicht wusste, welche Fische mich erwarten würden. Es könnten ja auch keine Schleien, sondern Karpfen oder gar Brassen in diesem kleinen Teich ihr Unwesen treiben. Wir können das Fell des Bären aber nicht teilen, wenn wir ihn noch nicht erlegt haben. Meine Gedanken wanderten dementsprechend von der Vorfreude hin zu der wichtigsten Tagesaufgabe. Das Loten, um die fruchtbarsten Stellen für einen Futterplatz zu finden!

Kraut beim Loten

Wir können einen Köder nämlich nicht auf einem Teppich von Kraut anbieten, es gilt also eine freie Stelle im Dschungel zu finden. Nach 60 geschlagen Minuten gelang es mir dann, eine Bereich von einem Quadratmeter ohne Hindernisse oder Unterwasserpflanzen zu entdecken. Ein kleiner Fehlwurf hätte aber schon gereicht, um direkt daneben in einem alten toten Baum zu landen. Er lag dort vermutlich schon viele Jahre, gesehen hatte ich ihn im 2 Meter tiefem und glasklaren Wasser trotzdem nicht. Der sandige Boden neben einem kleinen Versteck schien mir aber genau der richtige Platz zu sein, um meine erste Schleien in diesem Teich zu fangen.

Rotfedern wie ein Sack Mücken – Kein Anzeichen von den Schleien im Teich

Nachdem ich mein Lotblei wieder in die Tasche gesteckt hatte, rätselte ich ganze 5 Minuten nach der richtigen Strategie. Mir geisterten immer wieder die vielen kleinen Rotfedern durch den Kopf, welche mit den Schleien um den Köder im Teich konkurrieren werden. Sie sind wesentlich schneller als die größeren Fische, dieses Problem musste ich unbedingt in den Griff bekommen . Um zumindest eine kleine Selektion zu ermöglichen, entschied ich mich den Futterplatz in zwei verschiedene Bereiche zu gliedern.

Wie bei einem Buffet staffelte ich die Futtermittel, um zumindest die Chance auf eine Trennung der Fischarten zu haben. Auf den ersten Meter setzte ich das Futter ein, während ich dahinter den Weizen mit der Schleuder anbot. Würde es mir gelingen, die Schleien über die Partikel zu stellen, wäre mir der Zielfisch an diesem Teich sicher.

Weizen auf dem Futterplatz

Ich eröffnete den Ansitz mit zwei Maden auf einem Haken der Größe 14, um meine ersten Erfahrungen an diesem Gewässer zu machen. Den Winkelpicker hielt ich dabei dauerhaft in der Hand, um auf einen Biss sofort reagieren zu können. Tatsächlich dauerte es keine 60 Sekunden, um die erste kleine Rotfeder zu fangen. Mit diesem Einstand hatte ich aber gerechnet, weil die Kleinfische den Futterplatz oft in Windeseile erobern. Ein Angeltag an einem wilden Teich ist in jedem Falle eine Frage der Geduld, zumindest im Bezug auf die Schleien trifft diese Beobachtung häufig zu.

Rotfeder mit einem Madenbündel im Maul

Nach 60 Minuten wurde mir schließlich klar, das ich den Rotfedern nur schwerlich entkommen kann. Sie stürzten sich bereits während der Absinkphase auf den Köder, was auf einen sehr großen Schwarm deutete. Ich entschloss mich, auf ein Bündel von Maden zu setzen, um vielleicht ein größeres Exemplar zu überlisten. Die Partikel fütterte ich zwischenzeitlich trotzdem nach, um die Chancen aufrecht zu erhalten.

Weizen rettet den Ansitz am Teich – Strategie mit Erfolg auf Schleien

Die Idee einen größeren Fisch mit einem Bündel aus Maden zu überlisten scheiterte sofort, weil sich nun ein kleines Rotauge den Köder schnappte. Ich war etwas verdutzt über diesen Beifang, schließlich musste der kleine Weißfisch mit seiner ganzen Kraft das Paket eingesaugt haben. Es war mir zumindest gelungen, die zweite Fischart an diesen Nachmittag zu überlisten. Von den erhofften Schleien war bisher keine Spur im Teich zu sehen.

Als ich das Rotauge von seinem Haken schließlich befreite, fielen mir einige Blasen auf der Wasseroberfläche abseits meines Futterplatzes auf. Nicht unweit meiner Partikel schien ein Schwarm von Fischen zu fressen, die Zeit des Weizens war also gekommen. Der Teich schien zumindest eine Überraschung bereitzuhalten, obgleich es keine Schleien sein müssten. Das konstante Nachfüttern der Partikel hatte zumindest eine Wirkung erzielt.

kleiner Rolle zum Winkelpickern auf Schleien an einem Teich

Ich zog nun drei Weizenkörner auf meinen Haken, um einen größeren Abnehmer zu finden. Den kleinen Rotfedern und Rotaugen passte dieser Köder zumindest nicht, sie ignorierten den Weizen aus einem mir unbekannten Grund. Nach 5 Minuten bemerkte ich dann ein seltsames Brummen an der Spitze meiner Rute. Diese Vibrationen treten häufig auf, wenn eine Schleie den Köder testet. Ich setze zum Anhieb an und wusste sofort, was am anderen Ende der Leine hing.

Drill im Teich als Bewährungsprobe – Schleien im Kraut sind Nervenkitzel

Der Drill begann mit einer Flucht in den Winkelpicker, wie ihr es von den Schleien häufig kennen. Dieser Druck auf der Rute ist einmalig, wenn sich die ganze Kraft auf dem Blank entlädt. Für einen Moment spielte ich sogar mit dem Gedanken, den Klipp an meiner Rolle nicht zu lösen, der Fisch war aber viel zu stark für ein solches Manöver. Ich befreite die Schnur, nur um danach einen Herzstillstand zu erleiden. Die Bremse der Rolle war nämlich bis zum Anschlag festgestellt, dank meiner schnellen Reflexe konnte ich einen Abriss aber doch noch verhindern. Die Schleie sollte kurz darauf im Kraut des Teiches verschwinden, es war ein Moment voller Adrenalin.

Ich stand nun etwas Hilflos am Ufer, ein Winkelpicker hat nämlich nicht die Reserven, um einen Fisch aus solch einer Lage zu befreien. Diesen Nachteil können wir nur durch Geduld und kleinen Schritten ausgleichen. Ich übte einen beständigen Druck mit der Rute aus, um die Schleie aus der misslichen Lage zu befreien. Das Geräusch der schreienden Sehne war über den Weiher hinaus bis in die weite Welt zu hören.

eine gefangene Schleie aus einem Teich im Herbst

Nach einigen Minuten des Nervenkitzels löste sich die Schleie schließlich aus dem Kraut, ich konnte sie nun ohne Gegenwehr aus dem Teich ziehen. Eingewickelt von den Unterwasserpflanzen musste sie sich diesem Kampf auch geschlagen geben, dennoch war es ein Duell auf Augenhöhe. Kurz darauf tanze ich im Kreis wie ein Lottogewinner, weil mein Plan aufgegangen war. Die Schleie hatte nicht nur die 50 Zentimeter überschritten, sie war auch meine erste Tinca Tinca an diesem Teich. Ich hoffe sie wird auch in der Zukunft noch für reichlich Nachwuchs sorgen, um den Bestand in diesem Gewässer zu sichern.

Herzlichst, euer 16er-Haken

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