Schleie

Die Schleie – Deutschlands schönste Fischart

Die Schleie, im lateinischen Tinca Tinca genannt, ist eine heimische Fischart unserer Gewässer. Sie gilt unter vielen Menschen als der schönste Fisch in unseren Breitengraden. Wer seine Augen offen hält, kann sie an den Teichen und sehr langsam fließenden Flüssen entdecken.

Schleie

Was ich über die Schleie weiß, verrate ich euch wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Merkmale und Fakten zur Schleie

Die Schleie ist ein außergewöhnlicher Fisch! Ihre grüne Farbe und der rötliche Stich in ihren Augen kennzeichnen diese unverwechselbare Schönheit. Wer sie bereits gesehen hat, ist ihr definitiv verfallen. Die Schleie kann eine maximale Länge von 70 Zentimetern bei einem Gewicht von 8 Kilogramm in Ausnahmefällen erreichen. Solch stattliche Gewichte sind aber nur Weibchen während der Laichzeit vorbehalten.

Kennzeichnend für die Schleien ist ein grünlich-oliv verlaufender Farbton. Die Bauch, Brust, After und Schwanzflossen variieren von einem matten Grau bis in einen hellen schwarzen Ton. Wie bei vielen Arten von Fischen ist der Rücken etwas dunkler, während der Bauch von grün bis in ein schwaches Besch verläuft. Die Schwanzwurzel ist auffällig stark, die Schwanzflosse wiederum ist beinahe geradlinig.

grünes Aussehen und kräftige Körperform kennzeinet die Schleien

Die gedrungene und kräftige Körperform lässt die Schleie sehr massiv wirken. Sie gilt auch als ein wahres Kraftpaket. Das endständige Maul mit 2 Barteln ist ihr Arbeitswerkzeug beim Durchwühlen des Bodens nach Nahrung.

Wir können entlang der Seitenlinie 95 bis 100 sehr kleine, festsitzende Schuppen zählen. Die Anzahl ist wichtig, wenn wir Fischarten voneinander unterscheiden wollen. Die Schleien sind aber einzigartig und kaum zu verwechseln. Sie erreichen ein maximales Alter von 20 Jahren.

Alle Infos zu Tinca Tinca zusammengefasst:

  • Länge bis 70 Zentimeter
  • Gewicht bis 8 Kilogramm
  • Maximales Alter von 20 Jahren
  • grünlich-oliver Farbton
  • gräulich bis mattschwarze Flossen
  • rötliche Iris in den Augen
  • endständiges Maul
  • 2 Barteln
  • 95-100 Schuppen entlang der Seitenlinie

Männliche Schleie von weiblicher Schleie unterscheiden

Um den Unterschied zwischen den Geschlechtern der Schleien festzustellen, reicht ein Blick auf die Bauchflossen aus. Bei der männlichen Schleie sind diese nicht nur größer, sie weisen auch einen verdickten Hartstrahl auf. Desweiteren überragt die Bauchflosse beim Männchen den After.

Eine weibliche Schleie unterschiedet sich durch kürzere Afterflosse vom Männchen

Auf dem Foto könnt ihr eine weibliche Schleie erkennen, deren Bauchflosse im Gegensatz zum Männchen nicht nur kleiner ist, sie endet auch vor dem After.

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Schleie lässt sich über die Grenzen Europas hinaus beschreiben. Sie hat sowohl die Regionen Skandinaviens, als auch Teile von Asien besiedelt. Es gibt sogar einige lokale Stämme in den USA. Dort wurden sie von Menschenhand eingesetzt.

Sie liebt stehende Gewässer, welche Reich an Pflanzen sind. Wir können die Schleien vorfinden in:

  • Weihern und Teichen
  • Seen und Baggerlöchern
  • Gräben und Altarmen
  • langsam fließenden Gewässern
Teiche sind oft von Schleien besiedelt

An die Wasserqualität stellt die Schleie keine großen Ansprüche, sie ist äußerst Anpassungsfähig. Selbst niedrigste Sauerstoffwerte oder ein hoher PH-Wert machen ihr nicht zu schaffen. Beinhaltet das Gewässer keine Karpfen oder Brassen, gedeihen sie besonders prächtig. Große Flüsse und starke Strömung sind nicht ihr natürlicher Lebensraum, dennoch gelangen sie auch in diese Gewässer durch Hochwasser.

Lebensweise

Der Schlei ist ein Fisch der untersten Wasserschichten, am Grund des Gewässer fühlt er sich Zuhause. In Schwärmen zieht er entlang der Uferkante, um den Boden nach Nahrung zu durchwühlen. Umso größer die Schleien aber werden, desto kleiner sind die Schulen im späteren Verlauf.

Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung ist die Schleie aber kein ausgesprochener Nachtfisch, sondern vielmehr über beide Tageszeiten aktiv. Wir können ihnen in den Morgenstunden, am Mittag, aber auch in der Nacht aktiv beim Fressen begegnen.

Natürliche Nahrung


Auf dem Speiseplan von Tinca Tinca stehen vor allem wirbellose Kleintiere wie:

  • Insekten und deren Larven
  • Schnecken und Muscheln
  • Würmer und Krebse

Ebenfalls von Bedeutung bei den Schleien sind die Larven der Zuckmücke. Auf der Suche nach ihnen durchwühlen sie den Grund des Gewässers, wodurch sich die Gase im Boden lösen und aufsteigen. Der Angler erkennt an dieser Wechselwirkung die sogenannten „Schleienstraßen“.

Fortpflanzung und Laichzeit der Schleien

Die Laichzeit der Schleien erstreckt von April bis August ab einer Wassertemperatur von 18 Grad. Eine Besonderheit bei Tinca Tinca ist das portionsweise Ablegen der Eier während dieser Phase. Im Gegensatz zu anderen Weißfischen pflanzen sie sich Schubweise fort. Im Fachkreisen spricht der Sachkundige von den sogenannten „Portionslaichern“.

Schleien laichen am pflanzenreichen Ufer

In größeren Schwärmen zusammengeschlossen sammeln sich die Schleien dabei am Ufer, um den Laich an Pflanzen, Kraut oder Wurzeln anzuheften. Das Männchen wird seinen Samen auf bis zu 400.000 Eiern pro Weibchen verteilen. Die Larven schlüpfen nach spätestens 7 Tagen.

Die jungen Schleien zehren noch einige Zeit von ihren Dottersäcken, bis sie freischwimmend Plankton aufnehmen. Im Alter von 4 Jahren und ungefähren 30 Zentimetern Länge tritt die Geschlechtsreife des Nachwuchses ein. Sie werden dann wie ihre Eltern während der Laichzeit eine neue Generation von Schleien begründen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Schleie genießt einen wirtschaftlichen Faktor in unseren Breitengraden. Die in der Zucht aufgebauten Bestände dienen später als Besatz für die Gewässer oder als Speisefische in der Gastronomie. Der Fischer stellt den Schleien mit der Reuse ebenfalls sehr erfolgreich nach. Sie wurde 2007 sogar der Fisch des Jahres.

Bedeutung als Speisefisch

In der Küche ist die Schleie gern gesehen. Ihr Fleisch ist schmackhaft, weist aber nur wenige Gräten auf und ist Arm an Fett. Sowohl gebraten, als auch geräuchert ist sie ein Genuss. Stammen sie aus schlammigen Gewässern, kann der Fisch tranig schmecken und ist keiner Empfehlung wert. Schleie „Blau“ und nach „Müllerart“ sind typische Gerichte.

Schleie in der Vergangenheit

In der Vergangenheit wurde die Schleie vom berühmten Isaac Newton als der Doktorfisch betitelt. Ihr wurden heilende Kräfte nachgesagt, weil der Schleim in der Medizin Wunder vollbracht haben soll. In der Neuzeit sind wir allerdings schlauer! Ein Fisch auf einer offenen Wunde sorgt weniger für die Heilung, als vielmehr für andere Komplikationen.

Erfolgreiche Methoden beim Angeln

Das Angeln auf Schleien erfreut sich der größten Beliebtheit. Sie ist ein ausdauernder Kämpfer, der jedem Fänger ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ausgesprochen gut beißen sie in der Zeit zwischen Mai bis August. Das Ansitzen mit abgelegten Ködern am Grund des Gewässers bietet den größten Erfolg.

Schleie im Unterfangkescher

Auf meinem Blog befinden sich bereits mehrere geschriebene Artikel über das Friedfischangeln auf Schleien. Ihr findet die Verlinkungen unter dem Artikel. Ich hoffe mein Bericht über den schönsten Fisch unserer Gewässer hat euch gefallen. Ohne Zweifel steht die Schleie mit ihrem Aussehen außerhalb jeglicher Konkurrenz.

Herzlichst, euer 16er-Haken

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Über den Autor

16er-Haken

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Hallo, mein Name ist Christoph und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Alle Beiträge, sowie die Bilder und die technische Umsetzung des Blogs entstammen aus meiner schwungvollen Feder. Seit Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Friedfischangeln und mein Talent, die Worte auf das Papier zu zaubern, mussten irgendwann in einer digitalen Tätigkeit enden. Du findest auf meinen Blog viele Strategien, Tipps und Tricks rund um das Feedern, Stippen, Winkelpickern, Matchangeln, aber auch schöne Geschichten vom Wasser.

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