Angeln im Oktober

Angeln im Oktober mit Kaffee als Lockstoff im Futter

In Alle Inhalte, Feedern, Futterkunde by Christoph Heers3 Kommentare

Himmelherrgott, dieser verflixte Herbst und seine ständigen Wetterkapriolen! Vollkommen überrascht, ach was, hinterlistig gemeuchelt, musste ich nämlich meinen ursprünglichen Plan für das Angeln im Oktober kurzfristig verwerfen. Richtig Doof – über Nacht fielen die doch recht milden Temperaturen unangekündigt in den Bereich siebirischer Permafrost.

Aus die Maus, das Risiko, eine Klatsche beim Method Feedern am Baggerloch zu kassieren, wollte ich an diesem fiesen Oktobertag einfach nicht eingehen. Der neue Matchplan – das wetterfeste Rotauge mit der Feederrute und einem doch recht ungewöhnlichen Lockstoff überlisten. Mit Kaffee, anstatt Gewürzen im Futter! Wie sich meine neuste Idee beim Angeln im Oktober geschlagen hat, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Müde Fische beim Angeln im Oktober durch Kaffee im Futter auf Trab halten

Ich könnte im Strahl kotzen! Die Wetterfrösche, so zuverlässig wie eh und je, hatten mich mal wieder im Regen stehen gelassen. Die Prognose am Donnerstag für das Wochenende – milde Temperaturen, etwas Wind und Wolken. Im Oktober kann es eigentlich keine besseren Bedingungen für das Brassenangeln mit dem Method Feeder geben! In freudiger Erwartung auf einen schönen Samstag wurde die Angeltasche natürlich sofort gepackt und über die richtigen Pellets für den Ansitz sinniert.

Aber Pustekuchen, am Wochenende klingelt der Wecker bereits um 06.00 Uhr in der Früh, ich falle wie immer im „Walking Dead Zombie Style“ aus dem Bett und was dürfen meine müden Maulswurfsaugen nach einem kurzen Blick aus dem Fenster sehen? Frost auf den Autoscheiben und Sturmböen! Ganz klar – das schlechte Wetter passt zum Oktober und somit auch zum Angeln, es sollte aber beständiger wie die europäische Politik sein. Wechselhafte Luftdruckverhältnisse und Kältestürze vernageln dem Fisch bekanntlich das Maul…..

Kaffee im Futter beim Angeln im Oktober
Kann der Kaffee im Futter die Friedfische beim Angeln im Oktober überzeugen?

Bei einer schönen Tasse Kaffee, hin und her gerissen über meinen bisherigen Matchplan, entschied ich mich dann spontan für eine Kehrtwende. Nicht der Brassen, sondern das wetterfeste Rotauge muss jetzt der Zielfisch beim Angeln im zickigen Oktober sein! Kein großes Drama, schnell die Ausrüstung auf leichte Feederruten mit geflochtener Schnur auf den Rollen und wundervolle X-Change Distance Feeder umgestellt. In der Zwischenzeit köchelten 250g Hanf liebevoll auf der Herdplatte vor sich hin.

Das Futter, ich liebe würzige Mischungen für das Rotaugenangeln im Herbst, sollte mit Koriander oder Curry verfeinert werden. Pustekuchen Part II nach einem Ausflug in mein Lockstofflager – ich hatte gar keine Gewürze mehr! Ein prüfender Blick auf meine Kaffeetasse sollte aber genügen und ich wusste sofort, wie die wilde Herbstbestie in den Fischen beim Angeln im Oktober zu wecken ist.

Kaffee als Lockstoff? Eine Notlösung mit Potential!

Die Idee, ein Grundfutter* mit etwas Kaffee zu verfeinern, stand natürlich schon seit Ewigkeiten auf meinem Zettel. Das feine Röstaroma, diese herbe Note, einfach ein Genuss! Das Rotauge, ganz klar ein Freund der Gewürze und Kräuter, besitzt ein ebenso starkes Fable für die markanten Düfte. Das Beste aus der Bohne könnte also mein Curry oder Koriander würdevoll als Lockstoff beim Angeln im Oktober vertreten. Zumindest in der Theorie! Etwas problematisch – ungekocht treibt der Kaffee im Gegensatz zum weniger aromatischen und dafür sinkendem Kaffeesatz blitzartig im Wasser auf.

Ich entschied mich deshalb dafür, den Kaffee und das Futter erst trocken miteinander zu vermengen und danach mit Wasser anzumischen. Noch besser, oft auch mit Hanfmehlen praktiziert, wäre heißes Wasser gewesen! Das Aroma verbindet sich dann noch effektiver mit den Futtermehlen, zeitgleich entwickeln die feinen Partikel schneller mehr Eigengewicht. Auf diese Idee kam ich aber erst nach meinem kleinen Angeltest im Oktober. So ist das eben, im Nachgang sind wir alle Schlauer. 😉

Kaffee als Lockstoff
Kaffee enthält viele Bitterstoffe, beim Dosieren ist also Vorsicht geboten

Ein Punkt war mir aber noch wichtiger – der Kaffee riecht zwar super verführerisch, schmeckt aber auch verdammt bitter! Hoch dosiert können sich diese Bitterstoff wiederum, egal um welche Zutat es sich handeln mag, negativ im Futter auswirken. Der Kaffee darf also nur in sehr geringen Mengen und dann auch nur in der Verbindung mit Salz eingesetzt werden. Das Salz ist deshalb wichtig, weil es die Bitterstoffe etwas unterdrückt. Ein süßes Futter wird süßer, ein würziges, na du weißt schon!

Lange Rede, kurzer Sinn – das Futter wurde mit einer kleinen Handvoll Kaffee und 50g Salz vermengt und danach erst mit Wasser für das Angeln im Oktober angemischt. Die Struktur wurde über einen 2,5mm Sieb* bewusst fein gehalten, um bei Bedarf kleine Wolken über den Futterkorb freischlagen zu können. Super Lecker – der im Futter enthaltene Schokobiskuit entwickelte in der Verbindung mit dem Kaffee ein Geruchserlebnis wie in der Edelcafeteria!

Taktik für Rotaugenangeln im Oktober

Ich war für diesen Ansitz natürlich so gut vorbereitet wie der Winterdienst bei Schneefall, weil ich meinen Plan um 360 Grad drehen musste. Das Dilemma – nebst Maden, ein Liter verbringt seine Freizeit fast immer in meinem Kühlschrank, konnte ich nur noch Hanf kurzfristig kochen.

Ein paar Pinkies und Caster wären definitiv von Vorteil gewesen, diese Köder sind beim Angeln im Oktober einfach unschlagbar. Gerade nach Wetterumschwüngen! Das große Rotauge lässt sich über den Caster sogar gezielter aus den kleinen Weißfischschwärmen heraus selektieren. Seis drum!

Hanf und Maden im Futter für das Oktoberangeln
Hanf und Maden sind klassische Köder beim Angeln im Oktober auf das Rotauge

Meine Strategie sollte aus zwei sehr einfachen Säulen beim Angeln im Oktober bestehen: Ich werde mir eine tiefe Kante an einem abgestorbenen Krautfeld suchen und dort nach einer freien Stelle loten. Eine kleine Randnotiz – alte Krautfelder sind im Herbst immer vielversprechend, weil die Rotaugen einen Unterschlupf, aber auch Fischnährtiere wie Insekten*, deren Larven oder kleine Schnecken vorfinden.

Der Wurftakt wird am Anfang alle 5 Minuten betragen und sich dann nach dem Beißverhalten der Fische richten. Der Futterkorb meiner Wahl – der X Change Distance Feeder in der Größe M, ideal für das Rotaugenangeln! Zwei Dips, Koriander und Zucci, ergänzten mein spontan zusammengeschusterten Matchplan für das Angeln im Oktober.

Feine Spitzen und Geflecht für schwere Bedingungen beim Ansitz


Nach starken Wetterumschwüngen, wie jetzt im Oktober, ist mir eine fein abgestimmte Angelausrüstung besonders wichtig. Ich schwöre auf Feederuten mit schlanken Spitzen aus Karbon für einen Tanz auf dem Drahtseil! Der Vorteil – nach einer extrem vorsichtigen Köderaufnahme nimmt die Karbonspitze nur im letzten Drittel die Zugkraft auf, was die Sichtbarkeit eines Bisses enorm fördert.

Die Spitzenstärke ist natürlich ebenso Kriegsentscheidend und muss immer so fein wie möglich beim Feedern gewählt werden. Am Baggerloch ist eine Unze beim Angeln auf Entfernungen von bis zu 50m meine erste Wahl. Bei Wind, wie so oft im wilden Oktober, kann der Wert von Haus aus um 0,5 Unzen erhöht werden. Dir fehlen solche Feederspitzen? Dann schau dir eine Auswahl bei meinem Partner an!*

Angelausrüstung für das Feedern im Oktober

Vollendet wird mein filigranes Setup durch eine 0,10mm geflochtene Schnur auf einer 4000er Rolle. Das Geflecht hat keinerlei Dehnung, mir wird deshalb jeder noch so zaghafte Biss an der Feederspitze angezeigt. Vorausgesetzt, die Vorfachlänge stimmt. Ganz wichtig – immer eine monofile Schlagschnur vor die geflochtene Sehne* schalten! Eine Schlagschnur sorgt für etwas Dehnung, schützt dein Geflecht vor Abrieb durch Muscheln oder steinigen Kanten und dient dir natürlich auch zum Binden der Montagen.

Hach und bevor ich es vergesse, achte auf die Rutenlänge! Ich kann dir nur wärmsten Feederruten ab 3,60m mit Wurfgewichten von mindestens 60g, besser noch 80g, für das Angeln im Oktober empfehlen. Im Herbst wandern die Fische nämlich direkt von der Uferzone in das tiefe Wasser. Die Wurfentfernung steigt an den meisten Gewässern deshalb an und wenn dann auch noch Sturm im Spiel ist, führt kein Weg an langen Feederruten vorbei.

Kaffeefahrt überzeugte Brassen beim Angeln im Oktober

Kurz nach 09.00 Uhr, komplett aufgedreht dank Kaffee im Futter und Becher, traf ich endlich am Baggerloch ein. Ich war wirklich gespannt, wie die Rotaugen auf diesen Lockstoff, wenn überhaupt, beim Angeln im Oktober reagieren werden. Direkt nach meiner Ankunft wichen die Sturmböen sogar einem launischem Landwind, was mir durchaus zu gefallen wusste. Also fix die kleine Kiepe* samt wetterfestem Side Tray und zwei Feederruten für die Kaffeefahrt im Oktober aufgebaut.

Das Loten nahm nur sehr wenig Zeit in Anspruch, weil ich genau wusste, wo ich die Rotaugen fangen will. An einer alten Krautbank im 4m tiefen Wasser direkt vor einer Insel! Das Hornkraut wächst zwar über der Kante, stirbt aber im Herbst schnell ab und sammelt sich dann am dahinterliegenden Gewässergrund. Nach 10 Minuten konnte ich eine saubere Stelle im Dschungel finden und sogleich zur Startfütterung übergehen. Genau 5 Distance Feeder in der Größe M gefüllt mit einigen Maden und Hanf landeten im Baggerloch und schon war das Angeln im Oktober offiziell eröffnet!

Brassen im Kescher gefangen im Oktober beim Angeln
Schwieriges Angeln im Oktober mit Überraschung: der Kaffee lockte den Brassen, anstatt das Rotauge auf meinen Futterplatz

Ungefähr 4 Futterkörbe später, also nach 20 Minuten, konnte ich bereits das erste zaghafte Zittern an der Spitze mit einem Anhieb parieren. Und was hängt am Haken? Ein kleiner Brassen, unter den Matchanglern auch der „Skimmer“ genannt! An diesem Baggerloch mögen die Brassen eigentlich keinen Hanf, dafür aber wohl eine Einladung zum Kaffee. Um die Rotaugen noch gezielter beim Angeln im Oktober anzusprechen, wurde der Anteil an Hanf pro Futterkorb sofort erhöht. Wieder ausgeworfen, kurz gepopelt, dann gleich ein Biss. Das musste doch eine pornöse Plötze sein!

Pustekuchen Part III – erneut schnappte sich ein Skimmer den Köder. Nach zwei Stunden hatte ich dann ungefähr 20 kleine Brassen, aber keine andere Fischart im Kescher*. Ziemlich unheimlich, das Baggerloch beherbergt nämlich einen tollen Mischbestand. Könnte der Kaffee also ein Brassenmagnet sein? Für ein finales Fazit reicht dieser kleine Test beim Angeln im Oktober natürlich nicht aus, aber der erste Eindruck zählt. Es hat funktioniert! Also ran an den Speck, probiere den Kaffee im Futter ruhig aus und berichte mir von deinen Ergebnissen.

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

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Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich schon Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du wirst auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander vorfinden!

Kommentare

  1. Vielen Dank Christoph für deine Antwort. Freue mich auf mehr Artikel und melde mich bei konkreten Fragen und nächstes Jahr mal zum Angeln 🙂 VG Andi

  2. Lieber Christoph, ich bin ein echter Fan deines Blogs! Danke fürs Teilen deiner Leidenschaft und deiner Erkenntnisse. 🙂
    Ich bin erst in meinem zweiten Jahr nach Angelschein und habe meine ersten guten Schritte ins Feedern gemacht. Ich mache gern alles mögliche nach, bin allerdings von der Fülle deiner Hinweise etwas erschlagen. 🙂

    Was mir helfen würde wäre eine Post von dir dazu, welchen Einstieg du Feederanfängern wie mir empfehlen würdest: Was sind aus deiner Sicht die Basics an Material und Lockfutter? Womit beginnen?? Bisher nehme ich einfach nur handelsfertiges Grundfutter günstigster Sorte, stopfe das in meine Futterkörbe, hänge 2 Maden dran und hoffe dann, dass irgendwann was beißt. Das klappt manchmal (1 Brasse oder 2 Plötzen in 3 Stunden nenne ich schon einen Erfolg), aber meistens beißt nichts.

    Meine Gewässer sind Elbebuhnen, Baggerseen und Altarme. Hanf und Gewürze sind mir noch fremd und wenn ich deinen Blog lese weiß ich dass ich da noch viel zu lernen habe… Würdest du mich evtl auch mal mitnehmen auf eine Runde an deine Elbe? Sorry, das war lang. Über eine Antwort würde ich mich freuen. Gruß, Andi aus Magdeburg

    1. Author

      Grüß dich, Andi!

      Dein Kommentar ist wirklich super und ausführlich, find ich dufte. Einsteigerfreundliche Veröffentlichungen zum Feedern stehen natürlich auf meinem Zettel und sind für 2021 geplant. Wenn du spezifische Fragen zu einem Thema haben solltest, dann einfach die Kommentarfunktion zum passenden Bericht nutzen. Wir beide finden schon eine Lösung. 😉

      Ich kann auch gut nachvollziehen, das viele Tipps, wie jetzt auch beim Angeln im Oktober, für einen Anfänger noch böhmische Dörfer sind. Der Spagat ist einfach unheimlich schwierig, die Zielgruppe auf allen Ebenen zu bedienen. Der Blog hat viele Einsteiger, aber auch sehr erfahrene Leser. Ich strebe daher immer einen Kompromiss an und streue einige Infos zu Gerät/Montagen/Fütterung ein, aber wohl dosiert, weil der Fokus sonst vom eigentlichen Thema wegrückt und der Lesefluss leidet. Die typischen Probleme eines Autors! 😀

      Was das gemeinsame Angeln angeht, muss ich dich leider enttäuschen, mein Oktober ist, bis in den Dezember hinein, terminlich komplett gefüllt. Eine Möglichkeit würde sicherlich nächstes Jahr bestehen! Der Blog, einige Veranstaltungen und Guidings fressen einfach zu viel Zeit. Ich hoffe, du kannst das Nachvollziehen. Dennoch, vielen Dank für dein tolles Feedback, anfängerfreundliche Berichte fehlen in der Tat!

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