ausgelutschte Maden

Ausgelutschte Maden? Warum der Fehler im Detail liegt!

Ausgelutschte Maden sind für viele Angler ein Phänomen und Ärgernis zugleich. Warum haben wir dieses Problem aber? Ist der Haken etwa zu groß, das Wetter zu schlecht oder mag uns Petrus einfach nicht? Irgendeinen Grund muss es doch geben, warum der Köder wie eine leere Hülle durch die Luft flattert.

ausgelutschte Maden

Ich möchte euch erklären, warum ausgelutschte Maden uns am Angeltag heimsuchen und was wir dagegen tun können. Ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim Lesen!

Warum laufen die Maden beim Angeln aus?

Kennt ihr diese Tage, wenn wir einen Biss hatten und der Köder wie eine leere Hülle am Haken baumelt? Nicht selten sehen wir uns mit diesem Problem über den ganzen Ansitz konfrontiert. Entweder beißen die Fische spitz oder wir haben einfach nur Pech. Könnte es nicht vielleicht doch unser Verschulden sein?

Im Falle von ausgelutschten Maden verbirgt sich tatsächlich ein Fehler in der Präsentation vom Haken bis zu der Montage. Es sind doch oft die kleinsten Dinge, die uns einen Strich durch die Rechnung machen können. Der Erfolg beim Angeln versteckt sich eben in den winzigsten Details! Die häufigsten Gründe für ausgelutschte Maden sind vor allem:

  • zu lange Vorfächer
  • zu große Haken
  • passive Montagen
  • Unachtsamkeit
  • sehr Spitz beißende Fische
  • mangelhafte Bissanzeige
  • zu grobes Angeln

Und alle diese Gründe können dafür verantwortlich sein, wenn wir einen malträtierten Köder aus dem Wasser holen. Der Fisch an sich löst dieses Problem zwar aus, die Ursache dagegen hat zwei Beine und einen Angelschein (nicht immer). Die Wiedergabe eines Bisses beeinflussen nämlich nur wir selbst und niemand anderes!

Spitz beißende Fisch sind ein Teil des Problems

Habt ihr euch eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie ein Fisch unseren Köder aufnimmt? Beobachten könnt ihr dieses Verhalten über die vielen gemachten Videos unter der Wasseroberfläche. Vor allem beim Grundangeln können wir dabei einen sehr oft sich wiederholenden Ablauf feststellen.

Ein Brassen beispielsweise steht leicht quer mit dem Kopf über dem Köder, nach der Begutachtung der Maden kommt der für uns wichtigste Moment. Er nimmt den Haken in sein Maul auf, ist er dabei allerdings sehr vorsichtig, kann das Problem der ausgelutschten Maden entstehen. Oft bewegen sich die Fische bei so einem zaghaften Verhalten nach der Köderaufnahme nämlich nur noch wenige Zentimeter. Ist das Vorfach zu lang, entsteht also kein Zug auf der Montage und jedes Glöcken oder die Spitzen werden schweigen.

Vorsicht gebissener Fisch mit Haken weit vorn im Maul

Da ein Fisch beim Grundangeln zu 99% nach einem Biss nach oben schwimmen muss (unter ihnen ist der Boden), ist also jeder zu große Spielraum eindeutig Nachteilig. Das vorsichtige Verhalten und der sehr verzögerte Bewegungsablauf resultiert oft durch:

  • Misstrauen gegenüber dem Köder
  • sehr niedrige Wassertemperaturen
  • unbekannter Köder
  • das Probekosten der Beute
  • starke Wetterwechsel

Jeder dieser Faktoren kann also dafür sorgen, das ein Fisch sich nach der Aufnahme des Köders sehr ruhig verhält. Er steigt vielleicht keine 15 Zentimeter im Wasser auf und dieser Spielraum gibt ihm die Freiheit, uns ausgelutschte Maden zu übergeben. Wir bekommen den Kontakt nicht mit, während er den Köder förmlichst aussaugt. Und genau dagegen müssen wir etwas tun!

Wie wir ausgelutschte Maden beim Angeln verhindern

Es gibt eine sehr einfache Lösung, um ausgelutschte Maden in das Reich der Fabeln zu verweisen. Du musst nichts weiter machen, als deine Montage und das Gerät direkter einzustellen! Was bedeutet diese Weisheit? Wir können uns anpassen, wenn wir:

  • Das Vorfach kürzen
  • die Montage feiner Präsentieren
  • Das Handy weglegen
  • kurze Selbsthakmontagen nutzen
  • geflochtene Schnur verwenden (Dehnung)
  • auf leichtere Posen zurückgreifen
  • die Made komplett auf den Haken ziehen
  • schneller den Anhieb setzen

Im Prinzip packen wir den Stier bei seinen Hörnern! Ich habe es mir sogar angewöhnt, selbst im Winter sehr direkt zu Angeln. Warum sollte ich dem Fisch mehr Zeit einräumen, wenn er die Maden im Maul hat? Früher nutzte ich beim Feedern sogar Vorfächer von 100 Zentimeter Länge an stehenden Gewässern, heute verstehe ich den Grund dafür nicht mehr.

kurzes Vorfach an einer Montage zum Feedern

Natürlich gibt es immer wieder diese Tage, wo wir den Anhieb zu Früh setzen, dann sollten wir Gegenteilig denken. Es ist also immer die Frage nach der Tagesform von Fisch und Angler. Ein gutes Zeichen ist es aber, wenn der Haken dicht am Maul greift. Ausgelutschte Maden resultieren eigentlich immer aus der Unachtsamkeit oder einer verzögerten Wiedergabe der Bisse. Wer schneller reagiert oder sich anpasst, verhindert auch das Oftmals zu tiefe Schlucken des Köders.

Ebenso hilfreich kann eine geflochtene Schnur sein, wenn wir unseren Futterplatz auf größeren Entfernungen anbieten wollen. Der Unterschied zu einer monofilen Sehne ist enorm! Erst vor kurzem hatte ich ein Hegeangeln, wo wir auf 50 Meter Distanz Feedern mussten, die kleinen Rotaugen lutschten die Maden aber immer wieder aus. Ich hatte mit Sicherheit an die 20 Bisse verpasst, erst danach griff ich auf eine leichte Feederrute mit geflochtener Schnur zurück. Kurz darauf konnte ich die ersten Plötzen sauber landen!

Ausgelutschte Maden beim Posenangeln resultieren aus den selben Gründen

Angeln wir mit der Pose, müssen wir genauso unsere Montage und die Bissanzeige optimieren. Alleine deswegen setzen wir ein sogenanntes Angstblei oder Fallschrot knapp über dem Vorfach ein, weil auch bei dieser Methode ein Fisch mit dem Haken im Maul nach oben steigen kann. Hebt sich die Antenne aus dem Wasser, können wir den Anhieb aufgrund dieser Rückmeldung setzen.

Brassen und Rotfedern beim Angeln mit der Pose

Montieren wir das Schrot für die Hebebisse allerdings zu weit entfernt vom Haken an, riskieren wir erneut den berühmten Blindflug. Das Resultat werden wiederholt ausgelutschte Maden sein, weil wir den Kontakt zum Fisch überhaupt nicht bemerken können. Im Prinzip geht es bei geklauten oder leer gesaugten Maden also immer darum, sich dichter an das Geschehen zu Tasten. Wer sich auf das Verhalten der Fische nicht einstellt und seine Methoden nicht anpasst, der Zieht unter Garantie die lange Nase.

Deswegen habe ich kein Handy beim Angeln dabei. Ich konzentriere mich auf meine Aufgaben am Wasser und nicht auf Facebook oder Twitter. Wer sich dieser kleinen Ratschläge jedenfalls bedient, kann sich gegen die ausgelutschten Maden wehren.

Herzlichst, euer 16er-Haken

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Comments

  1. Servus,

    erstmal wieder ein dickes Lob für den Artikel. Jetzt hab ich kurz eine Frage zur Schnur. Als du mit monofiler geangelt hast, war dass dann eine normale sinkende oder so eine „spezielle“ Feederschnur? Wie ist da der Unterschied, merkt man den?

    1. Author

      Grüß dich! Ich habe eine normale Schnur zum Feedern verwendet, die zwar als Sinkend angegeben ist, aber in jedem Falle nachbehandelt werden muss. Generell sinkt jede Sehne, wenn du den Schmutz oder den leichten Film aus Öl auf der Oberfläche entfernst. Ich verwende dafür Spülmittel, welches ich in einen Lappen gebe. Beim Angeln ziehe ich die Schnur beim Einkurbeln durch den Lappen, damit sie schneller sinkt. Ob es eine spezielle Sehne zum Feedern sein muss? Ich denke nicht. Sie sollte einfach nur wenig Dehnung und Abriebsfest sein. Sinkend bekommst du sie ja in jedem Falle durch Nachbehandlung. Spezielle Feederschnur ist meiner Meinung nach nur etwas Straffer und oft Oberflächenversiegelt. Habe ich in 20 Jahren Angeln nie gebraucht.

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