ausgelutschte Maden

Ausgelutschte Maden beim Angeln – Warum der Fehler im Detail liegt

In Alle Inhalte, Rund ums Wasser by Christoph Heers2 Kommentare

Schon wieder ausgelutschte Maden“ brüllte Herbert wutentbrannt beim Angeln über den See, weil seit Stunden so gut wie jeder Anhieb das Fischmaul verfehlt. Anstatt der erhofften Rotaugen, Güstern oder Brassen baumelt nämlich nur ein ausgesaugter Köder am Haken!

Hat Herbert einfach nur Pech bei seinen Ansitzen? Nein, das Problem ist Hausgemacht und der Fehler versteckt sich beim Angeln wie immer im Detail! Manchmal ist das Vorfach beispielsweise beim Feedern überlang oder sogar die Pose um nur ein einziges Gramm zu schwer. Wie Herbert den ausgelutschten Maden entkommen kann, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Ausgelutschte Maden beim Angeln – Fehlbisse sind ein Problem der Präsentation

Kennst du diese Tage, wenn die Made nach einem Biss wie eine leere Hülle am Haken baumelt? Herbert kann dir diese leidvolle Geschichte von den Köderdieben und Fehlbissen nach fast jedem Ansitz erzählen! Er verflucht auch ständig seine Gewässer und die kostspielige Ausrüstung, weil irgendwer immer wieder die Köder klammheimlich vom Haken stibitzt.

Was haben die Fische heute wieder spitz gebissen und der ganze teure Krempel taugt doch sowieso nichts“ schimpft der alte Zottelkopf nach fast jedem Angeltag wegen der ausgelutschten Maden. Wo liegt der Fehler? Hat Petrus etwa schlechte Laune? Nein! Die Grund für Herberts großes Problem liegt wie immer in den Details verborgen.

Lieber Herbert, du kannst die vielen Fehlbisse beheben!

Die ausgelutschten Maden sind nämlich das Ergebnis einer falsch abgestimmten Präsentation der Montage, sowie einem viel zu grob ausgewähltem Gerät. Es sind wie immer die kleinsten Details, welche sich für die ärgerlichen Fehlbisse oder einen ungewollten Köderdiebstahl verantwortlich zeichnen können. Diese Gründe sind beispielsweise für ausgelutschte Maden beim Angeln verantwortlich:

  • zu lange Vorfächer
  • zu große Haken*
  • passive Montagen
  • beständige Unachtsamkeit
  • zögerlich beißende Fische
  • unsaubere Bissanzeige
  • zu grob abgestimmtes Gerät

Die Wiedergabe eines Bisses beeinflusst nämlich nur ein Angler für sich selbst bei seinen Ausflügen! Ein kleiner Fisch wird genauso wenig eine riesige Pose in die Tiefen ziehen können, wie eine Feederspitze ohne Spielraum nach der Köderaufnahme wackeln kann.

Eine ausgelutschte Made ist also kein Zufall, sondern nur das Ergebnis einer fehlenden Feinabstimmung von der Montage bis hin zu deinem Angelgerät. Der Fisch spielt natürlich auch eine wichtige Rolle und diese Faktoren beleuchten wir jetzt gemeinsam im nächsten Absatz!

Ursache und Wirkung von spitzen Bissen – Wettereinflüsse, Jahreszeiten und Beutegreifer

Kommt der Wind von Osten, wird der Haken rosten!“ ist eine Bauernregel unter den Anglern, wenn die Einflüsse von Wind und Wetter diskutiert werden. Ich würde zwar nicht jede Weisheit vom Tresen des Vereinsheims unterzeichnen, das Beißverhalten eines Fisches hängt aber immer von den Wandlungen seiner Umgebung ab. Du kennst doch sicherlich auch diese Tage: Ein starker Wetterumschwung kündigt sich in der Nacht an schon beißen die Rotaugen am Nachmittag spitz!

dieses Rotauge hatte die Maden vorsichtig beim Angeln genommen
nach starken Wetterumschwüngen beißen die Fische häufig spitz

Für dieses Verhalten zeichnet sich unter anderem die Schwimmblase verantwortlich, welche sich aufgrund einer Veränderung des Luftdruckes regulieren muss. Simpel formuliert: Ein Fisch frisst bei wechselndem Wetter weniger und zögerlicher, weil sich seine Umwelt kurzzeitig verändert hat.

Wissenschaftlich ist diese These bisher zwar nicht bewiesen, ein Angler kann diese Beobachtung aber in der Regel bestätigen. Weitere Faktoren für die spitzen Bisse und ausgelutschte Maden beim Ansitz können sein:

  • Wetterumschwünge
  • hoher Angeldruck
  • unbekannter Köder
  • niedrige Wassertemperaturen
  • klares Wasser
  • Kormorane, Fischotter und Raubfische

Das Verhalten eines Fisches hängt aber nicht nur vom Wetter, sondern auch von der Sichtigkeit eines Gewässers und den vorhandenen Beutegreifern ab. Im Winter kannst du beispielsweise an vielen Häfen beobachten, wie sich die Weißfische bei Tageslicht unter den anliegenden Schiffen wegen dem Kormoran zurückziehen.

Das Fressen wird dann zumeist bis in den Abend hinein beinahe eingestellt, bis sich die Sonne wieder hinter dem Horizont versteckt. In der Nacht steigt die Aktivität der Weißfische wieder an und die Bisse werden oft intensiver. Dieses Verhalten ist bei klarem Wasser im Winter typisch und kann bei Tageslicht auch mit den ausgelutschten Maden im Zusammenhang stehen.

Ausgelutschte Maden beim Grundangeln – Vorfachlänge im Blick halten

Hast du dir eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie ein Fisch deinen Köder beim Grundangeln aufnimmt? Wenn nicht, dann wirst du gleich verstehen, warum ausgelutschte Maden ihren Ursprung in dieser Bewegung finden können! Ein simpler Vergleich: Stell dir einfach eine Brasse beim Fressen am Gewässergrund wie einen Staubsauger in der Hand bei der Reinigung eines Teppichs vor.

Das Maul der Brachse ist nämlich zum Boden gerichtet, während der Körper beinahe diagonal im Wasser steht. Findet eine Brasse in diesem Moment deine Maden, wird sie ihren Kopf und Körper häufig in eine waagerechte Position nach der Köderaufnahme anheben. Nach unten Schwimmen kann ein Fisch beim Grundangeln schließlich nicht mehr, weil sich dort der Boden befindet.

Ausgelutschte Maden entstehen häufig wegen überlangen Vorfächern an deiner Montage

Deine Montage spielt jetzt eine entscheidende Rolle beim Angeln. Ist das Vorfach nämlich zu lang und die Brasse hebt nur wenige Zentimeter vom Gewässergrund ab, dann wird keine Feederspitze* mehr wackeln und jedes Glöckchen stumm bleiben. Der Fisch kann deinen Köder also in aller Ruhe in seinem Maul testen und die Maden sogar auslutschten!

ausgelutschte Maden im Maul einer Brasse
Ausgelutschte Maden sind oft das Ergebnis von zu langen Vorfächern

Wie intensiv ein Fisch deinen Köder beim Grundangeln aufnehmen wird und wie viel Spielraum deine Montage ihm gewährt, entscheidet somit über die Wiedergabe eines Bisses am Gerät. Bei sehr niedrigen Wassertemperaturen oder heftigen Wetterwechseln führt das eher ruhige Verhalten der Brassen, Schleien oder Rotaugen dementsprechend bei überlangen Vorfächern zu vielen Fehlbissen.

Das Method Feedern ist darum auch eine so erfolgreiche Technik, weil ein Angler auf sehr aggressive Montagen zurückgreifen kann. Ein Fisch hat nämlich aufgrund des kurzen Abstands zwischen Haken und Flatkorb* keine Chance, den Köder ohne Rückmeldung beim Durchstöbern des Futterplatzes zu testen. Die Falle schlägt also bei „The Method“ mit großem Erfolg zu, sobald der Fisch deinen Boilie oder die Maden im Maul aufgenommen hat und sich kurz darauf von selbst am Futterkorb hakt.

Ausgelutschte Maden beim Posenangeln – Schwimmer und Montage anpassen

Weißt du, wie das erste Blei über deinem Haken beim Posenangeln genannt wird? Es hört auf den Namen „Signalschrot“ oder „Ankerblei“ und wird im englischen auch das „Telling Shot“ genannt! Die wichtigste Aufgabe dieser Bleikette ist recht Simpel: Sobald ein Fisch deine Maden aufgenommen hat und vom Gewässergrund oder Mittelwasser aufsteigt, wird sich deine Pose* um dieses Gewicht aus dem Wasser heben.

Ein Angler erkennt an diesem Verhalten des Schwimmers dann den sogenannten Hebebiss und kann sofort zum Anhieb übergehen. Verwendest du ein sehr langes Vorfach und montierst dieses Signalschrot mit großem Abstand zum Köder, räumst du dem Fisch aber ähnlich wie beim Grundangeln einen sehr großen Spielraum ein.

Deine Pose kann dir nämlich nur ein Signal senden, wenn beispielsweise eine Brasse oder eine Rotfeder das Gewicht deiner Bleie aufhebt oder die Montage über eine größere Strecke bewegt. Das Problem: Ausgelutschte Maden hängen oft mit sehr passiven und statischen Fischen zusammen!

erfolgreicher Fang ohne Fehlbisse
Erfolgreiche Ausbeute: Kaum Fehlbisse und keinerlei ausgelutschte Maden beim Angeln

Beim Posenangeln musst du also in jedem Falle deine Vorfächer einkürzen und die „Signalschrote*“ etwas dichter zum Haken führen, wenn der Fisch deine Maden aussaugt! Das Problem ist recht logisch: Dir entgehen die meisten Bisse, weil die Posenmontage viel zu passiv am Futterplatz agiert.

Solltest du viele Fehlbisse haben und dein Köder wiederum keine nennenswerten Spuren nach einem Anhieb aufweisen, gilt im Übrigen das Gegenteil beim Friedfischangeln. Du musst dein Vorfach verlängern und dem Fisch weniger Widerstand und mehr Zeit für die Köderaufnahme zugestehen.

Ausgesaugte Maden aus dem Alltag verbannen – Montagen aggressiver Präsentieren

Du hast jetzt gelernt, das ausgelutschte Maden immer mit einem passivem Verhalten der Fische, sowie deinen Montagen zusammenhängen können. Die richtige Vorfachlänge ist also wichtig, wenn du jeden Kontakt an deinem Köder zeitnah registrieren willst. Ich habe es mir beim Feedern im Winter sogar zur Gewohnheit gemacht, mit sehr kurzen Vorfächern im eiskalten Wasser zu arbeiten.

Warum sollte ich einem Fisch auch mehr Zeit beim Biss einräumen, wenn er die Maden bereits im Maul hat? Wackelt die Spitze, muss der Anhieb meiner Erfahrung nach immer wegen der Gefahr vom Abschlucken sofort erfolgen! Ob du es mir glauben willst oder nicht, beim Nachtfeedern im Dezember bei Temperaturen unterhalb von 0 Grad verwende ich an manchen Tagen sogar ein nur 30 Zentimeter langes Vorfach!

Der Grund: Die Weißfische nehmen den Köder auf und bewegen sich danach keine zwei Handbreit auf dem Futterplatz fort. Wer unter diesen Bedingungen ein langes Vorfach einsetzt, der wird den Biss garantiert erst beim Einholen der Montage bemerken.

kurzes Vorfach bei ausgelutschten Maden im Winter
kurze Vorfächer können auch beim Nachtangeln im Winter wichtig sein

Dich plagen die ausgelutschten Maden auch beim Grund oder Feederangeln auf Distanz? Dann ist die Zeit für eine geflochtene Schnur* auf deiner Rolle gekommen! Sie besitzt nämlich im Gegensatz zu einer monofilen Sehne keinerlei Dehnung und überträgt dir somit jeden Zupfer auf die Sekunde.

Auf das Geflecht greife ich ab einer Entfernung von 50 Metern im Zusammenspiel mit einer Schlagschnur beim Angeln zurück. Wenn die ausgelutschten Maden deinen Alltag bestimmen, sind auch diese Maßnahmen sehr hilfreich:

  • das Vorfach einkürzen
  • die Maden vollständig auf den Haken ziehen
  • eine geflochtene Schnur beim Feedern verwenden
  • eine bündige Selbsthakmontagen nutzen
  • die Signalschrote dichter zum Haken schieben
  • die Feederspitzen und Schnur weniger stark Spannen

Der Lösungsansatz ist bei den ausgelutschten Maden eigentlich immer gleich: Du musst den Stier bei den Hörnern packen und wesentlich aggressiver Angeln! Hast du diesen Ansatz verstanden, entgeht dir so gut wie kein Biss mehr in Zukunft. Frag einfach den nächsten Herbert am See, er hat diesen Bericht garantiert verstanden und fängt jetzt seine Fische in Serie!

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

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Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich schon Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du wirst auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander vorfinden!

Kommentare

  1. Servus,

    erstmal wieder ein dickes Lob für den Artikel. Jetzt hab ich kurz eine Frage zur Schnur. Als du mit monofiler geangelt hast, war dass dann eine normale sinkende oder so eine „spezielle“ Feederschnur? Wie ist da der Unterschied, merkt man den?

    1. Author

      Grüß dich! Ich habe eine normale Schnur zum Feedern verwendet, die zwar als Sinkend angegeben ist, aber in jedem Falle nachbehandelt werden muss. Generell sinkt jede Sehne, wenn du den Schmutz oder den leichten Film aus Öl auf der Oberfläche entfernst. Ich verwende dafür Spülmittel, welches ich in einen Lappen gebe. Beim Angeln ziehe ich die Schnur beim Einkurbeln durch den Lappen, damit sie schneller sinkt. Ob es eine spezielle Sehne zum Feedern sein muss? Ich denke nicht. Sie sollte einfach nur wenig Dehnung und Abriebsfest sein. Sinkend bekommst du sie ja in jedem Falle durch Nachbehandlung. Spezielle Feederschnur ist meiner Meinung nach nur etwas Straffer und oft Oberflächenversiegelt. Habe ich in 20 Jahren Angeln nie gebraucht.

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