Neuerlich beim Produkttest sind mir Brassen beim Method Feedern zuteil geworden, welche selbst in tiefster Nacht als dunkle Flecken auffallen. Ich hatte mir ebenfalls eine neue Futteridee angesehen, einen Gänsescheißemix mit Hanf, um weitere Rezeptentwicklungen voranzutreiben. Ein Fangbericht über schwarze Baggerlochbrassen.
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Black Beauties vom Keschertest
Holla die Waldfee, mir sind ein paar richtig fette schwarze Baggerlochbrassen beim Method Feedern eingestiegen, manche so dunkel wie Morgenkaffee frisch aus der Latrine. Ich war mir nicht schlüssig ob ich darüber einen Fangbericht schreibe, weil die Angeltage im Zusammenhang mit dem Matrix F1 Fine Mesh Kescherkopf Test standen und da eigentlich schon ein Haken hinter der Sache war. Es wäre allerdings dramatisch unwürdig diese würdigen Tiere nicht ihren eigenen Platz zuzugestehen. Ich mag die Mehrfachverwendung von Bildern nicht, das ist mein Problem, sowas kommt schlicht unprofessionell und faul rüber, bloß verschwindet so ein Kescherkopftest über kurz oder lang ja doch im Nimmerland und damit würden diese schwarzwuchtigen Tierchen das gleiche Schicksal ereilen. Das kommt mir nicht richtig vor. Deswegen ein Fangbericht. Ehre wem Ehre gebührt.

Gänsescheiße Method Mix mit Hanf
Gänsescheiße Method Mix mit Hanf. Das ist die Quintessenz dieser Geschichte. Ich übe mich an einer Futterimitation, etwas, dem Fische an Naturgewässern blind vertrauen und schnell den Fressmodus triggert. Daran arbeite ich seit dem Frühsommer, an der Elbe gingen die Erstentwürfe an Gänsebuhnen richtig steil. Gänsekot ist eine Nahrungsquelle, grünliche Softpellets* vergleichsweise, genauso wie Kot in der Natur Ökosysteme prägt. Man denke an Elefanten oder Büffelherden. Dung, ein Wachstumsbeschleuniger fürs Leben, von dem Pflanzen, Insekten, Säuger und Fische profitieren, dem verdauten Fast Food, voller Nährstoffe, das ohne Anstrengung aufgelesen und verstoffwechselt werden kann.

Vogelkot enthält auch unverdaute Sämereien, so funktioniert das System der natürlichen Pflanzenverbreitung unter anderem, ebenso bei Fischen übrigens, deren Laich gefressen, ein bisschen was unverdaut bleibt und in andere oder neue Lebensräumen hineingeschissen wird. Plötzlich sind da Barsche und Plötzen, wo gestern noch der Kiesbagger stand.
Zurück zu den Sämereien. Die brachten mich auf den Trichter, Hanf im Gänsescheiße Method Mix unterzubringen. Wie Pellets. Hanf ist fettig, eiweißreich, aromatisch und fördert die Verdauung. Er sieht wie ein Wasserschneckchen aus, der weiße Keim glotzt wie ein Fühler aus der Schale, er knackt im Schlund auch wie eine, er schmeckt und wird schnell von allen Fischarten angenommen, selbst dort, wo niemand mit ihm je geangelt hat. Ich habe solche Deichteiche und Elblöcher befischt, einige sind durch die Dürrejahre längst Wiese, wo garantiert keine Sau über die Maisdose hinausdachte. Hanf ist in meiner Region, wahrscheinlich deutschlandweit, ein ohnehin sträflich ignoriertes Friedfischthema, für mich persönlich gehört er ganz locker zu den Top 5 Partikeln.


Hanfempfehlung vom 16er-Haken

Dynamite Baits Hempseed Chilli
Fertig gekochter Hanf voller Keimlinge in herrlicher Chillinote. Mit dieser Kombination werden bewusst große Fische und vorallem Karpfen angesprochen.
- Aroma: Chilli
- Inhalt: 2.5l
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Method Feeder Taktik
Baggerlochtaktik wie folgt. Futterpellets in 2mm, 3mm und 4mm. Dazu Hartmais und 8mm Pellets, welche ich um den Futterplatz herum mit der Partikelschleuder* verteile. Im Zentrum liegt das Hauptmaterial, im Randbereich etwas grobes Beiwerk, einige wenige Katapultkappen zur Startfütterung, danach alle halbe Stunde eine kleine Nachversorgung, damit ich Brassen oder Karpfen so lange wie möglich im Areal halten kann. Im September begreife ich meine Futterplätze beim Method Feedern noch nicht so stringent wie im Kaltwasser, die Fische sind aktiv, suchen Nahrung sportlich, bewegen sich, und das kalkuliere ich ein, ich bespiele diesen Umstand, indem ich grobe Partikel in einem Sektor auf zirka 4m² verteile. Sinngemäß, um das verständlicher zu machen, im Zentrum liegt die gebackene Gans, außenrum die Beilagen.
Dadurch fällt auch ein Drill weniger nachteilig aus, der eine Schule mindestens verprellen kann oder, das wäre wie Durchfall beim ersten Date, komplett verscheucht. Das Verprellen ist völlig normal, mal mehr mal minder ausgeprägt und eine Reaktion auf die Fluchtturbulenzen des gedrillten Kollegen, sodass ein Schwarm zwar nicht verschwindet, sehr wohl aber auf Distanz geht, um den Futterplatz herumgeiert, unentschlossen agiert, und wenn da noch etwas greifbares leckeres in der Rückzugszone liegt, ich Argumente liefere, sich vielleicht doch wieder zu sammeln, das Interesse zu wecken, den Mut zu fassen, erneut Futterneid zu etablieren und irgendwann ins Zentrum zur Gans zurück zu paddeln. Nächster Drill. Alles wieder von vorne. Das war heuer so, ich hatte Versätze von 20 Minuten bis 30 Minuten zwischen den schwarzen Baggerlochbrassen, das sind schon kontinuierliche Bisse, nur verzögert eben, wegen der misstrauischen Lage.
Diese und ähnliche Beobachtungen zeigen mir indirekt auch das Schwarmverhalten, ebenso was ich tun kann und was eher nicht, um meine Ergebnisse zu verbessern oder akzeptabel zu halten. In der Fütterung und Technik, Korbgrößen, Aromenpushs oder weiteren Schleuderschüsse. Sicherlich klappt derlei nicht immer, zumal die Lose Feed Strategie spätestens ab 30m je nach Windverhältnissen kritisch ungenau wird und bei kaltem Wasser, von Oktober bis März meistens, der Futterplatz zentraler und feiner werden muss, weil weniger, spitzfindiger und lethargischer gefressen wird, weshalb 8mm Pellets und Hartmais aus der Nummer sowieso raus sind. Da schieße ich maximal 4mm Pellets, hier und da einige kleine Dosenmaiskörner, aber selbst das ist spätestens im November ebenso vorbei und geht erst wieder im April los. Dazwischen pflege ich das Method Feedern auf dem Bierdeckel. An Naturgewässern muss man extrem auf Zack bei dieser Angelei sein, die zwischen Unter und Überfütterung tanzt und nicht die Fischdichte mitsichbringt wie sie an Commercials vorherrscht (Karpfenpuff), weswegen Denkansätze auf noch mehr Feinheiten hinauslaufen, sonst fängt man wenig bis nichts und niemals kontinuierlich.
Taktikbox
Strategie
- Futterplatz zentriert mit Lose Feed im 4m² Radius
- Starfütterung 6 XL Method Feeder
- 4 Katapultschüsse um den Futterplatz herum (2x Pellets, 2x Hartmais)
- Halbstündige Nachschüsse halber Kappen jeweils
- Method Feeder Wurftakt 5 Minuten
- Ersten 2 Stunden: Method Feeder XL 45g
- Restzeit: Method Feeder S 45g
Schleudertaktik Futtermittel
- Dynamite Baits Method Feeder Pellets 2mm (Testbericht)
- Dynamite Baits Swim Stim Amino Pellets 3mm
- Dynamite Baits Swim Stim F1 Pellets 4mm
- Dynamite Baits Tigernuss Pellets 8mm
- Dynamite Baits Green Lip Mussel Method Mix
- Dynamite Baits Wowsers
- Sonubaits Bait Sprays (Testbericht)
- Hartmais (Herstellung)
Baggerloch Method Feeder Setting

Schwarze Baggerlochbrassen Testtag 1
Es waren zwei Testtage, an beiden kam mehr oder minder das gleiche Ergebnis herum. Jeweils 6 und 7 Baggerlochbrassen, am zweiten Tag mehrheitlich die schwarz gezeichneten Tiere. An Tag 1 dafür die Größte mit knapp 70cm. Dazu jeweils ein kleiner Schuppi.
Tag 1 an einer abfallenden Kante auf 4m Wassertiefe, Distanz 27m, gerade noch so im akzeptablen Schleuderbereich, irgendwann wird die Streuung bei Wind und Wetter doch merklich zu groß. Wartezeit bis zum ersten Biss ungefähr eine Stunde, danach gings halbstündig weiter. Interessanterweise keine Bisse auf Hartmais, dafür 4 Brassen auf Dosenmais, 2 auf Wafter und eine auf 6mm Knobipellet. Der Schuppi auf gelben 6mm Wafter. Am nächsten Tag bekam ich nur Bisse auf Hartmais, aber keinen einzigen auf Dosenmais. Das ist manchmal komplett willkürlich und doch in der Beweisführung verständlich genug, das Fische sehr wohl nicht alles schlucken und es von entscheidender Bedeutung ist, das eine Futtermittelpalette angeboten wird, die über Paniermehl und Dosenmais mit einer greifbaren Variagenz hinausgeht. Niemand muss einen halben Verkaufsstand aufbauen, ein paar verschiedene Köder (Größe, Farbe, Härte), Futterpellets (Durchmesser, Aromen) und ein rundes Futter darfs dann aber schon sein.
Die erste Brasse war gleich ein richtiges Brett. Das Wetter mit 25 Grad noch angenehm. In sexy Shirt* und Shorts, diese Zeit ist wohl bald vorbei. Defakto schon am nächsten Tag. 😂

Die größte Brasse der beiden Ausflüge. Jute Elle. Gesichtsausdruck leicht demotiviert. Nicht meiner.

Eine asiatische Schuppenbrasse. Süßer Fratz. Jetzt meine ich mich.

Das Ergebnis nehme ich mit Kusshand. Wobei ich glaube, das ich etwas zuviel gefüttert und mit dem Method Feeder Korbwechsel von XL auf S erst nach 2 Stunden zulange gewartet habe. Wäre mehr drin gewesen, das ist tatsächlich mein Eindruck. Nach 4 Jahren, solange blieb ich diesem Baggerloch fern, ist ein solcher Einstand trotzdem gebührlich. 7 Brassen sind ordentlich, kurioserweise war keine der schwarzen Baggerlochbrassen dabei, die ich am nächsten Tag fangen sollte. 🤔

Schwarze Baggerlochbrassen Ergebnis Testtag 2
Am zweiten Tag sind die Temperaturen um 10 Grad auf gerade mal 15 Grad gefallen. Inklusive kalter Wind direkt in die Fresse. Richtige Rotze. Der Sommer kannte dieses Jahr nur solche Extreme, entweder 38 Grad oder 18 Grad, auf und ab, nicht eine Scheiß Woche durchgängig 25 Grad. Von T-Shirt auf Commando Pullover. Der hält bei Wind und Wetter schön warm.
Platzwahl an Tag 2 mitten ins Krautfeld in eine Lunke auf 3m Wassertiefe, die ich mir mühsam eine gute knappe Stunde vorher auslotete, das ist echtes knüppeln, weil ich mit jedem Wurf erstmal einen fetten Sumpfbatzen reinleiern durfte, bis ich auf 21m Distanz etwa 2m² Platz fand. Krautbänke gehören im Frühherbst zu einem meiner liebsten Spots, denn egal wie das Wetter rumeiert, das Kraut kommt einer Dämmung gleich, speichert Wärme und vorallem Nahrung. Was da alles drin steckt können sich viele Angler kaum vorstellen. Am Ufer lagen ebenfalls haufenweise feine (bis grobe) Muschelschalen, das sah mir nach Karpfen aus.

Erste schwarze Baggerlochbrasse nach fast zweieinhalb Stunden. Das hat durchaus gedauert. Wunderlich ging mir die Brassengröße durch den Kopf, vor 4 Jahren waren die Durchschnittsfänge mindestens zwei Köpfe kürzer, nun an Tag 1 sofort Okolyten, jetzt wieder pralle Frühherbstbrassen. Darin sehe ich eine Tendenz und Potenzial. An dermaßen dunkle Exemplare kann ich mich auch nicht erinnern. Ich schlage hier jetzt wohl wieder öfters auf. Dat fetzt.

Diese hier kam gleich danach, hat wohl noch nie das Licht gesehen. Beide bissen auf Hartmais. Eine weitere danach gleichfalls, Dosenmais blieb dagegen unberührt, gestern wars ja andersherum. Verstehe das, wer will. Ich bin aufgrund meiner gestrigen Beobachtung direkt nach Stunde eins vom XL Method Feeder auf S geswitcht. Das schien mir wegen des zusätzlichen Wetterwechsel dringlich.

Jetzt kommt für mich ein absoluter Traumfisch. Müsste Nummer 4 gewesen sein. Schwarzer Spitzkopf, wenn ich das jetzt so sehe geht der locker als Two Tone durch. Ich taufe Fische oft. Das hier ist Oreo. Ich bete dafür, ich weiß nur nicht zu welchem Gott, das ich schwarze Baggerlochbrassen hier nun öfters fange. Die sind jetzt eine eigene Kategorie Zielfisch für mich.

Der obligatorische Schuppi. Karpfen sind, wenn ich jetzt mal vom übertriebenen Nimbus der verklatschten Szene drumherum absehe, interessante Fische. Schleien sind selbstredend trotzdem geiler. Insgesamt bin ich bei 6 Brassen gelandet, die Angelei war zum Vortag recht ähnlich, ich hätte vielleicht wieder etwas weniger füttern sollen obwohl ich das schon tat, im Grunde genommen jammere ich aber auf hohem Niveau. Kalle und Elfriede hielten kurz zum Plausch an und wurden mit dem Staunen über die gewaltigen schwarzen Baggerlochbrassen, ich fing gerade eine, nicht fertig. Elfriede witzelte noch, das Kalle Anfang der Woche nur kleine Brassen an der Stipprute landete. Der ist mit dem Fahrrad gleich abgehauen. Das hat mir gereicht um zu wissen, wo ich in meinen Fähigkeiten stehe. 😂👍

Schwarze Baggerlochbrassen Fazit
Insgesamt Happy. Gänsekot Method Mix macht was er soll, Hanf gliedert sich als Pelletalternative erfolgreich ein, die Schleudetakik liefert ab, der Kescherkopf ist toll, die Nytro Aryzon Feederrute ist geil, die hatte ich jetzt komplett unterschlagen und ebenfalls getestet, und sowieso, nach 4 Jahren Abstinenz an diesem Baggerloch diese Leistung an beiden Tagen durchzubringen ist eine Referenz für sich. Man darf auch mal auf sich selbst stolz sein, nach solchen schwarzen Baggerlochbrassen sowieso und gerne nochmals demnächst, denn für solche Fische lohnt sich jeder Angeltag.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🐟 ❤️ 🎣










