Keine Bisse

Keine Bisse beim Angeln? Kein Problem! – 5 Tipps und Tricks gegen Beißflauten

In Alle Inhalte, Feedern, Futterkunde, Rund ums Wasser by Christoph HeersKommentieren

Du hast Keine Bisse beim Angeln? Der Köder ist doch sonst immer eine Bank, heute will sich aber kein Fisch erbarmen? Kein Problem – ich kenne diese Angeltage und auch mir fällt es immer schwer, das Handtuch zu werfen!

Es gibt sie aber, diese Gamechanger für jede Beißflaute und genau diese kleinen Tricks können den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage beim Ansitz ausmachen. Meine liebsten 5 Tipps und Tricks gegen Beißflauten und keinerlei Bisse beim Angeln verrate ich dir wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Raubfisch will nicht beißen? Der Spinner geht immer!

Hau nen Gummifisch an die Rute, auf Blech bekommst du hier keine Bisse“ brubbelte mich wieder irgendein Hipster von der Seite zu, während sich mein Mepps* im Firetiger Dekor verführerisch durch den Wasserkörper kämpft. Einen Wurf später der Einschlag, ein feister Hecht konnte den druckvoll rotierenden Blättern einfach nicht widerstehen! Der Fisch wird nach einem kurzen Drill gelandet, dann folgt der neckische Spruch für den neunmalklugen Nebenmann: „der Spinner geht immer.“

Das Gesicht hättest du sehen sollen! Nach 5 weiteren Würfen schnappte sich dann auch noch ein 35er Barsch den Köder und das Desaster war komplett. Der Kollege verließ die Buhne kurz darauf mit einem knappen Petri auf den Lippen, der deprimierte Gummifisch hing an der Hakenöse. Die Gemütslage war höchstwahrscheinlich so getrübt wie das Wasser an der Elbe. Sein großer Fehler – er hatte nicht einen einzigen Spinner oder Blinker im Gepäck und somit keine Bisse beim Angeln!

Schon klar – der Gummifisch ist eine Waffe und der Erfolg gibt diesem Köder durchaus recht. Gilt dieser Grundsatz aber für jedes Gewässer und jede Situation? Nö! Ich bin beispielsweise oft mit meinem Koppelpartner an der Elbe oder den Löchern unterwegs, wenn die Zeit für das Friedfischangeln fehlt. Er schwört auf seine Softbaits, ich bin seit meiner Kindheit in das Blech verliebt. Meine Beobachtung: Unter den schwierigsten Bedingungen bekomme ich oft Bisse auf meine Blinker oder Spinner, wenn er keine hat!

In der Regel sind die Hechte, Rapfen oder Barsche zwar nicht die Größten ihrer Art, ich freue mich aber trotzdem wie Bolle über diese Bonusfische. Lieber den Spinner in der Hand, wie den Gummifisch ohne Bisse auf dem Dach, oder? Bonustipp: Bei uns an der Elbe sind schwere Pilker* oft eine Bank beim Angeln auf den Rapfen in der knallharten Strömung bei niedrigem Pegel. Das Blech wird einfach bis zum Horizont rausgefeuert und dann mit Topspeed an der Oberfläche eingeleiert. Versprochen, es rappelt im Karton!

Schnurschwimmer, keine oder nur sehr vorsichtige Bisse – Dip den Köder!

Wer kennt sie nicht, diese Vorzeichen für einen Biss beim Feedern. Erst zuckt die Sehne für einen kurzen Moment und dann vibriert auch schon die Spitze an der Rute. Einen Anhieb später folgt aber die Ernüchterung – wieder nur ein Schnurschwimmer! Aus irgendeinem Grund will der Fisch den Köder also nicht mit seinen Schlundzähnen berühren. Manchmal sind auch die Maden ausgelutscht, obwohl das Vorfach bereits auf 50cm eingekürzt wurde.

Du hast keine Bisse oder nur sehr zickige Fische auf dem Futterplatz? Jetzt wird gedippt! Diese Lockstoffe sind in der Regel hoch konzentriert, besitzen eine flüssige Konsistenz und verleihen dem Köder einen ganz neuen Anstrich. Eingesetzt werden die Dips*, wenn sich beispielsweise die Brassen oder Karpfen mit deinem Futter beschäftigen, aber einfach nicht beißen wollen. Dieser Kniff kann auch eine Beißflaute beim Zander, Aal oder Quappenangeln beenden!

Köder Dippen kann mehr Bisse beim Angeln bringen
Dips können Bisse provozieren, wenn beim Angeln sonst keine Chance auf Köderkontakt besteht

Einen Dip auszuspielen ist so simpel, wie erfolgreich: Der Köder wird für mindestens 10 Sekunden in den Lockstoff* getunkt, dann überträgt sich das Aroma auf die Maden oder Würmer. Landet deine Montage nun auf dem Futterplatz, sendet dieser neue Reiz ein Signal an die Fischnase. Aus den Schnurschwimmern oder vorsichtigen Anfassern können jetzt knallharte Bisse werden, wo sonst keine Chance beim Angeln bestand!

Eine wichtige Voraussetzung – du landest immer einen Volltreffer und hast eine kleine Auswahl an Dips zur Hand. Keine Sorge, du musst keinen LKW für das Angeln mieten! Ich bevorzuge eine Handvoll an klassischen Aromen, wie beispielsweise das Super Leber, Knoblauch, Vanille, Karamell oder Zucki. Wenn dich keine oder nur sehr vorsichtige Bisse beim Angeln abzeichnen, sind diese Düfte fast immer eine Punktlandung.

Sprays oder Lockstoffe für den Futterkorb


Next Level Shit – bleiben die Bisse beim Angeln aus, kannst du auch deinen Futterkorb besprühen oder sogar dippen! Diese Sprays oder flüssigen Aromen werden über einen handlichen Spender am Gehäuse der Körbe oder dem Futter aufgetragen. Nach einem Wurf kann der neue Reiz dann am Futterplatz wirken und nicht selten findet der Träge, aber doch recht neugierige Fisch, seinen Weg zum Köder.

Dieser kleine Kniff ist aber nicht nur bei Beißflauten, sondern auch bei Aktivitäten an der Wasseroberfläche hilfreich. Manchmal rollen die Karpfen oder Schleien direkt über dem Futterplatz! Leider Doof, weil sich der Köder beim Feedern oft am Grund befindet, es sind also keine Bisse beim Angeln zu erwarten.

Kein Problem, einfach einen zähflüssigen Lockstoff auf den Method Feeder oder Futterkorb auftragen! Dieser „Blubb“ zieht dann eine Aromaspur die Wassersäule hinunter und führt die Fische dorthin, wo dein Haken auf seine Chance wartet. Ich bevorzuge dieses Produkt von Sonubaits, du kannst es dir bei meinem Partner ansehen.*

Keine Bisse auf Quappe, Zander oder Aal? – Feedern mit Fischfetzen im Futterkorb!

Fischfetzen fetzen! Und was passiert, wenn sich ein eingefleischter Friedfischangler in die Quappe, den Aal oder Zander verliebt, aber keine Bisse beim Angeln hat? Na klar, es wird mit Fischfezten im Futterkorb auf Raubfische gefeedert. Der große Vorteil – ein naturnaher Lockstoff strömt den Räubern viele Meter stromab direkt in die Nase und kann so die Anzahl der Bisse erhöhen!

Die Geschichte ist recht simpel: Der Köderfisch wird in seine Einzelteile zerlegt und dann in einen Futterkorb gedrückt. Für die leichte oder mittlere Strömung nutze ich diesen Window Feeder* mit verschließbarem Fenster. An den mächtigen Strömungskanten der Elbe ist ein schwerer Madenkorb mit Klappverschluss meine erste Wahl. Der Sinn dahinter – ich will keine klassischen Futterplätze beim Raubfischangeln aufbauen, sondern nur eine Spur aus Aromen für die schnellen Bisse setzen.

Feedern auf Abwegen: Fischfetzen im verschlossenen Korb kann für mehr Bisse beim Angeln und keine langen Wartezeiten sorgen

An meiner Feedermontage baumelt dann ein Köderfisch am Einzelhaken oder System mit Drillingen, je nach Wurfentfernung und Zielfisch. Ein Kopf oder Schwanzstück verzaubert natürlich auch jeden Aal oder Zander. Das Allerlei aus Fetzen und Gedärmen wird ebenfalls jede Stunde ausgetauscht, dann bleibt das aromatische Festival auf maximalem Level erhalten.

Bonustipp und äußerst hilfreich – besorg dir für diesen Arbeitsschritt eine Arterienklemme*, manchmal hängen die Hartstrahlen der Flossen oder Gräten nämlich im Futterkorb fest. Das Feedern mit den Fischfetzen hat sich für mich bewährt, wenn ich keine guten Bedingungen und nur sehr wenige Bisse erwarte. Beispielsweise nach Wetterumschwüngen, aber auch beim Quappenangeln im milden Winter.

Keine Bisse beim Feedern? Bring Bewegung in den Köder!

I like to move it, move it, i like to move it, move it!“ Kennst du diesen Song von Reel to Real? Garantiert! Dieser Hit wird auch von den Brassen, Rotaugen oder Barschen gefeiert, wenn der Köder gaaaaaaaanz langsam beim Feedern über den Gewässergrund gezogen wird. Du hast schon recht, die Idee hinter diesem Kniff ist das verkappte Spinnfischen mit der Feederrute, wenn sich keine Bisse beim Angeln abzeichnen.

Der Begriff „Friedfisch“ ist aber auch etwas irreführend, schließlich sind die Friedfische gar nicht so friedlich! Auf dem Speiseplan stehen nämlich die Insekten* und deren Larven, sowie allerhand Muscheln, Schnecken oder sogar Krebse. Klingt das für dich nach Gemüse? Der Punkt ist – ein Friedfisch reagiert manchmal instinktiv auf einen bewegten Köder, weil sich die Beute vom Acker macht. Was sich außerhalb der Reichweite des Fischmauls befindet, könnte ja der Kollege aus dem Schwarm fressen!

Köder bewegen während einer Beißflaute
Violine spielen beim Angeln führt zu Bissen

Das berühmte „Move the Feeder“ hat sich deshalb unter den schwierigsten Bedingungen beim Futterkorbangeln bewährt. Die Geschichte ist recht simpel: Schnapp dir deine Feederrute und ziehe die Montage nun ganz langsam über den Gewässergrund. Der Köder bewegt sich jetzt im Schritttempo vom Futterplatz weg, immer wieder kurze Pausen einsetzen und schon kommt der Biss! Klappt hervorragend auf festen, aber auch auf schlammigen Böden.

Eine andere Variante ist das elegante Schnipsen! Über das ruckartige Zupfen an der Schnur wird dem Köder nämlich etwas Leben eingehaut. Der Vorteil – die Montage verbleibt auf dem Futterplatz, der impulsive Reiz provoziert aber die Bisse. Der Nachteil – dein Setup muss für dieses „Schnipsen“ abgestimmt sein, weil sich sonst kein Druck zum Vorfach hin aufbauen lässt. Aggressive Seitenarmmontagen, dehnungsarme Schnüre* und kurze Vorfächer passen perfekt zum Schnipsen!

Futter wie ein Wirbelsturm – Beißflauten durch Aktivität durchbrechen

Stillstand auf dem Futterplatz? Dann bring Schwung in die Bude! Es ist ganz einfach – du imitierst die natürliche Nahrung der Fische über dein Futter, wenn du keine Bisse beim Angeln hast. Lass uns beide kurz unter die Wasseroberfläche blicken, dann wirst du meine Gedanken besser verstehen. Der Bachflohkrebs oder Wasserfloh, aber auch das andere Getier, sind ein wuseliger Teil der Nahrungskette.

Typisch für die Insekten und Krebschen – es wird im Schwarm gezuckt, getanzt oder gekrabbelt. Quer durch den Wasserkörper oder ganz wild am Untergrund! Ein Fisch nimmt diese Signale natürlich mit seinen Augen wahr und findet so eine der vielen Nahrungsquellen. Und der raffinierte Angler hat keine Bisse? Dann kopiert er eben die Natur! Sie ist ohnehin der beste Lehrmeister, wenn du mich fragst. 😉

Mehr Bisse durch Aromen, Gewürze und Schwebteile im Lockfutter
Aktive Zutaten beleben den Futterplatz und führen unter Umständen zu beißfreudigen Fischen

Der Gamechanger für jede Beißflaute: Du kannst deinem Futter eine aktive Zutat, wie beispielsweise geschrotete Sämereien, Kokosraspeln oder Gewürze (Korinander) während des Angelns hinzufügen. Diese kleinen Partikel tanzen dann auf oder über deinem Futterplatz herum. Die Fische reagieren manchmal extrem neugierg auf so einen smarten Wirbelsturm und zack – du hast wieder Bisse!

Etwas problematisch, es sind oft die kleinen Rotfedern, Brassen oder Güstern, welche die aktiven Futterplätze für sich zuerst entdecken. Es braucht also seine Zeit, bis die größeren Exemplare irgendwann eintrudeln. Eine kleine Randnotiz: Viele aktive Futtersorten zielen auf diesen Effekt ab, häufig ist dann das Rotauge oder der Aland ein Zielfisch. Ein grobes oder geröstetes Hanfmehl, aber auch das umtriebige Maismehl (Wolken) kann für die gewünschte Aktivität und deshalb für viele Bisse sorgen!

Keine Bisse und Beißflauten sind Normalität beim Angeln – Aus Niederlagen lernen

Das Internet kennt natürlich keine Beißflauten und du wirst es mir bestätigen – auf Youtube fängt der Typ vor der Kamera eigentlich immer seinen Fisch. Dann wären da auch noch die fantastischen Produktvorstellungen der Teamangler, wo die Spitze gefühlt alle 5 Minuten beim Method Feedern am Karpfenpuff ausschlägt. Und mein Blog? Der sieht aus wie ein Bilderbuch, illustriert mit vielen großen Brassen oder Schleien!

Dieses verflixte „ich hab keine Bisse beim Angeln“ trifft also niemals die Blogger, Youtuber, Katalogangler oder Profis. Für meine Kollegen kann ich nicht sprechen – ich kriege aber oft genug von Petrus auf den Sack! Dieser Bericht ist nämlich das Resultat meiner Beißflauten und solche Tipps werden nur an den schwierigsten Angeltagen geboren. Ohne Niederlagen kann es doch keine Weiterentwicklung geben, oder?

aus Niederlagen beim Angeln lernen
Erfolgsgarant: aus Niederlagen lernen und dann ein besserer Angler werden

Ich kann mich beispielsweise an einen Wettkampf erinnern, wo ich zwischen den beiden Bestplatzierten komplett untergegangen bin. Manchmal sitze ich auch auf dem Buhnenkopf an der Elbe ohne einen einzigen Biss beim Angeln, das ist die Realität! Es sind halt oft nur die kleinsten Details, dieser Drahtseilakt, der zwischen Sieg oder Niederlage entscheidet. Zuviel oder zuwenig Füttern, Wetterumschwünge, eine falsche Platzwahl oder gar die falsche Methode – die Liste an Einflussfaktoren lässt sich endlos erweitern.

In meinen Augen viel wichtiger – zeig der Niederlage deinen Mittelfinger und mach einfach weiter! Dann hast du halt keine Bisse beim Angeln, who cares? Entscheidend ist doch nur, das du aus deinen Fehler ein persönliches Fazit ziehen kannst und danach bei deinem Lieblingsblogger vorbeischaust, um dich zu verbessern, die Materie aufzusagen, um zu lernen! Wie schrieb Andreas Tenzer trefflich: „Im Kern der Niederlage steckt die Saat des Erfolges.“ Zuspruch, ohne weitere Worte!

Herzlichst, dein 16er-Haken

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Über den Autor

Christoph Heers

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Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich schon Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du wirst auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander vorfinden!

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