Achtung Ohrwurm: 36 Grad und es wird noch heißer. Stimmt, wurde es, das hat mich aber nicht davon abgehalten, Schleien im Juni am Krautteich mit dem Method Feeder und Waggler an drei Studientagen zu fangen. Ein Fangbericht, der dringlichen Fragen nachging.
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Fangbericht Metadaten

Datum:
19.06 bis 21.06.2026

Wetter:
Microwelle

Außentemperatur:
33 Grad bis 36 Grad

Angelzeit:
13:00 bis 22:00

Spottiefe:
1.00m

Wassertrübung:
Glasklar
Hitzewelle zum Sommerstart
Hitzewelle hin oder her, Angeln muss man ja trotzdem. 36 Grad Dauerbeschallung. Uff. Das ist nahe meiner Schmerzgrenze, aber da ist noch was, was ich schmerzhafter finde. Unbeantwortete Fragen. Ich bin nicht grundlos Friedfischbehindert und hatte da ein paar. Beißen Schleien an meinem herzallerliebsten Krautteich bei Gluthitze im Juni? Wenn ja, wie fallen die Ergebnisse aus, wenn ich Method Feeder oder Waggler nehme? Wo liegen die Beißfenster? Wie muss ich mich taktisch anpassen? Reichen 3l Wasser und ein Radler ab Mittag bis zur Abenddämmerung aus, wenn ich im Energiesparmodus wie Timmy am Ufer ablümmel? Antworten gibt es nur, wenn aus Fragen Erfahrungen werden und dazu kommt noch, das ich mir Hitzespots erarbeiten will. Kontinuierlichen Fängen geht ein guter Schuss Fanatismus vorraus.
Futtertaktik wird an allen drei Testtagen, einer wäre ja blödsinn, die exakt gleiche sein. Für Juni Schleien tafel ich Dosenmais, fermentierten Weizen, 3mm Weizenpellets, 2mm Method Pellets und Knoblauch Käse Squid Mix Pellets auf. Inklusive Dendrobenas als Köder. Ich werde nicht viel füttern, keinesfalls eine Startfütterung setzen, sondern einfach nur alle 10 Minuten zwei drei Schüsse mit der Madenschleuder durchlegen. Halbe Kappe jeweils voll. Auch beim Method Feedern. Ich weiß nicht, wie das Fischaufkommen bei Monsterhitze sein wird, weswegen ich mit bedacht agiere und erst progressiver werde, wenn mein Riecher mir sagt es sein zu müssen. Als Futter serviere ich einen Vanillemix*. Vanille geht immer. Sonnencreme habe ich ebenfalls fleißig in meiner Fratze verteilt.

Schleien Method Feeder Futter Empfehlung vom 16er-Haken
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Tag 1 bei 36 Grad: Method Feeder Nullnummer
Tag 1 war der heißeste und erfolgloseste. 36 Grad und nur ein heftiger Biss am Tagesende. War Pinkeln. Da ging die Spitze kreiskrumm. Bin mit Lachs halb in der Hand zum Blank gehechtet und stand vor vollendeten Tatsachen. Kraut. Schonhaken haben auch Nachteile, das wäre einer. Sackt die Schnur ein, ist der Fisch weg. Ohne Schonhaken wäre mir das Risiko aber zu hoch, das mir ein Fisch mit Montage im Kraut abreißt und dort hängen bleibt. Mein Futterplatz hat nur 3m² Fläche, drum herum steht massig Tausendblatt, da braucht es Fallschirme der Umsichtigkeit. Stopp. Ich hab noch irgendwas besseres kurz vor der Dunkelheit abgesetzt. Fällt mir gerade ein. Vermutlich Giebel. Da war ich nicht mehr auf Sendung, 9h Angeln bei 36 Grad hinterlässt seine Spuren.
Ich habe immer das Gefühl gehabt, das Method Feeder Futterkörbe in L und XL zu laut sind. Die Wassertiefe beträgt nur einen knappen Meter, die Aufschläge an der Wasseroberfläche sind so brachial, das ich im Hochsommer bei niedrigem Wasserstand mehrheitlich wohlmöglich eine Scheuchwirkung auslöse (momentan fehlt halber Meter, Regen gibt es in meiner Ecke nicht mehr). Ich muss mich verkleinern, das wäre ein Fazit. Das Beißfenster und die Fischaktivität sind erst +- 18:00 Uhr losgetreten. Das heißt, ich hätte mir 5h in der prallen Junisonne sparen können. Bis dahin ging defakto nichts und ich lag nur rum. Dosenmais brachte beide Bisse, der ist neben Dendrobenas sowieso einer der besten Schleienköder. Zwei bessere Fische hätte ich insgesamt fangen können. Das ist okay.



Tag 2 bei 33 Grad: Waggler fängt Juni Schleien
Tag zwei war superreudig. Die Luft so dick, das Mücken auf ihr sitzen könnten. Ich hab fast nur mit dem Kopf auf meinem Rucksack* gelegen, von dort aus wie ein Lump im Liegestand beigefüttert und den Waggler angestarrt. Über meinem Kopf türmte ein Regenbogen, soviel Schweiß ist mir entronnen. Das erste Radler ging in zwei Schlücken runter. Dose. Da trinkt man nicht, man druckbetankt. Naturtrübes Radler ist aber auch süffig. Mit dem Waggler wollte ich den direkten Vergleich ziehen. Schlägt leise auf. Köder kann ich knapp über Teichgrund auffälliger präsentieren. Bis auf ein paar (dafür bessere) Rotfedern passierte bis 18:00 Uhr wieder nichts, bis alsbald eine größere Juni Schleie am Dendrobena naschte. Gutes Maß für den Krautteich. Ein Giebel folgte auf Mais, zwei weitere kleine Schleien auf Wurm. Gegen Ende ist mir noch ein guter Fisch ausgeschlitzt. Saft raus, war im Lalaland.
Der Scheucheffekt mit Waggler fiel eindeutig geringer aus. Ich war immer etwas dichter am Fisch, auch die Intervalle zwischen den Schleienbissen wirkte kürzer. Zuzüglich Beifängen und Zupfern, die für Kurzweiligkeit sorgten. Das Konzentrationsinvestment ging mir nach ungefähr 4 Stunden allerdings spürbar auf die Eier. Einen Waggler 9h lang zu beobachten ist Hirnfick. Feederspitze dagegen wesentlich entspannter, die schlackert mir vor der Nase rum. Kann ich auch aus dem Augenwinkel beobachten, lese währenddessen ein Buch. Mit Waggler unmöglich. Mal abgesehen von Liftmontagen mit elektrischem Bissanzeiger, die mir absolut dämlich erscheinen. Kann ich auch gleich einen Winkelpicker nehmen, Köder liegt genauso auf Grund und die Sensibilität ist mindestens gleichauf, wenn nicht gar besser. Was ich aber eigentlich sagen will ist, das ein Waggler am Krautteich im Juni unter Gluthitze seine Schleien fängt. Die erste war auch die Größte im gesamten Feldstudium. Das kann ein Zufall oder die Konsequenz sein.




Tag 3 bei 35 Grad: Method Feeder Juni Schleien
Am dritten Tag habe ich die Erkenntnisse gebündelt und mit Method Feeder Futterkörben in der Größe einer Kastanie geangelt. Ich will, das habe ich am Anfang so überhaupt nicht erläutert, auch weil ich diesen Bericht spontan wegen einem Faserriss in einem meiner Adduktoren schreibe und der Couch verpflichtet bin, das Method Feedern am Krautteich kultivieren, der brutal herausfordernd ist. Ich habe einige Ansitze an den ersten Frühjahrstagen investiert und mit dem Method Feeder öfters als ne Woche Tage hat geschneidert. Ich hatte nicht mal Bisse. Das kommt daher, das mein Krautteich lächerlich flach und glasklar ist, ich kann ihn abseits vom Winter aufrecht durchschreiten, und Kormorane sowie Graureiher schauen mir dabei zu. Ich rede von einem Wildteich, der sich selbst überlassen ist. Er will verstanden und so berührt werden.
Dem Beizukommen nähere ich mich jetzt an. Kleine Method Feeder Körbe, weniger Würfe, dafür mehr Lose Feed mit der Schleuder. Wurfstil ist ebenfalls eine Sache. Der Futterkorb kann relativ leise aufschlagen, wenn er als Bogenlampe geworfen wird. Das Plopp ist subtiler. Das habe ich alles ab 13:00 Uhr am dritten Tag umgesetzt und die erste Juni Schleie, darauf hätte ich gewettet, natürlich nach 18:00 Uhr gefangen. Ich habe demnach über 3 Testtage verteilt locker 15 Stunden sinnfrei verheizt, weil die Beißzeiten sich ausschließlich in den frühen Abendstunden eröffneten. Eine weitere kleine Schleie und ein fette Rotfeder fing ich noch in der Dämmerung.
Damit bin ich erstmal zufrieden. Das ich mit dem Method Feeder am Krautteich fange fühlt sich sowieso gut an. Ich habe eine weitere Theorie. Im Frühjahr, wo ich mehr Schneider als Helge war, steht kein Kraut im Wasser, darum ist der Scheucheffekt durch Wurflautstärke ungleich höher. Im Juni kommt das Kraut einer Schallisolierung gleich. Schleien und Giebel sind deshalb weniger vorsichtig wenn ich (kleinere) Method Feeder Futterkörbe werfe, nehmen den Futterplatz eher an und geiern um diesen herum. Ich muss also zwingend beim Method Feedern die Kombination aus kleinen Körben und einer Schleuderfütterung am Krautteich forcieren, damit ich überhaupt eine Chance habe. Der Waggler unterstützt meine Theorie, der nicht nur die meisten, sondern auch die größten Fische fing und das ist ein klares Indiz, sich in jeder Angelmethode in diese Richtung anpassen zu müssen. Ich bin gespannt wie Ed Gein seine Trophäen, ob das nächstes Jahr im Frühjahr wirklich klappt.


Fazit
Juni Hitze im Air Fryer Bereich ist Scheiße, Schleien und Giebel beißen trotzdem. Die Kunst liegt darin, das richtige Beißfenster zu erwischen, das noch vor der Dämmerungsphase liegt, die Mittagszeit aber weit hinter sich gelassen hat. Taktiken müssen subtiler sein, die körperliche Verfassung dem eines Jünglings gleichen. Die Strapazen solcher Tage sind nicht leicht im Text zu transportieren, mir fehlt dafür ohnehin die theatralische Ader, nach drei Tagen war ich aber schon spürbar im Arsch und der einer Rosine denn eines Pfirsischs ähnlicher. 3.5l Wasser reichte an allen Tagen in 9h gerade so aus. Nächste Jahr gehe ich auf 4.5l mit einem Radler hoch. Das und wann ich im Juni bei Hitzewellen am Krautteich meine Schleien fangen habe ich ja jetzt gelernt.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🎣 🐟 ❤️

Tacklebox für Method Feedern an Krautteichen
Alle wichtigen Infos zum verwendeten Gerät beim Method Feedern am Krautteich auf Juni Schleien habe ich in der Tacklebox zusammengetragen. Einfach den jeweiligen Reiter anklicken, da steht alles drin.
In 2.70m mit 100g Wurfgewicht. Der Blank eignet sich für Hit and Hold. Schleie beißt, ich bestimme das Tempo und habe das Rückgrat dafür, sie zu navigieren, wenn die Flucht ins Kraut angestrebt wird. Falls etwas Kraut eingesammelt wurde, ist die Peitsche nicht gleich überfordert. Die Wurfweite ist überschaubar, weshalb mir 2.70m bis 3.00m ausreichen. Spitzenstärke in 2oz aus Glas.
4000er Rolle. Schnörkellos. Mit 84cm Schnureinzug. Bremse arbeitet auf den Punkt. Spulkopf hat etwas Kapazität, da ich das Setup mit strammen Schnüren an verschiedenen Gewässern verwende, wo an manchen größere Karpfen hausen. Hier findest du mehr Infos zu Method Feeder Rollen.
0.26mm monofile Hauptschnur, diese zwingend abriebsfest. Auf keinen Fall Geflecht. Ohne Dehnung gehts direkt in den Ausschlitzer und im Juni sind neben Pollen auf dem Wasser auch zahlreiche Fadenalgen im Wasser. An geflochtene Schnüren setzt sich diese richtig fest und können den ersten Spitzenring abrupt beim Einkurbeln blockieren, wodurch die Feederspitze mit Pech bricht. Mono Mono Mono. Keine Diskussion.
Method Feeder und Hybrid Feeder Körbe in der Größe XS bis XL. Ich habe alle Größen von 10g bis 45g in einer Tasche dreifach dabei und tausche über das Quick Change System nach der Situation. Ich bin letztlich bei kleinen Körben in 30g gelandet, um Selbsthakeffekt mit wenig Geräuschpegel einigermaßen zu verbinden.
Schonhaken der Größe #12 und #10 an 0.22mm Mono. Fast ausschließlich Vorfächer mit Quick Stops für Wurmstücken oder Dosenmais. Vorfächlängen bei 15cm. Für Schleien die #10, für Giebel eher die #12.
Tacklebox für Method Feedern an Krautteichen vom 16er-Haken
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Tacklebox für Wagglern an Krautteichen
Das betrifft natürlich meine Waggler Ausrüstung für Juni Schleien. Reiter anklicken, Infos mitnehmen. Fragen in der Kommentaren stellen. Küsschen.
Eine Match in 4.20m mit 30g Wurfgewicht. Blank in semiparaboler Aktion, der Fluchten abpuffert und dabei die Kontrolle beibehält, wenn Schleien oder Giebel ihre Kreise drehen. Diese Rutenklasse ist mein Allrounder für Großfisch von Teich bis Baggerloch.
Spinnrolle in der Größe 4000 mit Schnureinzug von 80cm. Etwas Kapazität auf dem Spulkopf für dickere Schnüre. Lieber eine leichte Rolle, wenns gut beißt, halte ich die Rute oft in der Hand und da ist weniger Gewicht immer mehr. Ich bin Angler und kein Bodybuilder.
Kompromisslos 0.26mm monofile Hauptschnur. Der Drill ist kein Schaulaufen, sondern ein Tanz zwischen Himmel und Hölle auf wenig Fläche. Schleien oder Giebel sprengen diese Schnurstärke zwar nicht und niemals auf, sammeln aber oftmals Kraut im Drill ein und die Kombination aus beidem, Fisch mit Batzen Kraut im Nacken, speise ich zwingend in die Ausrüstung ein. Dazu kommt Abrieb durch Totholz und sämtliche andere (auch ins Wasser geworfene) Scheiße.
Schlanker Waggler, der nicht viel Blei tragen muss. Hab mit 4g geangelt, der mit 2g vorgebleit ist. Die anderen 2g habe ich in jeweils 1g um den Wagglerkörper und 1g als Antennenbeschwerung auf der Schnur verteilt. Altenglische Montage nennt man das. Bei einer Wassertiefe von 1m gehts noch leichter, etwas Tragkraft brauche ich trotzdem, um den Köder schnell zum Grund an den Rotfedern vorbei zu bringen. Hätten viele Kleinfische den Köder beim Absinken des Köders attackiert, hätte ich den Waggler ohne zu zögern auch 2g bis 3 schwerer gewählt und die Absinkphase verkürzt.
Hakengröße #12 bis #10 mit 0.17mm Vorfach. Schleien und Giebel eskalieren, da muss das Vorfach einstecken können. Zuzüglich des Krauts, welches manchmal mitgedrillt wird. Bei viel Kraut und größeren Zielfischen ist 0.15mm mittlerweile mein Minimum, darunter steigen die Abrisse merklich. Hakengröße 12 bis 10 passt zu Dosenmais, Dendrobena, Schleien und Giebelmaul. In mittlerer Drahtstärke. Feine Haken sind im Juni am Krautteich zu Risky.
Tacklebox fürs Wagglern auf Schleien vom 16er-Haken
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