Es ist wie so oft. Die größten Fische sind dort, wo man sie eher nicht erwartet. Ich habe eine kapitale Brasse beim Method Feedern im Flachwasser am kleinen Fluss mitten in den Seerosen gefangen, wo ich mit der Bumsfallera Taktik unterwegs war. Ein Fangbericht.
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Im Urwald bei Niedrigpegel
Jede Geschichte hat einen Anfang und die hier fängt einen Tag vorher an. Mit der Feldforschung, was meine Lieblingsstelle am kleinen Fluss macht, die im Juni für gewöhnlich wie Struwwelpeter auf dem Kopf aussieht. Alles zugewachsen, Seerosen und so olles Kraut, das in Fahnen dicht aneinandergedrängt umherschlackert. Dazwischen nur kleine Lücken, wie Lichtungen im Urwald. Der Wasserstand ist ebenfalls eine Geschichte für sich. Nicht mal einen Meter momentan. Es fehlt an Regen. Trotzdem zieht es mich hierhin, ab und zu brauche ich die Nestwärme. Dabei habe ich gleich noch einen Quick Tipp abgefrühstückt und deshalb die Stipprute mitgenommen. Um Bilder zu machen, die zwei Fliegen mit einer Klappe. Bisschen Freiraum zwischen den Seerosen gabs dann tatsächlich. Große Esstischplatte. Das reicht fürs Stippen, eine Wahl gäbe es sowieso nicht.

Gefangen habe ich nur ein paar Kleinfische. Viele Driften und wenig Kontakt. Das entsprach meiner Erwartung. Aber da war noch etwas anderes. Ein großer Fisch, der mir wie ein fetter Aland vorkam. Hat nach Insekten geschnappert und mir die Schwanzflosse gezeigt. Kleiner Schlingel. Wenn der nur wüsste, wem er sich hier eigentlich gegenübersieht. Challenge accepted. Ich weiß was er will und ich weiß was zu tun ist.

Method Feeder Kleinflusstaktik bei Niedrigpegel
Ich bin der Sache am nächsten Tag mit der Bumsfallera Method Feeder Taktik nachgegangen. Method Feeder reinbumsen und sich fallen lassen. Das meine ich wortwörtlich so. Ich liege im Schilf und lauere auf nur diesen einen Fisch. Mit Freilauf, so muss ich nicht permanent auf die Feederspitze schauen. Das wäre bei zwei drei Bissen über den ganzen Tag hinweg auch totaler quatsch.

Dahinter steckt ein ausgeklügelter Plan. Der Oberlauf ist derzeit sauflach und kaum 5m breit, weshalb die Fische scheuer als sonst sind. Das Method Feedern nehme ich deshalb als Fallenstellen bei Niedrigpegel am kleinen Fluss her, werfe kaum und lauere wie ein Tiger, der aus seiner Deckung prescht. Ich bewege mich selbst nur vorsichtig, lasse keinen Schatten aufs Wasser fallen und drehe an jeder möglichen Stellschraube, um unauffällig zu bleiben. An kleinen Gewässern und ich meine damit solche, wo man die Libellen flüstern hört, reicht oft schon ein lauter Futterball und die Fische sind weg. Niemand schwimmt einem Koromoran entgegen.

Alle 20 Minuten setze ich einen 30g Method Feeder in der Größe S ab. Genau vor die Seerosen, knapp eine Mannslänge schräg vor mir, wo sich der Fiesling gestern zeigte. Den kleinen Method Feeder lupfe ich nur hinein, damit er leise aufschlägt. Über die gesamte Zeit werde ich nur 15x auswerfen und dabei kaum mehr als 300ml Futter verbrauchen. Caperlan Big Fish*, ein günstiger Fischmehl Vanille Mix in geringer Bindung, den ich mit meinem 6 alten Schokobiskuit abgedunkelt habe. So sichere ich das Vorfach ab und mir ist gewiss, das meine Montage scharf ist, gleichzeitig wandern Aromen stromab.

Die eigentliche Fütterung erledige ich mit der Hand. Ich biete alle 20 Minuten kaum 10 Hartmaiskörner, ein bisschen Weizen und Knoblauchpellets* um den Method Feeder herum an. Als Appetizer und Lockmittel. Farbe, Geruch und Geräusche. Wenig, aber sich wiederholend. Das Geplumse gleicht Schnecken und ähnlichem, das vom Schilf ins Ufer fällt. Das ist kein Anglerlatein, lediglich verlorenes Wissen, weil keiner mehr ins Schilf glotzt. Das ist viel zu weit vom Smartphone weg. Ich nehme mir diese Momente, ich liege ja eigentlich mittendrin, und mir fleucht dabei der verrückteste Kram über den Körper, der irgendwann im Flüsschen landet und selbstredend natürliche Nahrung darstellt. Schnecken müssten hier eigentlich ein Topköder sein. Ich trau mich nur nicht. Paradox. Ein Wurm bereitet mir keine Schwierigkeiten.

Ich füttere nicht viel, weil ich mit nur einem Fisch rechne, höchstens einem zweiten und ich verschwende deshalb keinen Gedanken daran, Schwärme am Platz zu halten. Die gibt es hier jetzt sowieso nicht. Erst wieder im Frühjahr und mit Glück im Herbst, falls ein Elbhochwasser reindrückt. Das Nachfüttern ist taktisch und faktisch bedeutsam, eben wegen dem Geräusch, aber auch wegen Kleinfischen, welche den Weizen teilweise abräumen, der Pellets, welche sich mit der Zeit auflösen und der Wollhandkrabben, die Hartmaiskörner doch ganz gerne vertilgen. Die gibt es hier reichlich. Darum kontrolliere ich meinen Köder ebenfalls alle 20 Minuten, zumal auch Kraut oder Dreck in die Montage treiben kann. Niedrigpegel bedeutet nicht strömungsfrei.



Als Köder setze ich Hartmais beim Method Feedern am kleinen Fluss im Flachwasser ein, den ich Diebstahlsicher am Quick Stop aufziehe. Hartmais ist selektiv und mein Vertrauen in ihn unerschütterlich.

Zwischenzeitlicher Zeitvertreib
Das Bums wäre erklärt. Das Fallera ist die Zwischenzeit. Ich lasse mich fallen und ziehe mir den Hut über die Rübe. Der Rucksack ist mein Kopfkissen, aus den Kopfhörern dröhnt das Auenland. Ich habe die Kopfhörer nicht auf, nur um den Hals gehängt, wie mobile Soundboxen, damit ich meine Umgebung wahrnehme. Die Kulisse lädt mich auf, hält mich jung und lebendig. Grillen zirpen, die Vögel zwitschern, Käfer nutzen meine Ohren als Tunnel und ich warte darauf…..

….. das mein Freilauf rattert. Der ist aufgrund der kurzen Lupfentfernung, ich werfe ja nicht, vollkommen ausreichend und mir bleibt weitere Technik erspart. Ich kann entspannen und mich locker machen, kann die Augen überall hinrichten oder schließen. Das Method Feedern kann eine hochaktive Angelei sein, genauso gut aber eine statische. Es hängt von der Interpretation und Taktik ab. Fallbisse sind nicht möglich, es sei denn der Fisch springt mir in den Schoß. Er wird, und das ist wahrscheinlicher, eine Flucht stromab anstreben. Ich lasse das aber nicht zu, lasse ihn nicht in die Seerosen flitzen und greife sofort zur Method Feeder Rute, die neben mir liegt. Zwischendurch blicke ich trotzdem sporadisch auf die Feederspitze. Macht der Gewohnheit und Kontrollzwang, denn sie sagt mir, ob Kleinfische oder Krabben am Method Feeder fressen.

Ich habe auch ein Buch gelesen und meinen neuen Thermobecher eingeweiht. Lecker Kaffee. Vom Glück verfolgt* heißt das gute Stück. Ich verbinde diese Art von Method Feedern allgemein mit geistiger Schaffenskraft, ebenso meiner eigenen, reihe mich wie ein Landstreicher in die Vegetation ein und übe mich in Selbstreflexion. Das Talent dazu fehlt vielen Menschen heutzutage leider, siehe Social Medias und der ausufernde Hass, der eigentlich nur das Zugeständnis ist, sich selbst Scheiße zu finden und die Scheiße irgendwo abzuladen. Einen Fehlbiss hatte ich übrigens gleich am Anfang, beim Aufnehmen eines Reels über einen Butter Vanille Kniff. Den Freilauf hört man am Ende. Ärgerlich, aber typisch. Und zu verschmerzen. Solange es kein Drill ist, der verscheucht im Flachwasser wirklich alles für Stunden, sind Fehlbisse, welche auch Schnurschwimmer sein können, kein Genickbruch.

Kapitale Brasse beißt beim Method Feedern im Flachwasser am kleinen Fluss
Der nächste Biss war kein Schnurschwimmer. Kurz vor 18:00 Uhr. Freilauf dreht an, ich schrecke hoch, nehme die Method Feeder Rute auf und drille eine kapitale Brasse. Nun denn, die Nummer war nach einer Minute erledigt. Letztes Jahr ist mir an gleicher Stelle ein ähnliches Kaliber eingestiegen, der hatte wesentlich mehr Dampf unter der Haube. Zu allem Überdruss setzte der pechschwarze Brassenmann, ein wirklich beeindruckendes Bildnis von einem Tier, seinen Samen auf meinem Shirt ab und schien körperlich ermattet. Ich wage nicht zu beurteilen ob jüngst gelaicht wurde, dieser Juni und das Jahr bis hierhin sind wirklich frisch, oder ob sich die Milchtüte bei meinem sexy Anblick nochmals spontan entleerte. Drill und Orgasmus waren letztlich beides ein Quickie und ich der überglücklich Gefickte.
Erstaunt bin ich darüber, was für Schiffe noch immer bei Niedrigwasser durch meinen kleinen Fluss segeln. Das ist jetzt keine typische Brasse mit weit über 4kg, womit sich meine Vermutung erhärtet, das ein Grundstock auf der Strecke verbleibt und niemals in die Elbe abwandert, welche nur 3 Kilometer entfernt ist. Diese Buckelkopfbrassen sind Ureinwohner und standorttreu, selbst bei eher unbrassigen Verhältnissen. Diese Theorie habe ich bereits letztes Jahr aufgestellt, als ich seinen nicht minderbeleibten Kollege fing. Ansitze lohnen sich demnach immer, auch wenn der Fischwechsel zur Elbe durch das Niedrigwasser mittlerweile jährlich unterbrochen ist (Biber & Engpässe), vieles frühzeitig abdampft und die Fischdichte phasenweise zusammensackt. Die Ureinwohner bleiben jedoch. Auf dem Rückweg habe ich sogar noch etwas viel größeres an der Wasseroberfläche erspäht. Sah wie Rapfen oder Hecht aus. Na wenn der wüsste, wem er sich da gerade gegenüberstanden hat. Challenge accepted.
Herzlichst, dein 16er-Haken 🐟 🎣 ❤️


Tacklebox für Method Feeder Fallenstellen an Kleingewässern
Alle wichtigen Infos zum verwendeten Gerät habe ich in der Tacklebox zusammengetragen. Einfach den jeweiligen Reiter anklicken, er öffnet und befruchtet dich mit kurzen Erklärungen meines Rüstzeugs vom Method Feedern am kleinen Fluss im Flachwasser.
In 3.00m mit 80g Wurfgewicht. Der Hebel ist im Drill ausreichend, das Handling zwischen Schilf und Seerosen angenehm. Wurfweite ist kein Kriterium, vor mir ist Acker, links und rechts alles voller Seerosen. Dementsprechend ist die Rute nur zur Kontrolle des Fisches wichtig. Aufgrund der superkurzen Entfernung ist mir ein semiparaboler Blank recht, der Fluchten abpuffert und Ausschlitzer deutlich reduziert. Mit Feederspitzen sehe ich, was am Futterplatz passiert, kann gewisse Dinge lesen, ansonsten ginge auch jeder andere Rutentyp.
4000er mit Freilauf. Muss kein Pott sein, ein leichtes und eher kleines Modell genügt, weil dem Fisch sowieso kein Run zugestanden wird. Hit and Hold ist die Devise. Der Freilauf ist die eigentliche Bissanzeige und kaum zu überhören, sofern man, sowie ich es handhabe, neben den Ruten verweilt und nicht das achte Bier genascht hat. Das Freilaufgeräusch speichert sich ein und man reagiert intuitiv darauf. Wie bei einem Wecker. Solange es sich um eine Nahbereichsangelei handelt, sind Fallbisse unmöglich. Ich ziehe den Rahmen bei +- 5m Wurfentfernung. Positionierung ist in diesem Kontext ebenso entscheidend.
Kompromisslose 0.26mm, gerne auch etwas mehr. Keinesfalls dünner. Normale Feedermono oder Karpfenschnur langt hin, es muss kein Spezifikat sein. Es befinden sich nur wenige Schnurmeter im Wasser bei dieser Interpretation der Method Feeder Angelei.
Handelsübliche Method Feeder Futterkörbe in der Größe S bis M. Eher kleinere Modelle, welche geräuscharm sind. Mindestens 30g, damit sich der Method Feeder schnell auf die Unterseite dreht und das Vorfach nicht unter sich begraben kann. Die Montage wird nur gelupft, nicht in den Klipp geworfen.
Strammer Schonhaken der Größe #10 an 0.22mm Mono in 15cm Länge. Aggressiver Haarabstand zwischen Schenkel und Hartmais von 3mm. Kein Widerhaken. Bei einem Abriss kann der Fisch so die Method Feeder Montage oftmals noch abschütteln. Hartmais kann am Quick Stop nicht von Kleinfischen stibizt werden, ein einziges Korn reicht oftmals den ganzen Tag aus.
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