Friedfischangeln und Matchangeln sind enge Verwandte, werden aber immer wieder in Konkurrenz zueinander mit teils typisch szenegeleiteten Motiven in einen Topf geworfen. Dadurch wurde das Friedfischangeln in den letzten Jahren in eine Sackgasse argumentiert, die eindeutig ihre Stilblüten treibt. Eine Meinung von deinem Lieblingsblogger.
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Friedfischangeln und Matchangeln sind verschiedene Welten
Wir müssen reden. Mir brennt da etwas auf der Seele und das schon länger. Über die Schubladenrhetorik der szenegebefruchteten Selbstbeweihräucherungstruppe, die sich jederzeit berufen fühlt, obwohl sie nie jemand gerufen hat, bei jedem Post, Beitrag oder Gespräch über irgendetwas im Friedfischangeln das Matchangeln wie eine Käseglocke über jedes Scheiss Thema zu stülpen. Dieser beständige zusammenhangslose Stuss in den Kommentaren, der sich als Mischung aus Hörensagen, Marketingverblendung und Selbsterhöhung mit Zwergenbeinen entpuppt.
Ein Klassiker wäre, das ein Friedfischangler nie richtiges Friedfischangeln lernt, wenn er alleine und nicht im Wettkampfmodus am Gewässer sitzt. Ein anderer, das diese oder jene Taktik mit diesem oder jenem Lockfutter bei einer Glory Hole Veranstaltung nicht funktioniere. Einem Friedfischangler ohne Sitzkiepe die Grundlagen fehlen (wtf). Caster nur im Farbcode #fae2a7 die richtigen sind. Und nur diese! Denn. Naja. Das ist so, weil. Weil. Nun. Nunja. Der Typ auf Youtube hat das so gesagt. Aha. Das sind so Momente wie in der Schulzeit. Jemand hat ständig große Fresse, wird daraufhin an die Tafel zitiert, soll eine Aufgabe lösen, hält die Kreide in der Hand und verstummt.
Jeder Matchangler ist ein Friedfischangler, aber nicht jeder Friedfischangler ist ein Matchangler. Das sei vorangestellt. Eigentlich reden wir über zwei verschiedene Welten. Matchangler sind Inselbegabte, sich einem Regelwerk beugende, durch Training sich Nischenskills aneignende Wettkämpfer, welche dem höchsten Endgewicht innerhalb eines Zeitraums hinterhecheln. Sie haben Druck, zahlreiche Nebenmänner, müssen Wurfrichtungen und vorgeschriebene Futtermengen einhalten, Montageeinschränkungen umsetzen und einen Platz auslosen, der so Scheiße sein kann, das er irgendwo im Nirwana liegt, während jemand glückliches auf Platz 7 sich an der Mückenlarvenkante dumm und dämlich fängt. Ein Weltmeister kann in so einem Szenario gegen ein unbetuchtes Greenhorn komplett untergehen. Deshalb ist der Weltmeister kein schlechter Angler. Wo keine Fische sind, fängt er keine, egal wie viele Medaillen um seinen Nacken baumeln.
Genauso wie der normalsterbliche Friedfischangler kein schlechter Angler ist, weil er keinen Weltmeistertitel inne hält oder nicht nach diesem strebt. Und überhaupt. Der Vergleich beider Welten ist in vielen Fällen trotz aller Schnittmengen dämlich. Letztens erst hat mich einer von der Seite angeschmachtet, das es immer auch um Handlungschnelligkeit ginge, man ja das Maximum herausrausholen müsse, die Sitzkiepe einen auf das höchste Level hebe, diese das Konzentrationsvermögen ins Unermessliche steigere und sie dadurch unabdingbar wäre, weil die Uhr tickt und jeder Fisch zählt. Bei einem Beitrag über Micro Wirbel, in dem ich der Futterplatzpräsentation und allem was sich zwischen Fisch und Montage abspielt den höchsten Stellenwert einräume. Da kommt echt einer in die Bibliothek und schreit, das er Musik viel geiler findet.
Na gut. Wir haben verstanden, Herr Handlungsschnellkeit. Lösung: Ich angle einfach 5 Minuten länger und fange ein paar Fische mehr 😂😂😂. Der feine Unterschied ist doch, das mein Angeltag nicht von einer Tröte mit Start und Schlusssignal definiert wird. Ich folge beim Friedfischangeln auch keinen Wettkampfregeln, die per se einen ergebnistechnisch nachteiligen Rahmen setzen. Ich werfe wohin ich will, wildere dort herum, wo sonst der Nebenmann säße und jetzt kommt das, was Herr Handlungsschnellkeit mental zerberstet, weil er kognitiv der Sohn einer Fleischmade ist. Ich fange als strammer Friedfischangler an einem Angeltag durchaus mehr als ein professioneller Matchangler. Deal with it.




Schwer nachzuvollziehen ist das freilich nicht. Ich teile mir den Fisch nicht mit einem breiten Konkurrenzfeld im Abstand von 5m zueinander, ich kann den Zeitraum meiner Ansitze beliebig strecken, mir einfach mal den vermutlich besten Platz, der nicht durch tageslanges Wettkampftraining mit tonnenweise Futtereintrag zerfickt wurde, am allerbesten Tag aussuchen und dabei Vollgas geben, mir richtig den Prügel wundschrubben und hunderte Brassen fangen. Oder keine. Das Problem beim Friedfischangeln oder Matchangeln ist ja, das egal was wir tun, einen Garantieschein gibt es nicht.
Dennoch versuche ich manchmal das maximale Gewicht einzufahren, manchmal will ich aber auch nur ein kapitales Exemplar gezielt fangen, selektives Friedfischangeln nennt man das, da geht es nicht um Handlungsschnelligkeit, es kommt auf die Spotwahl und den Zeiteinsatz an, vielleicht will ich aber auch nur eine bestimmte Friedfischart zwischen vielen anderen taktisch herauskitzeln, oder sowas wie Challenges. 5 Rotaugen über 35cm nur mit der Brotflocke. 6 Brassen mit der Stipprute am Packwerk. 300 handlange Giebel beim Speedfeedern am Teich. Im Sommer am Prallhang der Elbe einen Method Feeder für Alande hineinlupfen, dabei ein Buch lesen und warten, bis der Freilauf rattert. Solche und andere Aufgaben. Ich lebe und liebe die Vielfalt.

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Friedfischangeln ist ein Wettkampf mit sich selbst
Selbst ohne Nebenmänner, Regelkatalog und toxisches Szenegeschisse führe ich trotzdem Wettkämpfe. Mit mir selbst. Sachen gibts. Ich brauche dich überhaupt nicht, Herr Handlungsschnellkeit. Oder irgendjemanden, der an meinen Gewässern garnicht anwesend ist. Ich finde es ziemlich albern, sich dem Imaginären hinzugeben und sich jederzeit zwanghaft manisch in eine Randsportart schablonenartig hineinzupressen. Mein größter Kritiker und Antreiber sehe ich eher im Spiegelbild, meine Fähigkeiten baue ich exzessiv wegen diesem Penner aus, dafür ist kein fiktives Siegertreppchenszenario nötig. Nur Loser brauchen ein Grund, um sich zu steigern.
Und mit Verlaub, auf einer Sitzkiepe* zu sitzen macht aus niemandem einen Profi, genauso wenig wie jemand, der sich auf einer Hantelbank breitmacht, sofort Ronny Coleman heißt. Da gehört schon mehr dazu. Viel mehr. Professionelle Matchangler, also die richtigen Könner und Koryphäen, nicht die Lumpen wie Herr Handlungsschnellkeit, trainieren Jahrelang, lernen beständig und haben keine Zeit fürs Flexen. Deshalb sind es Profis. Die sind immer bei der Sache.
Meine Taktiken oder die vieler Friedfischangler sind auch nicht laienhafter oder weniger fängig, weil kein Herr Handlungsschnellkeit neben einem sitzt. Es sind die gleichen oder ähnliche. Angepasst auf die Bedürfnisse vor Ort. Fische werden wie Fische überlistet. Mit Montagen, Futter und Ködern, die eins zu eins die selben sind. Oder nicht. Ich experimentiere viel, mit Instantnudeln, Saucen oder Wurstwaren. Eigentlich alles was der Supermarkt hergibt. Das gehört ebenfalls zum Friedfischangeln dazu. Der Reiz, aus dem Unbekannten der Tiefkühltruhe eine neue Köderwelt zu kreieren. Gnadenlos abzuschmieren ist dem Inkludiert. Inselbegabte aus dem Matchangeln sind speziell bei diesem Thema Analfixiert. Es müssen immer Maden, Pinkies, Caster, Mais, Dendrobenas und Mistwürmer sein, unzweifelhaft die besten Köder, die mit den Jahren aber auch nur den Gesichtsausdruck unkreativer erfolgsgezwungener Eintönigkeit formen.
Ich kreuze auch schon mal mit Weizen, Bulgur, Ramen, Reis, Fleischwurst, Maggi, Weißbrot, Haferflocken, Eiern, Jägermeister, Blutwurst, Leber, Frühstücksfleisch, Worcester & Teriyaki Sauce, Cornflakes, körnigem Frischkäse, Hundefutter, Chips, Müsli, Garnelen, Lachsabschnitt, Sprotten, Fischöl und Dingen an meinen Hausgewässern auf, die meiner Oma genau jetzt im Schrank fehlen. Weil ich Friedfischangler bin. Mir wird deshalb fehlende Professionalität nachgesagt, die Ernsthaftigkeit fehle, obwohl ich mich nur austobe, die Entscheidungsfreiheit genieße und Blickwinkel zulasse.
Weiterentwicklung geschieht eben nur, wenn bewährtes hinterfragt und nicht in Mustern ausgeharrt wird. Das Method Feedern wurde beispielsweise von Karpfenanglern erfunden. Nicht von Matchanglern, die wegen des Wettkampfregelwerks immer ein bisschen feststecken. Erfindergeist steckt aber nicht fest, er gehört keiner Szene an, kennt keine Grenzen und scherrt sich nicht um Regeln. Es gibt nur ihn und den Fisch. Strategisch, methodisch und ergebnisorientiert.

Friedfischangeln Matchangeln
Und genau das geht mir auf die Eier. Um es mal direkt auf den Punkt zu bringen. Barschangler nehmen sich das UL Geschirr und stellen kleinen Barschen nach. Oder großen Barschen mit Creature Baits. Manche Dropshotten, andere Flanken kleine Köfis in den See. Oldschoolig mit Pose und Tauwurm geht ebenfalls steil. Spinner rotiert wie Herr Handlungsschnellkeit und liefert seit Jahrzehnten Resultate ab. Muss ich nicht großartig erklären. Am Ende frönt jeder seiner Kunst und will Barsche fangen, einjeder versteht das und nimmt sich seiner Sache an. Barschangler fängt Barsch. Ende der Geschichte.
Rotaugen werden ähnlich groß und bieten ähnliche methodische Möglichkeiten. Rotaugenangler fängt aber nicht Rotaugen. Plötzlich muss es Matchangeln nach WKVO §14 Absatz 4 sein. Sonst macht das ja alles keinen Sinn. Hätte keine Daseinsberechtigung. Ohne Waage keinen Ständer. Es gibt dieses Meme, das mir gerade in den Sinn kommt. Sie sind geistig behindert*. Denn nirgends wird sich so grenzdebil wie beim Friedfischangeln in eine Sackgasse argumentiert und das ist einer dieser Gründe, warum das Friedfischangeln durch pure Engstirnigkeit imagetechnisch nie über das Köderfischangeln hinauskommt. Kein Matchangeln, kein Skill, kein Sinn. So einfach ist das.
Mit dieser Einstellung wurde über die letzten Jahrzehnte sogar soviel Schaden angerichtet, das mittlerweile jeder Friedfischangler seine Inhalte zum Kontext von Wettkämpfen relativieren muss. Taktisch. Inhaltlich. Von der Idee und Umsetzung her. In seiner Gesamtheit. Jedesmal folgt irgendwo bei einer witzigen Idee der Nachsatz, das man dass beim Hegeangeln aber bitte nicht so mache. Diesen Relativierungseid gibt es in keinem anderen Angelbereich. Keinem. Überall ist die Kunst, Spaß, Freude, die Mission und Leidenschaft übergeordnet. Überall. Ich musste für die Beweisführung nicht mal 2 Minuten bei einem Kollegen durch den Facebook Feed luschern und siehe da, Herr Handlungsschnelligkeit war anwesend. Und das ist kein Zufall, das ist der Inzestszenestandardzustand.

Arrogante Subkultur
Es fühlt sich wirklich so an, als gäbe es einen Lockruf, dem toxische, ungehobelte und szenezugespermte Matchanglerfanboys folgen. Dieser Stock im Arsch Typus. Seltener Matchangler mit Rang und Namen, eher die arrogante und eine Etage tiefer herumwurmende Subkultur. In Rudeln durchstreifen diese das Internet, erklären Friedfischanglern die Quadratur des Matchangelkreises, belanglos mehrwertfrei und verkennen, das sie wie die Oma an der Fensterbank rüberkommen, die ständig einem hinterherruft, doch gefälligst die Hundescheiße wegzumachen, obwohl der noch nicht mal geschissen hat. Immer suggerierend im zynischen Unterton, das man es besser wisse, weil man 10x im Jahr in der Box sitzt und nach ein paar Stunden jemand zum Wiegen vorbeikommt.
Brudi. Das kann jeder. Anmelden, Startgebühr prellen, 06:00 Uhr eintreffen, Lose ziehen, Konkurrenten einige Infos aus der Tasche leiern, Aufbauphase & Loten, 07:45 Uhr Signal zum Vorfüttern, 08:00 Uhr Signal zum Start. 12:00 Uhr Feierabend. Ein Friedfischangler ist, nur weil er dieser Dressur nicht nachgeht, deshalb nicht weniger begnadet oder erfolgloser. Er hat andere Prioritäten. Ich habe andere Prioritäten. Du hast andere Prioritäten. Mein Skilllevel, nennen wir es so, ist trotzdem ansehnlich. Aber, aber, aber du gehst ja alleine Angeln, das funktioniert nicht in Ma….fick dein Match.
Ich entwickle Futterrezepte, optimiere diese auf den Wasserdruck, die Wechselwirkung aus Strömungsstärke und Partikellösung, da kommen Futterwolken bei rum, die siehste sonst nur in der Shishabar. Man, ich bin kein Bäcker, in meiner Bude stehen trotzdem 200kg Futtermehle. Meine Taktiken sind ausgefeilt und abgestimmt auf das Fischverhalten, deren Lebensraumnische und hinter meiner Futterplatzpräsentation steckt ein Plan, der ist On Point, ich mach kein Paniermehlkugelweitwurfwettstreit. Das bedeutet nicht, das ich immer richtig liege. Trotzdem weiß ich, wie Köder, Futtermittel und Transportmedien zusammenarbeiten. Was sie bewirken. Wie Fische ticken. Was sie wollen und was sie nicht wollen. Ich bin ein Nerd. Meine Haken haben Vornamen.
Das Friedfischangeln oder Matchangeln ist dennoch keine Astrophysik, mach dich mal locker, es ist einfach nur ein Tanz mit dem Schwarm. Wie beim Speedfeedern, wo ich hunderte Rotaugen umhüllt vom Mantel der misanthropischen und wolltuenden Stille fange. Dabei bin ich weder weniger professionell als Herr Handlungsschnellkeit, noch vernachlässige ich das Ergebnis. Ich habe mich nur dafür entschiedenen mein eigenes Ding zu machen und muss, wie viele Kollegen meiner Zunft, mich ständig ungefragt von irgendeinem dahergelaufenen Szeneotto bewerten lassen, der meint, seine InstaReelweisheiten bei jeder Gelegenheit abzusondern. Wie so ein kleiner Pickel. Und dessen Skilllevel ist in den allermeisten Fällen bestenfalls durchschnittlich.




Friedfischangeln und Matchangeln entspringen einer Angelgemeinschaft
Mich nerven diese Hampelmänner. Jetzt mal ehrlich. Es gibt tausende Gründe fürs Friedfischangeln und das Matchangeln ist nur einer davon. Keiner der weniger wiegt, aber auch nicht mehr. Es ist eine Kunstform in der Kunstform, nicht die Definition dieser. Es gibt Barbenangler, Schleienangler, Karauschenangler, Döbelangler, Karpfenangler, die auch nur Friedfischangler mit Festbleibmontagen und Campingfetisch sind, Rotaugenangler, Brassenangler, Stippangler, Feederangler, Methodangler, Boloangler, Plumsangler, Wagglerangler, Wanderangler, Kopfrutenangler, Winkelpickerangler und eben Matchangler. Jeder bringt ein anderes Skillset mit, hat andere Hürden zu bewältigen und schlägt sich durch. Vollkommen egal, welches Label man ihm zuschreiben will.
Meine Kritik ist sicherlich harscher Natur und nicht an Matchangler in der Gesamtheit gerichtet, da gibt es stabile Dudes, ich habe selbst Veranstaltungen gegen Szenebekanntheiten bestritten, ich schiele eher auf die faulen Äpfel, die eine ganze Kiste verderben und deren Fanyboysippschaft, die Stellenweise vergisst, das wir alle eine Anglergemeinschaft sind. Sich mit elitärem Schubladendenken besser stellen wollen, aber nichts außer Sabberlatzgelaber abliefern und meinen, der Nabel der Friedfischwelt zu sein. Kritisieren, obwohl es nichts zu sagen gibt, nur um aufzufallen und des Nachweises eigener Schaffenskraft stets schuldig bleiben.
Typen, die an Angelstrecken mit verschränkten Armen hinterm Rücken entlang schlendern und der Frau erzählen, das sie alles was da unten sitzt wegrasieren würden und sich an ihrer selbstherrlichen Art fast verschlucken. Unbedeutend wie sie sind einen Schritt nach dem anderen machen, aber keine Fußstapfen hinterlassen, weil die Welt von derlei Typen schon genug gesehen hat. Wie dieser Herr Handlungsschnellkeit. Ein Vorschlag für dich: Geh doch bitte in eine xbeliebige Diskothek und erzähle dem heißesten Mädchen, das du mit 15kg Brassen beim letzten Cup die Eins gefischt hast. Richtig. Die rennt sofort weg, weil die weiß wie du stinkst. Nach Angler. Nach Fisch. Wie wir alle.
Herzlichst, dein 16er-Haken













