Das Rotauge - Silberbarren mit Flosse

Ein Winterfisch wie kein Zweiter

Ein Rotauge kommt selten allein, so kann es uns gelingen über einen längeren Zeitraum gezielt flinke Silberbarren an den Haken zu führen. Ein wunderschöner Fisch, mit der Eigenart im Winter so richtig in Fahrt zu kommen. Mit dem Rotauge wird vor allem das Angeln mit Hanf als Köder oder im Futter verbunden. Weshalb das so ist klären wir im weiteren Verlauf des Textes. Viel Spaß beim Lesen!

Das Rotauge im Blickpunkt - Ein Fisch im Detail

Verbreitung, Nahrung, Fortpflanzung, Größe

Das Rotauge weiß sich in jedem Lebensraum zu behaupten, so kommt es nicht selten vor, das diese Art von Fisch das Gewässer in der Menge dominert. Die hohe Fähigkeit der Anpassung, aber auch einer starken Reproduktion ermöglichen den Schutz und die Sicherung des Bestands auf ganzer Linie. So können wir sie in Flüssen jeder Art antreffen, Seen und Baggerlöcher, aber auch kleine Gräben oder Teiche komplementieren den Lebensraum der Rotflossen. Auch im Brackwasser können wir mit Exemplaren am Haken rechnen.  Lediglich sehr kalte Bäche und oder nährstoffarme Gebirgsseen mit dauerhaft tiefen Temperaturen werden nicht besiedelt. In meinen Augen hängt dieser Umstand weniger mit kaltem Wasser zusammen, als vielmehr dem Mangel von Nährstoffen und Zooplankton, welches den Nährtieren der Rotaugen als Grundlage zur Nahrung dient. 

Als Hauptnahrung für Rotaugen können in erster Linie Fischnährtiere wie Insektenlarven, kleine Schnecken, Muscheln oder Flohkrebse aufgeführt werden. Aber auch Zooplankton und Wasserpflanzen werden vom Fisch nicht verschmäht. So werden Wasserlinsen gern im Sommer zum Speiseplan hinzugefügt. Auch Algen sollen nicht unbeachtet bleiben, obgleich natürlich der Hauptfokus den anhaftenden Insekten gelten dürfte. Der oft zitierte Satz, die Silberlinge seien im Sommer kaum genießbar, kommt nicht von irgendwo her, getreu dem Motto, du bist was du isst. So können wir auch am breiten Nahrungssprektrum feststellen, das die Plötze, wie sie häufig bei uns in Sachsen Anhalt genannt wird, auch in allen Gewässerschichten zu finden ist. Mit zunehmender Größe und Alter ziehen sie aber eher am Boden an Kanten und Krautfeldern entlang. Ebenfalls ändert sich die Anzahl der Fische im Schwarm zu immer wenigeren Tieren. Eine typische Beobachtung und Feststellung bei Weißfischen aller Art. 

Je nach Gewässertemperatur kann die Laichzeit im April beginnen und endet in der Regel im Juni. Rotaugen suchen dabei flache und krautige Bereiche auf, bei einer Wassertemperatur von mindestens 10 Grad, um mit der Eiablage zu beginnen. Je Kilo Körpergewicht eines Weibchens könne bis zu 100.000 Eier abgelegt werden. Innerhalb von 5-10 Tagen schlüpfen die Jungfische bereits. Je nach Wachstum werden diese widerum nach 2 Jahren bis 3 Jahren wiederum geschlechtsreif. Ein mögliches Alter von 15 Jahren bei einer Länge von 50 cm und einem Gewicht bis zu 3 Kilogramm sind durchaus möglich, aber eine absolute Seltenheit. Der Durchschnitt liegt bei 20 cm.

Eindeutige Bestimmung von Rotaugen

Und häufige Verwechslungsgefahr

Neben einigen Erkennungsmerkmalen gibt es auch eindeutige Hinweise zur Festellung und Bestimmung der Fischart Rotauge. Das zählen der Schuppen, die Stellung der Flossen, aber auch das wohl eindeutigste, die Farbe der Augen. Es gibt aber auch Kandidaten in der Fischwelt, die eine Bestimmung und Unterscheidung gar nicht so einfach machen!

Der Körperbau und die Form des Rotauges unterscheidet sich maßgeblich vom Gewässertyp, so können Exemplare im Fluss durchaus spindeldünn sein und kaum Gewicht erzielen, während im Baggerloch eine sehr hochrückige Beschaffenheit zu erkennen ist. Auch die farbliche Ausprägung variiert, so kann die Rückpartie von dunklem Grün bis in ein mattes blau schimmerndes Spektrumg ausfallen. Die gedrungene Seite wird silbrig, der Bauch hell bis weißlich. Der Umgangssprachliche Ausdruck vom Weißfisch leitet sich davon ab. Eindeutig auffallend ist die rote Iris im Auge, so scheint es sehr nahe zu liegen woher der Fisch seinen Namen hat. Ein Endständiges Maul bringt die Vielseitigkeit der Nahrungsaufnahme zum Ausdruck, so können wir ihm in jeder Gewässerschicht nachstellen.  Eindeutiges Bestimmungsmerkmal ist das Auszählen der Schuppen entlang der Seitenlinie, so hat das Rotauge zwischen 38 und 48 große Rundschuppen.

Häufigste Verwechslungen von Rotaugen und anderen Fischarten findet vor allem mit der Rotfeder, kleinen Alanden und jungen Döbeln statt. Auch findet eine Hybridierung mit anderen Weißfischen statt, so kann oft kein eindeutiges Bild der Fischart entstehen. Einfachster Unterschied zwischen Rotauge und Rotfeder ist aber ohne Frage die Farbe der Augen und die Stellung des Mauls. Das Rotauge endständig, also etwa gleichlang, während die Rotfeder eindeutig ein oberständiges Maul hat, sprich der untere Bereich des Mauls ist eindeutig länger. So schwer ist es nicht. Bei jungen Alanden und Döbeln ist es kaum kniffliger. Der Döbel hat ein wesentlich größeres Maul, der Aland sehr große Schuppen. Auch haben beide kein rotes Auge. Das Auszählen der Schuppen entlang der Seitenlinie schafft dann endgültige Klarheit. Der Döbel hat mindestens 45 Schuppen auf der Seitenlinie, der Aland gar beginnend mit 55. Zur Erinnerung, das Rotauge liegt beginnend bei 38.  Sollten es also unter 45 gezählte Schuppen sein, kannst du recht schnell ausschließen um welchen Fisch es sich handelt.

Rotfeder

junger Aland

junger Döbel

Das Rotauge unter Wasser

Der Rotaugenrekord

Die Bestmarke

Auf der Suche nach dem Rekord-Rotauge wird es recht uneindeutig. es gibt wenige Informationen, dennoch scheint der Fisch vom jungen Roman Dozenko klarer Spitzenreiter zu sein. Mit einem Gewicht von 2,6 Kilogramm ein absoluter Traum ! Hier wird sich die von mir angedeutete Maximallänge und das Gewicht auch einpendeln.

Meine Bestmarke

Mein größtes Rotauge misst 36cm, gefangen in einem flachen Parkteich auf 2 Maden im Winter. Leider hatte ich an diesem Tag keine Kamera im Einsatz, aber generell bin ich mit der Größe nicht einverstanden und plane diesen Winter ( 2017 ) die Marke etwas nach oben zu schrauben. ich hoffe bald ein Bild präsentieren zu können ! ;)

 

Aus anglerischer Sicht - Rotaugen im Fadenkreuz

Spots, Futterwahl, Köder, Gerät

Das Angeln auf Rotaugen gestaltet sich vielfältig. Mit der Stipprute im Nahbereich, mit dem Winkelpicker im Graben, dem Stick in der Strömung oder dem Waggler im Wind. Sowohl das Lockfutter, als auch die Methoden unterscheiden sich teils von den Taktiken auf andere Weißfische. 

Das Rotauge ist ein Winterfisch wie kein Zweiter, so steigen unsere Chancen im letzten Viertel des Jahres massiv. Mit sinkenden Temperaturen kommen die Silberbarren so richtig in Fahrt! Während ein großer Teil der Friedfischwelt am Gewässergrund verweilt macht das Rotauge noch gute Strecken und ist gezielt befangbar. Generell haben wir gute Chancen an Krautfeldern, Kanten und Uferzonen voller Fischnährtiere.  Bei der Wahl der Methode stehen dir unzählige Möglichkeiten zur Verfügung, so ist das Winkelpickern eine hervorragende Art der Fischerei, aber auch die Stipprute weiß im Nahbereich überzeugend zu agieren. Der persönliche Geschmack sollte dabei im Vordergrund stehen. Feines Geschirr lässt aber jeden Drill zu einem Rausch werden!

So einfach es sich liest, so einfach ist es aber nicht immer. Plötzen sind sehr mobile Fische, in allen Gewässerschichten. Es bedeutet also nicht automatisch Erfolg mit der Methode des Vortages zu haben, schon gar nicht am selben Platz. Hier gilt es wirklich viel zu experimentieren. Im Gegensatz zu klar fixierten Bodenfressern, wo der ruhige Köder am Grund punktet, kann ein Köder handbreit über Grund wesentlich besser fangen. Auch Bewegung des Köders, sei es durch Zupfen an der Schnur oder leichtes ziehen der Rutenspitze können Bisse provozieren. So fängst du am frühen Morgen noch an einer Krautbank mit einem Köder auf Grund abgelegt, kann es sein das bewegte Maden im Mittelwasser fangen oder gar sehr nah an der Wasseroberfläche. Flexibel sein schlägt stures Aussitzen in 9 von 10 Fällen. Die Pose sei hier besonders erwähnt, dank ihrer Vielseitigkeit ein guter Freund beim Fischen auf Plötzen.

Auch auftreibende Häppchen sind eine Option, so kann Kunstmais (schwebend) mit einem Pinkie kombiniert gute Erfolge erzielen. Eine gute Taktik können lange Vorfächer sein, um eine lange Absinkphase zu erzeugen und so verführerisch zum Biss zu animieren. Sei dir aber bewusst, das kein großer Bestand an Rotfedern im Gewässer sein darf, sonst sinkt dein Köder direkt in dieses Fischmaul, denn sie sind schneller. Der Schlüssel zum vollen Setzkescher oder einer vollen Pfanne muss immer der Mut zum experimentieren sein. Gerade auf Rotaugen ist ein Spiel zwischen beweglichem Köder und feiner Methode äußerst wichtig. In fließenden Gewässern reagieren sie nicht ohne Grund so effektiv auf treibende Larven am Haken. Sogenannte Sticks, auch Avonposen tänzeln verfüherisch durch die Strömung und können mit verschiedenen Techniken geführt werden. Durch das Abstoppen der Montage steigt der Köder nicht selt auf, um dann wieder zu sinken. Eine Attacke folgt nicht selten Prompt. Ich lege mich fest: Das Rotauge ist der Friedfisch schlechthin, den wir mit den meisten Techniken und Methoden auf unterschiedlichsten Weisen überlisten können.

Lockfutter und Köder auf Rotaugen

Warum Hanf so gut fängt

Nebst verschiedenen Ködern stellte sich für viele Angler der Hanf, besser beschrieben als Hanfkorn, als absoluter Klassiker auf Rotaugen heraus. Diesem Geheimnis gehen wir natürlich auf die Spur. Auch das Lockfutter auf Rotaugen muss einige Eigenschaften erfüllen um den Angeltag zum Erfolg werden zu lassen. 

Hanf hat sich fest in den Köpfen vieler Angler auf Rotaugen etabliert, so richtig wisssen warum tun es aber die Wenigsten. Ein genauer Blick in die Welt unter die Wasseroberfläche schlüsselt den Grund aber schnell auf. Wie auf dem Bild zu erkennen ähnelt Hanf als Rotaugenköder den vielen Schnecken unter Wasser! Die Ähnlichkeit ist einfach nicht zu leugnen, der Zusammenhang verdichtet die erfolgreichen Ergebnisse vieler Fangberichte. Erinnern wir uns an das Beutesprektrum, so sollten keine Fragen mehr offen stehen. Nebst Hanf kann auch Weizen ein guter Köder sein, der sehr Auffällig am Gewässerboden wirken kann und den Zielfisch zuverlässig zum Platz führt. Klassische Köder wie Maden und Caster dürfen aber nicht unterschlagen werden. Auf große Rotaugen hat sich Mais als Topköder heraus gestellt. 

Das Lockfutter stellt einige Anforderungen, die Unbedingt beachtet werden sollten und müssen. Lockfutter auf Rotaugen muss dem Gewässerboden farblich angepasst sein! Als recht scheuer Fisch mit vielen natürlichen Feinden sind Plötzen sehr behutsam, stellen sich garantiert nicht auf eine Zielscheibe von gelben Mehlen auf dunklem Untergrund und umgekehrt. In trübem Wasser ist schwarzes Futter ideal, während auf kiesigem Grund leicht besche Futterfarben wenig Kontrast zulassen. Du kannst mir glauben, umso unaufälliger deine Mehle sind, desto mehr wirst du fangen! 

Als weiteres Kriterium ist Aktivität zu benennen. Damit ist nicht gemeint, das dein Futter Beine bekommen soll, aber es sollte auf sich Aufmerksam machen. Das gelingt dir hervorragend mit kleinen Schwebteilen, wie Kokosflocken, Haferflocken, Hanfmehl oder anderen gemahlenen Saaten. Sie steigen auf und ab, wirken verfühererisch und sprechen gezielt den Beutefisch des Themas an. Sozusagen Beute auf Sicht, so sind unsere Friedfische, nämlich gar nicht so friedlich. Geschmacklich überzeugen herbe Tendenzen, keinesfalls Süß. Salz im Futter kombiniert mit Gewürzen sind Klassiker zu jeder Jahreszeit. Nebst Anis und Koriander schwören viele Angler auf Paprikagewürz oder Chilli. Es gibt keine Grenzen, solange es eher deftiger Natur ist, so kannst du mit geschickter Präsentation garantiert gute Erfolge einfahren!

 

Köder auf Rotaugen

Platz 1

Hanfkorn

Platz 2

Maden

Platz 3

Caster

Platz 4

Weizen

Platz 5

Mais

Das Gerät auf Rotaugen - Winkelpicker und Co

Mein Gerät auf Rotaugen ist unterschiedlicher Natur, so greife ich gern zu schnellen Feederruten, aber auch sehr gern auf die Stipp oder Matchruten. Meine Königsdiziplin ist natürlich die Angelei auf Rotaugen mit dem Winkelpicker. Wie die Ausrüstung aussieht erfährst du im Detail!

Auf Plötzen fischen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine feine Sache! Je nach Gegebenheiten können wir auf sehr feine Schnüre, Haken und Posen setzen. Im See stelle ich den silbrigen Flossenträgern gern mit meinem Winkelpicker, einer kleinen 2000er Stationärsrolle und 0,16 mm dünner Schnur nach. 14er-18er Haken am 0,12 mm Vorfach komplettieren die Kombo. Genormte Rotaugen bis 30cm sind nicht all zu Kampfstark, unterschätze aber niemals größere Kaliber. Woran erkennt man einen Rotaugenbiss? 

Ups, da war er schon! Ungefähr so verläuft das Zuppeln an der Feederspitze. Wir müssen sehr schnell sein und jeden Biss sofort mit einem Anhieb quittieren! Kaum ein Fisch packt schneller an, lässt aber genauso schnell wieder los! Sollte es zu lästig werden, den Futterkorbmitarbeiten lassen und den Stopper runterschieben oder bei der Schlaufenmontage die korbführende Schlaufe kürzer Binden. Einfacher: Das Gewicht des Futterkorbs zu nutze machen, egal wie! Mit der Stipprute können wir auch große Erfolge erzielen. Meistens greife ich zur semiweichen, 6,00 Meter langen Stippruten. Eine gute Wahl im Übrigen für die meisten Gewässer. 0,12mm Hauptschnur, 0,10mm Vorfach und Posen bis 2,5 Gramm, in der Strömung auch mehr.Dort gilt es dann zu probieren welcher Schwimmer seine Dienste ausreichend zu leisten vermag. Treibende Köder in kleinen Flüssen wirken unwiderstehlich!

Sollte der Wind zu stark sein oder mir das Stippen vermiesen greife ich gern zur Matchrute. Ich fische eine 4,20m lange Rute, wobei ich die Rolle je nach Distanz wechsel. Entweder ein 2000er Modell oder ein 4000er Modell. Ich schleppe aber keine zwei Rollen zum See, ich entscheide das Generell in der Vorbereitung zuhause. Die Rollengröße steht auch mit dem Schnureinzug in Relation. Umso größer der Pott, desto weniger muss ich Kurbeln. Vorbebleite Waggler verschiedener Ausführung, aber auch Pelletwaggler kommen zum Einsatz. Die Hauptschnur beträgt in der Regel 0,20mm. Wurfweiten bis 40 Meter sind kein Problem. Lediglich immer die Schnur unter Wasser drücken, dann bleibt der Waggler auch bei Wind auf dem Futterplatz stehen.

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Das Rotauge Kompakt

  • Das Rotauge gehört der Ordnung der Karpfenartigen an (Cypriniformes)
  • Das Rotauge zählt zu den Karpfenfischen (Cyprinidae)
  • Der lateineische Name lautet Rutilus rutilus
  • Regional heisst das Rotauge auch Plötze oder Schwal, im englischen Roach
  • Die maximale Länge kann bis zu 55 Zentimeter betragen
  • Bei einem Gewicht von bis zu 3,5 Kilogramm 
  • Und einem Alter von maximal 14 Jahren
  • Das Rotauge ist ein ausgesprochener Schwarmfisch
  • Sie lebt am Grund, dem Mittelwasser und nahe der Oberfläche
  • Laichzeit von April bis Mai, ab einer Wassertemperatur von min. 10 Grad
  • Kommt in jedem Gewässer im Süßwasser vor, bis auf kalte Gebirgseen und Bäche
  • Hauptnahrung der Plötze: Zooplankton,Würmer,Krebse,,Insekten,Wasserpflanzen

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