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    Winkelpickern im Winter: Angeln bei 4 Grad auf Weißfisch am Parkteich

    Das Winkelpickern ist einer meiner liebsten Methoden beim Angeln im Winter. Wenn neben den Finger auch die Spitzen meiner Ruten zittern, dann bin ich voll in meinem Element. Kein Glühwein dieser Welt kann mein Blut so in Wallung bringen, wie die Chance auf einen dicken Brassen in der kalten Jahreszeit! Wie ich das Winkelpickern am Parkteich im Winter erlebt habe, erfährst du wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

    Inhaltsverzeichnis [Öffnen]

    Minimalistisches Winkelpickern im Winter

    Trostlos zählte ich die Tage am Kalender herunter, weil eine winterliche Umklammerung uns seit einigen Wochen fest im Griff hatte. Eine dicke Eisdecke schichtete sich nämlich undurchdringbar seit einiger Zeit über den See. Vor lauter Entzug sah ich die Brassen schon auf Schlittschuhen über den Parkteich rutschen. Nahe dem geistigen Verfall spazierte ich jeden Morgen mit meinem Hund Charly um das Einst so beißfreudige Gewässer. Während ich auf die Wärme der Sonne wartete, hinterließ mein Vierbeiner gelbe Spuren im Schnee.

    flacher Parkteich im Februar
    Zugefrorene Gewässer stellen einen Angler unter die Bewährungsprobe

    Es war aber nur eine Frage der Zeit, bis das Eis endlich schmelzen würde. Nach zähen Wochen des Wartens gab der See seine Schätze dann frei. Mein Leben hatte wieder einen Sinn! Das fiese Wetter geprägt von leichtem Wind, viel Regen und Schmelzwasser sind zwar keine idealen Bedingungen beim Angeln, in der Not frisst der Teufel aber bekanntlich Fliegen. Ohne große Umschweife packte ich deswegen meine Ausrüstung für das verspätete Winkelpickern im Winter zusammen.

    Was mir am Pickern in der kalten Jahreszeit am meisten Gefällt: Der geringe Bedarf an Futtermitteln! Bei einem Ansitz von 4 Stunden verbrauche ich nämlich selten mehr als 500 Gramm an Futter, sowie einer Handvoll an Ködern. Standen die Temperaturen über längeren Zeitraum unterhalb von 0 Grad Celsius, liegt meine Konzentration auf nur einem einzigen Biss beim Angeln! Meine Ausrüstung für das Winkelpickern im Winter sieht folgendermaßen aus:

    Salziges und fein gesiebtes Winterfutter

    Um den Fischen beim Winkelpickern im Winter nachzustellen, setze ich auf ein sehr salziges Lockfutter. Das Mineral ist zu dieser Jahreszeit ein Mangelstoff in den Gewässern, weil die lebende Nahrung fehlt. Die Insekten und deren Larven überwintern an Land, diesen Umstand nutzen wir deshalb für unseren Ansitz aus. Bis zu 125 Gramm an Salz setze ich in meinem Futter pro Kilogramm ein, um eine Wirkung zu erzielen. Zusätzlich hebt es die Aromen in einem Rezept an.

    Um das Futter sehr energiearm zu halten, siebe ich es zusätzlich noch Stufenweise nach. Jeden einzelnen Partikel müssen wir entfernen, weil eine Überfütterung im Winter zum Problem werden kann. Wir nutzen das Grundfutter nur, um eine Lockwirkung durch den Geruch zu erzielen. Hauptsächlich geht es nur darum, die Köder an unseren Futterplatz transportieren zu können.

    Angelfutter und Köder zum Winkelpickern im Winter
    Beim Winkelpickern im Winter benötige ich nur sehr geringe Mengen an Futtermitteln

    Für das Winkelpickern im Winter nutze ich oft nur Pinkies, Weizen oder Hanf. Mehr als eine Handvoll dieser Köder benötigen wir nicht, weil wir nur mit sehr wenigen Bissen rechnen dürfen. Alle Futtermittel passen in eine kleine Schale, selten ist mehr an Material erforderlich.

    Winterliches Winkelpickern am flachen Parkteich

    Für meinen winterlichen Ansitz wählte ich mein altes Hausgewässer, den Stadtsee aus. Der flache Parkteich mit seiner überschaubaren Struktur weist eine durchschnittliche Tiefe von kaum mehr als 120 Zentimeter auf. Die Fische stehen selbst bei Minustemperaturen sehr dicht am Ufer, weil dort einige kleine Löcher zu finden sind.

    Angler am Parkteich sucht Angelstellen
    Parkteiche sind ideale Ausflugsziele für das Pickern im Winter

    Diese Lunken sind vielleicht nur 30 Zentimeter tiefer als der Durchschnitt, aber genau dort stellen sich die Brassen und Rotaugen vermutlich ein. Neben einem alten Bootsanleger baute ich meine Ausrüstung auf, weil sich an dessen Ende eine tiefe Stelle im Wasser befand. Ich kannte diesen Bereich schon vom Feedern im Herbst, wo ich auch schon einige tolle Alande fangen konnte.

    Die Hauptbeute an diesem Gewässer sind aber eher handlange Brassen. Ich war gespannt, was mir beim Winkelpickern im Winter an den Haken gehen würde! Das Eis war erst über Nacht geschmolzen, meine Erwartungshaltung war jedenfalls nicht sehr groß.

    Dezente Startfütterung

    Auf meinem Stuhl sitzend, in die Landschaft blickend, begann ich meine Angelstelle auszuloten. Ich hatte mir für diesen Vorgang sehr viel Zeit eingeräumt, weil ich mir bei meinen Entscheidungen sehr sicher sein wollte. Nach 15 Minuten an Feldforschung setzte ich eine Fütterung mit fünf kleinen Körbchen* ein, um einen sehr zentralen Futterplatz zu bilden. Es ist unheimlich wichtig, sich beim Winkelpickern im Winter auf eine sehr kleine Fläche zu konzentrieren. Danach wechselte ich auf die Schrote, um die Lautstärke nach den erneuten Würfen bei den Köderkontrollen zu reduzieren.

    An meinem 100 Zentimeter langen Vorfach an einem Haken der Größe 20 bot ich zwei kleine Pinkies an. Meine Strategie war nun sehr einfach, ich würde nur noch auf die Bisse warten. Spielchen und Experimente bei solchen Bedingungen führen in der Regel zu keinem Ergebnis beim Angeln. Zwischendurch setzte dann immer wieder leichter Regen und Wind ein. Am See war keine Menschenseele zu sehen, ich war alleine inmitten der Stadt.

    Winkelpickerspitze am Teich über eiskaltem Wasser
    Die Spitze zitterte anfänglich nur wegen dem Wind

    In der Hoffnung auf schnelle Bisse hielt ich meine Hand die ganze Zeit über Griffbereit am Winkelpicker*, um jedes Zittern in der Spitze zu parieren. Ich war bereit, meinen ersten Fisch nach der Eiszeit zu fangen. Nach 90 Minuten hatte ich noch keinen einzigen Zupfer, motiviert war ich dennoch. Zumindest der Wind ließ die Rute etwas wackeln, es fühlte sich immer wie ein leichter Anfasser am Köder an.

    Dips steigern die Ausbeute beim Winkelpickern im Winter

    Nach 2 Stunden hatte ich das Gefühl, etwas verändern zu müssen. Es ist nichts ungewöhnliches, wenn wir beim Winkelpickern im Winter auf die Fische warten müssen. Vielleicht waren sie auch schon am Futterplatz, hatten sich aber für den Köder nicht interessiert? Nicht selten fehlt ein zusätzlicher Reiz, um doch noch einen Drill erleben zu können.

    Ich schnappte mir meinen einzigen Dip, um die Kehrtwende einzuleiten. Das Muschelextrakt auf Alkoholbasis brachte mir schon einige tolle Brassen beim Winkelpickern im Winter. Diese Erfahrung wollte ich unbedingt wiederholen. Ich badete meine Pinkies für 30 Sekunden in der kleinen Dose, um die letzte Stunde im Abendlicht erfolgreich abzuschließen.

    Erste Winterbrasse beim Winkelpickern

    Es dauerte keine 5 Minuten, da bog sich die 0,5 Unzen dünne Spitze schon durch! Ich setzte den Anhieb und wusste sofort, das eine der größeren Brassen sich den Köder geschnappt haben musste. Der Drill war schnell beendet, weil die Fische keine Kraft im Winter aufbringen können. Dennoch freute ich mich wie ein Schneekönig über das gute Exemplar. Der Haken saß wie erwartet sehr weit vorn im Maul.

    gefangene Brasse beim Winkelpickern im Winter
    Ein gefangener Brassen beim Winkelpickern im Winter

    Ich tanzte noch einige Male um meinen Stuhl, bis ich schließlich zur Besinnung kommen musste. Diese Freude einen Fisch nach einer langen Pause fangen zu können, ist unbeschreiblich. Ich war glücklichste Mensch der Welt! Die Zeit war allerdings mein Gegenspieler, weil ich nur noch eine Stunde an Licht zur Verfügung hatte. In der Eile fütterte ich zwei kleine Futterbälle mit etwas Weizen nach.

    Kurz vor dem Ende meines Ansitzes konnte ich noch 7 weitere große Brassen überlisten. Dieses Ergebnis war komplett widersprüchlich zu meinen bisherigen Erfahrungen an diesem See. Wo sonst nur viele kleine Weißfische an den Haken gehen, waren es jetzt die großen Platten beim Winkelpickern im Winter. Unter Umständen bereiten sich die großen Exemplare schon auf die kommende Laichzeit vor, eine logische Erklärung konnte ich für diese Sternstunde aber nicht finden.

    gefangener Weissfisch beim Winkelpickern im Februar
    Ein weiterer Brassen ließ sich zum Landgang überreden

    Den Tag beendete ich mich mit einem sehr tollen Ergebnis. Ich hatte nicht erwartet, eine so gute Ausbeute bei diesen Bedingungen in den Kescher zaubern zu können. Mit einer Ausrüstung auf dem Minimum und jeder Menge an Geduld wurde ich dennoch belohnt. Es sind diese Momente beim Angeln, welches unser Hobby liefert! Ich hoffe, ich konnte dich für das Winkelpickern im Winter begeistern.

    Herzlichst, dein 16er-Haken

    Christoph Heers
    Christoph Heers
    Hallo! Mein Name ist Christoph Heers und ich bin die Person hinter dem 16er-Haken. Seit meiner Kindheit bin ich Angler, mit vielen Wassern gewachsen und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Meine Mission - die Erfahrungen mit dir zu teilen! Du findest auf meinem Blog viele Strategien, Tipps und Tricks über das Feedern, Stippen, Winkelpickern und Matchangeln, aber auch Seitensprünge auf Hecht, Aal, Quappe oder Zander!

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