Feedern Herbst

Feedern im Herbst – Fünf Goldrichtige Tipps

Wer im Herbst Feedern will, muss sich auf eine Jahreszeit des Umbruchs einstellen. Während der Wind den Wasserkörper ordentlich durchschüttelt, stellen sich die Fische auf den Winter ein. Was können wir tun, um unsere Ausbeute an einem Angeltag zu steigern und welche Kniffe gibt es?

Feedern Herbst

Ich gebe euch 5 sehr erfolgreiche Tipps zum Feedern im Herbst mit an die Hand, um den Kescher zu füllen. Ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim lesen!

Feedern im Herbst bedeutet Rotaugenzeit

Sinken die Temperaturen im Herbst, steigen die Chancen auf Rotaugen beim Feedern unheimlich an. Der Grund dafür ist vielen Anglern gar nicht bekannt. Das immer weniger werdende Licht und der bevorstehende Winter haben nämlich einen großen Einfluss, der unserem Auge verborgen bleibt.

Es sind die Insekten, die sich immer weiter zurückziehen und das Wasser verlassen. Den Plötzen fehlt also die Grundlage ihrer natürlichen Nahrung, sie sind sehr fixiert auf dieses Beutespektrum. Finden sie weniger zu fressen, ist unser Futterplatz also deutlich attraktiver. Deswegen lautet eine goldene Regel, das mit dem ersten Frost die Saison auf Rotaugen beginnt.

Rotauge im September gefangen

Um sie im Herbst an den Haken zu bekommen, nutze ich deswegen gerne dunkles Futter beim Feedern. Sie sind immer auf der Hut und die Beute vieler Räuber, wir müssen uns ihrem Verhalten und den Vorlieben entsprechend anpassen. Um die Chancen zu erhöhen, habe ich noch einen kleinen Tipp für euch auf Lager.

Ich setze mir Weizen oft mit ganzem Sternanis oder Curry an, weil diese herben Aromen sehr anziehend auf die Silberbarren wirken. Sie zeigen sich sehr empfänglich für diese Art von Lockstoffen auch im Futter. Probiert es einfach mal beim Feedern im Herbst aus, ihr werdet staunen!

Wenn der Wind weht, folgt das trübe Wasser

Mit den ersten fallenden Blättern im Herbst kommt auch der Wind, wir müssen uns beim Feedern auf diese Wettereinflüsse zwingend einstellen! Nicht nur die Sichtigkeit im Wasser verändert sich, auch der Eintrag von Nährstoffen ist erhöht. Der Sonst so klare kleine Fluss kann innerhalb weniger Tage nicht mehr wieder zuerkennen sein. Wo er die letzte Woche noch Glasklar war, ist er heute eine trübe Brühe.

Wir sollten also damit rechnen, das Brassen und viele andere Weißfische den Futterplatz schlechter finden. Das Wasser ist jetzt eine Lösung verschiedenster Gerüche und obendrauf könnten wir die Hand vor den Augen nicht mehr sehen. Die Zeit ist jetzt gekommen, vermehrt auf Lockstoffe zu setzen, um den Fisch unseren Futterplatz schneller finden zu lassen.

Starker Wind und trübes Wasser in einem See

Ich dosiere deswegen meine Gewürze und Aromen wesentlich höher wie bei anderen Jahreszeiten, um nicht zu große Wartezeiten in Anspruch nehmen zu müssen. Eine Kappe mehr Koriander oder ein Schuss mehr aus der Flasche können durchaus Helfen. Auch Maggi oder die Butter Vanille sind gute Lockstoffe, um beim Feedern im Herbst vermehrt Reizpunkte zu setzen.

Gute Erfahrungen habe ich auch mit farblichen Partikeln gemacht, allerdings stellt sich die Frage, ob ein Fisch bei trübem Wasser überhaupt gut genug sehen kann. Mein Bauchgefühl sagt mir, das es immer einen Versuch wert ist. Ob es in der Praxis aber an der Farbe liegt darf angezweifelt werden.

Warum im Herbst die Uhrzeit beim Feedern Freiheit bedeutet

Die richtige Uhrzeit ist der Diskussionspunkt bei vielen Anglern rund um den Globus und jeder hat seine eigenen Erfahrungen bereits gemacht. Im Prinzip spielt der Zeiger auf der Uhr aber eigentlich keine Rolle, denn wir fahren Angeln, wenn wir es können. Trotzdem möchte ich eine Beobachtung mit euch Teilen, die sich als sehr Hilfreich erwiesen hat.

Wann ist denn nun der richtige Moment, um im Herbst feedern zu fahren? Die Antwort lautet immer! Rund um die Uhr können wir meiner Meinung nach viele Fische mit dem Futterkorb fangen, weil die Bedingungen es schlicht erlauben.

Haus am See im Herbst am Nachmittag

Der Herbst mit seinem Wind hat nämlich die Eigenschaft, die Temperaturen gleichmäßig im Gewässer zu verteilen. Die Sonne spielt also nur eine untergeordnete Rolle. Im Winter ist der Mittag besser, weil wenigstens ein bisschen Wärme übertragen wurde. Der Sommer dagegen ist im Morgenlicht und Abendgrauen wesentlich angenehmer, weil sowohl Angler als auch Fisch der Hitze entfliehen können.

Im Herbst dagegen können wir rund um die Uhr Feedern. Dieses Jahreszeit ermöglicht den Erfolg 24 Stunden lang 7 Tage die Woche. Weder Augenringe, noch Anfahrten im Dunkeln sind erforderlich, weil wir uns die Zeit beim Angeln frei wählen können. Nur zu Kalt darf der Herbst nicht sein, das entscheidet Petrus aber ganz alleine.

Die Feederspitzen im Herbst anpassen

Die Feederspitze ist für den Angler wie die Pose für den Stipper. Sie zeigt uns die Bisse an und signalisiert uns den passenden Moment zum Anhieb. Die richtige Stärke ist also an jedem Tag im Herbst von Belang, wenn wir Feedern fahren möchten.

Nicht selten peitscht uns der Wind in das Gesicht, während die Wellen an einen Ausflug an den Ostseestrand erinnern. Wer jetzt eine zu feine Spitze montiert hat, kann arge Schwierigkeiten bekommen. Unter Umständen biegen sie sich nämlich nur durch den Druck von Wind, Wasser und Wellen dermaßen durch, das an Feedern nicht mehr zu denken ist.

1 Unzen Feederspitze

Um nicht vom Wechsel der Spitzen am Wasser erschlagen zu werden, hat sich für mich die Stärke von 1,0 Unzen eingespielt. Sie ist fein genug, um kleinste Zupfer anzuzeigen, geht aber bei äußeren Widerständen nicht sofort in die Knie. Dieser Durchschnittswert eignet sich für viele verschiedene Gewässer im Herbst und erspart uns das ständige Montieren neuer Montagen beim Feedern.

Nur an der Elbe skaliert sich das Verhältnis eine Nummer hoch. Der große Fluss erfordert allerdings allgemein etwas weniger Feingefühl. An der Strömungskante ist eine Feederspitze von 2 Unzen im Herbst immer ein guter Wert.

Das richtige Lockfutter zum Feedern im Herbst

Das Lockfutter ist für den Angler von besonderer Wichtigkeit. Wir locken und binden die Fische an unseren Futterplatz, aber auch die Präsentation kann entscheidend sein. Wie sieht das richtige Futter für den Herbst beim Feedern aus?

Ich orientiere mich dabei in seinem Nährwert zwischen den Jahreszeiten Winter und Sommer. Seine Arbeitsweise verändern wir ja ohnehin nicht, weil das Gewässer nicht um mehrere Meter von Heute auf Morgen tiefer wird.

Herbstblaetter und Futterkörbe mit Lockfutter

Es ist also vielmehr die Frage, was die Fische wollen und wie sie fressen. Umso kälter es jedoch wird, desto mehr verzichte auf Beigaben direkt im Futter. Wir können nichts mehr aus dem Wasser herausholen, was wir über den Futterkorb angeboten haben. Diese Weisheit gilt immer!

Der anfängliche Herbst ist dahingehend noch sehr freundlich, hütet euch beim Feedern aber vor dem Oktober und November! Wie schnell die Temperaturen Nachts fallen können, ist Atemberaubend. Zwar sitzen wir im Pullover am See, trotzdem kratzen die Menschen morgens schon ihre Autoscheiben von Eis frei. Ich reduziere mich deswegen mit dem fallenden Thermometer auch in meiner Futterstrategie.

Herbstbrassen auf einem Setzkescher

Anstatt den Maden füttere ich nun Pinkies, die roten und gelben Partikel kommen nur noch zur Hälfte in das Futter. Den Mais biete ich lieber am Haken an, einige Körnchen im Korb kann ich jederzeit versenken.

Wir verringern den Einsatz von Süßigkeiten für den Fisch wie bei einer Diät. Kennst du das Motto „Fress die Hälfte“? Dieses Sprichwort hat für mich im Herbst und angehenden Winter beim Feedern eine große Bedeutung. Für den Bauch zwar weniger, beim Angeln aber umso mehr!

Herzlichst, euer 16er-Haken

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