Lockfutter

Das Lockfutter – Ein Buch mit 7 Siegeln

Das Lockfutter ist eine Legende im Kreise der Angler. Welche Auswirkungen hat es aber? Wie funktioniert es? Könnte der Begriff in sich geschlossen sogar in die Irre führen?

Lockfutter

Wie meine Gedanken zum Thema Lockfutter aussehen, verrate ich euch wie immer im Bericht. Viel Spaß beim Lesen!

Es müsste Transportfutter und nicht Lockfutter heißen

Blicken wir in das Regal der Händler, stellen wir eine Vielzahl an verschiedenen Futtersorten fest. Die Schriftzüge auf den Tüten könnten auch der Titel für den nächsten Film aus dem Hause Marvel sein. Im ersten Moment verstehen wir allerdings nicht, was sich hinter den Werbebotschaften verbergen soll.

Volle Kescher und große Fische auf der Verpackung tun ihr Übriges. Bevor wir Angler uns aber zum Kauf animieren lassen, sollten wir uns eine Frage im Vorfeld stellen.

„Was will ich mit meinem Lockfutter erreichen“.

Im ersten Moment könnte die Antwort sehr einfach ausfallen. Wir wollen Fische fangen! Nur fehlt häufig ein kleines Detail im Gedankengang. Das Kriterium bei der Wahl eines Lockfutters richtet sich zu oft nach einem Zielfisch, dabei hat die Art des Gewässers eine viel größere Bedeutung. Die meisten Rezepte sind in ihrem Ursprung nämlich in erster Linie auf ihre Arbeitsweise hin entwickelt worden.

Futterbälle

Könntest du Brassen beim Feedern fangen, wenn dein Grundfutter den Boden nicht erreicht? Ist es uns Möglich Pinkies in 30 Meter Entfernung ohne einen Futterball sauber zu platzieren? Wie bündeln wir unsere Partikel in 10 Meter Wassertiefe? All diese Aufgaben übernimmt ein Träger. Wir könnten ihn Transportfutter nennen.

Das Lockfutter ist funktioneller Natur

Wenn wir um die Transportfunktion verstanden haben, entsteht schnell ein Sinn hinter den Eigenschaften eines Lockfutters. Die Arbeitsweise beschreiben wir Angler durch die folgenden Begriffe:

  • Die Bindung
  • Die Klebkraft
  • Das Gewicht (Schwere)
  • Die Konsistenz

Je nach Rezept verschieben wir die Bestandteile, um uns dem jeweiligen Gewässer anzupassen. Was schwer ist, sinkt schneller. Was mehr Bindung hat, löst sich langsamer. Diese einfache Logik bestimmt den Aufbau, sie legt fest, wie ein Lockfutter arbeitet.

Nehmen wir einen bindigen Futterball als Beispiel. Er lässt sich dank seiner runden Form sehr weit werfen, wodurch wir die kleinsten Partikel auch auf Distanz transportieren können. Pressen wir ihn zu einem flachen Ei, bleibt er auch bei starker Strömung liegen. Warum verfahren wir so?

Lockfutter mit Partikeln

Weil wir Köder wie Maden oder Weizen nicht lose Füttern könnten, wenn die Strömung oder Distanz natürliche Hindernisse bilden. Genau diese Transportfunktion wirst du immer wieder bei jedem Grundfutter entdecken! Das Locken ist natürlich ebenso ein Faktor, er kommt aber erst später zur Geltung.

Achte beim Lockfutter auf die Beinamen

Häufig finden wir Hinweise auf der Verpackung eines Lockfutters für den jeweiligen Zweck. Nicht immer ist ersichtlich, für welchen Gewässertyp es sich eignet. Eigennamen für ein Futter an stehenden Gewässern sind in der Regel:

  • Shallow Water
  • Light Mix
  • Explosion
  • Lake

Für Fließgewässer wie der Elbe oder einigen Kanälen benötigen wir mehr Bindung, aber auch tiefe Seen können ein kompaktes Lockfutter erfordern. Häufig finden wir für solche Gewässer die folgenden Beinamen:

  • Deep Water
  • Heavy Lake
  • Canal
  • River

Das Locken ist Phase Zwei bei deiner Futterwahl

Nachdem wir uns über die Transportfunktion des Trägers einig geworden sind, müssen wir einen Blick auf das Locken werfen. Wir müssen uns die folgende Frage stellen:

Wodurch lässt sich ein Fisch locken?

Prinzipiell sprechen wir zwei verschiedene Sinne an, welche einer Brasse beispielsweise helfen ihre Nahrung zu finden. Die Nase und das Auge lokalisieren jede Ressource im Kampf um das Überleben. Ferner spielt sogar der Geschmack eine Rolle.

Nase und Auge einer Brasse

Wir müssen uns Vorstellen, das ein Fisch bis zu 1.000.000 mal besser riecht als der Mensch. Es ist kann also nur sinnig sein, genau diese Karte ausspielen. Beim Lockfutter unterscheiden wir deswegen zwei große Gruppen, um einen Futterplatz attraktiv zu gestalten.

Der Geruch und die Aktivität sind Stilmittel um das Locken zur Geltung zu bringen. Beides können wir durch den Einsatz verschiedener Produkte erreichen. Die Zeit der Lockstoffe ist gekommen.

Ein Lockfutter kann durch Aromen effektiver werden

Wenn wir auf ein fertiges Lockfutter zurückgreifen, strömt uns ein Geruch aus der Tüte entgegen. Das Aroma ist wichtig, um einen Fisch auch aus der Entfernung auf den Futterplatz zu führen. Je nach Verwendung gewisser Einzelmehle können wir sogar auf Zusätze verzichten. Spekulatiusmehl oder Hanfmehl beispielsweise riechen von Haus aus schon sehr stark.

Lockstoffe für den Geruch

In jedem Falle können wir unseren Träger ausbauen, um seine Wirkung zu steigern. Lockstoffe aus dem Fachhandel, aber auch Produkte aus dem Supermarkt können wir gezielt einsetzen. Alles was einen Duft in das Lockfutter einbringt, können wir verwenden. Ich nutze häufig:

Die Aktivität ist der optische Gegenpart

Neben dem Geruch kann ein Angler auch die Augen eines Fisches gezielt ansprechen. Dieses Stilmittel beschreibt die Aktivität eines Lockfutters. Im Prinzip versuchen wir die natürlichen Ereignisse Unterwasser zu imitieren.

Aktives Lockfutter

Eine Wolke am Grund kann beispielsweise die Aufmerksamkeit erhöhen, weil es einen wühlenden Fisch symbolisiert. Der ausgelöste Futterneid und das Interesse können die Fänge steigern.

Aufsteigende Partikel wiederum stehen für kleine Insektenlarven, während Wolken an der Wasseroberfläche Vogelkot darstellen. Diese Effekte in einem Lockfutter sind rein optischer Natur. Das Hanfmehl oder Leinsamen können für diese Imitationen darstellen.

Fische schmecken das Lockfutter auf Distanz!

Der Geschmack von einem Lockfutter ist genauso wichtig, wie alle anderen Eigenschaften auch. Warum das so ist? Weil die Fische auf Entfernung schmecken können! Verantwortlich dafür ist das Wasser in seinem chemischen Verhalten selbst.

Es löst alle Stoffe zu einer Einheit und trägt diese Lösung aus Geruch und Geschmack durch ein Gewässer. Nachahmen können wir diesen Effekt in einem Glas Wasser. Wirfst du einen Ball aus Futter hinein, stellst du schnell eine Trübung fest. Die Moleküle verbinden sich zu einer Lösung. Die Trennlinien zwischen dem Geruch und Geschmack schwinden also augenblicklich.

Schleie Unterwasser

Da ein Fisch zum Atmen das Wasser über die Kiemen filtert, kommen auch die Geschmacksknospen in Berührung. Er riecht also nicht nur das Lockfutter auf Entfernung, er wird die gleiche Masse auch schmecken. Auf diese Weise lokalisieren sie über den Urin auch ihre Partner für die Paarung.

Einige Fischarten haben sogar Geschmacksknospen auf den Flossen. Die Barteln übernehmen ebenfalls eine wichtige Funktion. Die Wissenschaft weiß noch nicht um all diese Einflüsse, wir Angler können also nur mutmaßen. Was bedeutet das nun für unser Lockfutter?

Der Geschmack eines Lockfutters steigert die Wirkung

Ich könnte euch diese Frage nicht beantworten. Riecht ein Lockfutter für den Fisch, wie es schmeckt? Oder umgekehrt? Ich denke jeder Angler der euch diese Nummer verkaufen will, müsste selbst mit einem Goldfisch gekreuzt worden sein.

Geschmackszusatz für ein Futter

Die Praxis beim Angeln hat aber gezeigt, das ein guter Geschmack den Erfolg steigert. Ebenso wichtig ist die Qualität der Futtermehle. Wir können sogar Tendenzen bei unseren Zielfischen feststellen. Während die Brasse einer gewissen Süße verfallen ist, scheint das Rotaugen den herben Hauptgang zu bevorzugen.

Ich erweitere meine Rezepte deswegen um die folgenden Zutaten:

  • Salz oder Zucker
  • Honig oder Marmelade
  • Sweetner oder Gewürze
Einen kleinen Tipp habe ich für euch noch parat. Streicht euer fertiges Futter mit einer Fingerspitze über die Zunge. Auf diese Weise erkennt ihr den Geschmack. Manchmal sind fertige Mischungen zu lasch, teilweise aber auch schon sehr salzig.

Um das Lockfutter bei der Zugabe weiterer Zutaten nicht an die Wand zu fahren, ist diese Gegenprüfung also oft von Vorteil.

Bestimmte Zutaten sollen Stimulieren

Zum Abschluss beschäftigen wir uns noch mit einer Gruppe von Zutaten, welche den Fisch stimulieren sollen. Diesen Trick kennen wir auch aus der Lebensmittelindustrie. Das richtige Mengenverhältnis von Kohlenhydraten und Gewürzen lässt eine Tüte Chips ohne ein Hungergefühl verschwinden. Mein Bauch darf als Zeuge für dieses Phänomen herhalten.

Hanf zum Fördern der Verdauung

Tatsächlich greifen wir bei einem Lockfutter auf ähnliche Ideen zurück. Durch eine Zugabe von Mineralien oder bestimmten Saaten möchten für die folgenden Eigenschaften fördern:

  • Die Verdaaung
  • Das Fressverhalten
  • Den Geschmack

Salz beispielsweise unterdrückt die Bitterstoffe in einem Futter. Wir heben dadurch die jeweilige Note stärker an, um die Effektivität zu steigern. Hanf wiederum fördert die Verdauung, er wirkt sogar abführend. Die meisten öligen Saaten besitzen diese Eigenschaften.

Wie wichtig ist das Lockfutter nun?

Ohne ein gutes Lockfutter könnte ich mir einen Angeltag nicht mehr vorstellen. Trotzdem bleibt es für mich ein Arbeitsmittel, wie es Ruten und Rollen sind. Eine schlecht gewählter Spot wird nicht besser, weil das Futter pro Kilogramm 10 Euro kostet. Genauso wenig ist die günstige Sorte vielversprechend, wenn sie mit Sägespäne gestreckt wurde.

Angler mit Rotaugen gefangen auf ein aktives Lockfutter

Es sind viele Faktoren, die einen guten Fang am Ende des Tages beeinflussen. Neben einem passenden Lockfutter muss auch die Präsentation des Köders stimmen. Wir können die einzelnen Aspekte schlicht nicht isoliert betrachten. Eines kann ich euch aber versichern. Wer sich mit seinem Futter auseinandersetzt, hat immer die besseren Karten!

Wenn dir der Artikel zum Lockfutter gefallen oder du Fragen hast, kannst du die Kommentar-Funktion nutzen. Vielleicht hast du ja für die Zukunft einiges gelernt? Mir war es jedenfalls ein Blumenpflücken!

Herzlichst, euer 16er-Haken

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